19.05.2014

Kommentar zum Lasogga-Ausbruch

Gefühle, wo er schwer schweigen kann

Kein Zweifel: Ohne Pierre-Michel Lasogga wäre der HSV jetzt abgestiegen. Doch die peinliche Provokation des Stürmers nach der überstandenen Relegation hinterlässt einen bitteren Beigeschmack bei der Rettung des »Dinos«. 

Bild:
imago

»Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann!«, jauchzte der Stürmer in die Mikrofone. Soeben hatte seine Mannschaft etwas Großes geleistet, in einem unglaublich spannenden Spiel, mit noch unglaublicheren Emotionen. So viel Adrenalin, so viel verlorene Energie, so viele Glückshormone, vermischt zum ganz großen Gefühlschaos. Der Stürmer war Jürgen Klinsmann und seine Mannschaft war gerade Europameister 1996 geworden.

»Das sind unglaubliche Emotionen«

Nun lässt sich eine gewonnene Europameisterschaft nicht mit dem durch die Relegation erzwungenen Klassenerhalt vergleichen. Eigentlich. Für Fußballer, die gerade erst diese emotionale Gratwanderung zwischen Rettung und freiem Fall überstanden haben, macht das in den Minuten nach dem Schlusspfiff aber keinen Unterschied.

Pierre-Michel Lasogga fasste das im Field-Interview dann auch dementsprechend zusammen: »Ich bin einfach voller Adrenalin. Wir haben zwar keine Meisterschaft gewonnen, aber das sind unglaubliche Emotionen.« Lasogga hatte mit seinem Kopfballtor in der 14. Minute den Grundstein für das 1:1-Unentschieden gegen die SpVgg Greuther Fürth und den damit verbundenen Klassenerhalt gelegt. Es war sein 14. Tor im 22. Spiel für den HSV – statistisch gesehen ist er damit der beste Angreifer in der Geschichte der Unabsteigbaren aus Hamburg. Vielleicht war das Rückspiel der Relegation sein letztes Spiel für den HSV, Lasogga ist nur ausgeliehen und steht bei Hertha BSC unter Vertrag. Der bullige Angreifer hatte also allen Grund, nach dem Schlusspfiff am Rad zu drehen.

Die »Bumsbewegung«

Wie er das dann tat, war allerdings mehr als peinlich. Mit weit aufgerissenem Mund stürmte Lasogga auf die Bank der Fürther zu, brüllte Unverständliches und provozierte im Vorbeilaufen mit einer Geste, die in Fachkreisen als »Bumsbewegung« bekannt ist. Mit anderen Worten: Lasogga nutzte den Moment des großen Glücksgefühls, um dem geschlagenen Gegner noch einmal zu zeigen, dass er es ihnen so richtig besorgt hatte.

 
 
 
 
 
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