Kommentar zum aktuellen Rassismus-Vorfall

Alles richtig gemacht

Bei einem Zweitligaspiel wird ein dunkelhäutiger Fußballer rassistisch bepöbelt, der zuständige Verein schmeißt den Schuldigen aus dem Stadion und erstattet Anzeige. Ein Fußballer ereifert sich über den Vorfall mit einem kritischen Facebook-Kommentar und bekommt dafür viel Applaus.

Ein dunkelhäutiger Fußballer wird von gegnerischen Fans mit rassistischen Rufen beleidigt. Auch im deutschen Fußball ist das noch immer keine Seltenheit. Am Wochenende bekam der Ingolstädter Danny da Costa den Hass aus der Kurve zu spüren. Während der Zweitliga-Partie bei 1860 München wurde der Sohn eines Angolaners und einer Kongolesin mehrfach beschimpft. Der oder die Täter hatten sich da Costa nicht persönlich gegenüber gestellt, sondern sich in der vermeintlich gesichtslosen Masse der Tribüne verschanzt. Fremdenhass und Rassismus paaren sich meistens mit Feig- und Dummheit.

Dieser Vorfall macht betroffen. Aber auch Mut, wie es Marco Fenske, stellvertretender Sportchef der Münchener »AZ« in einem Kommentar treffend formulierte: »Warum? Weil alle richtig gehandelt haben.«

Da Costa hätte es auch wie Boateng oder Poté machen können

Den Anfang machte da Costa selbst. Er hätte sich mit abwertenden Gesten bei den betreffenden Zuschauern revanchieren können. So wie Adebowale »Ade« Ogunbure von Sachsen Leipzig, der sich 2006 gegen rassistische Beleidigungen aus dem Fanblock vom Halleschen FC nicht anders zu wehren wusste, als der Kurve den Hitlergruß zu zeigen. Er hätte es wie der Dresdener Mickaël Poté machen können, der den »Affenrufen« von Chemnitzer Fans im August 2012 damit begegnete, dass er pantomimisch einen Affen imitierte. Und niemand hätte es Danny da Costa verübelt, wenn er dem Beispiel von Mailands Kevin-Prince Boateng gefolgt wäre und unter Protest den Platz verlassen hätte.

Stattdessen meldete der in Neuss geborene Ingolstädter die Rufe bei Schiedsrichter Florian Meyer. Der unterbrach das Spiel und gab seinem vierten Offiziellen sowie 1860-Kapitän Gabor Kiraly Bescheid. Auf Anweisung von unten ermahnte Stadionsprecher Stefan Schneider den eigenen Anhang. Der übliche Ablauf in solchen Fällen. Das Spiel ging weiter, die Beleidigungen hörten nicht auf. Laut »Löwen«-Mitarbeiter Fenske griffen Stadionordner den verantwortlichen Pöbler, nahmen die Personalien auf und schmissen den Mann vom Gelände.

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