19.09.2013

Kommentar zu Jürgen Klopps Ausraster

Blinde Wut

Ob man Jürgen Klopps Ausraster in Neapel unterhaltsam oder ungehörig fand, mag Geschmackssache sein. Aber er war vor allem eins: ziemlich dämlich.

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imago

Es wäre vielleicht zuviel gesagt, dass er eine posttraumatische Belastungsstörung davon getragen hat. Doch ein paar Alpträume wird Venancio Manuel Raposo Batista Tomé vielleicht schon noch haben wegen dem, was sich in der 29. Minute des Champions-League-Spiels zwischen dem SSC Neapel und Borussia Dortmund zutrug. Da nämlich sah sich der als sogenannter Vierter Offizieller fungierende Tomé – ein Mann von übersichtlichem Wuchs – plötzlich einem zähnefletschenden Riesen gegenüber, der den Angstgestalten seiner Kindheit arg nahe gekommen sein dürfte.

Pro oder Contra Klopp?

Dass BVB-Trainer Jürgen Klopp mit seiner begnadeten Klaus-Kinski-Parodie seit Jahren erfolgreich auf Deutschland-Tournee geht, wird das Schiedsrichterteam nicht unbedingt gewusst haben, insofern hat Tomé möglicherweise tatsächlich um Leib und Leben gefürchtet. Aber selbst wenn nicht, darf es keinen wundern, dass sein Vorgesetzter Pedro Proenca Klopp für dessen Verhalten auf die Tribüne schickte. Ohne ihren Trainer nahm das Verhängnis für die Dortmunder endgültig seinen Lauf: Verletzung Hummels, Platzverweis Weidenfeller, 1:2, Feierabend.

Am Tag danach diskutieren sich die Leute einen Wolf. Contra Klopp, weil so etwas gar nicht geht, und überhaupt, was soll Europa von Deutschland denken? Oder aber Pro, weil Emotionen zum Fußball dazu gehören, und ist doch einfach herrlich, dieser authentische Klopp!

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