Köln-Düsseldorf: Was erwartet das Rheinland am Sonntag?

Verdamp lang her

Das Duell Köln gegen Düsseldorf hat es seit 14 Jahren nicht mehr gegeben. Für viele jüngere Fans ist das Spiel am Sonntag deshalb die Premiere. Und weil die Städte eine historische Feindschaft prägt, fragen sich Fanklubs, Ultras und Polizei: Was kommt da auf das Rheinland zu?

Köln und Düsseldorf sind zwei Städte am Rhein, etwa 34 Kilometer voneinander entfernt, deren Fußballmannschaften am Sonntag um 15:30 Uhr in Köln gegeneinander spielen. An diesem Satz ist nichts falsch. Aber in seiner Nüchternheit ist er arg irritierend. Denn wenn es um Köln und Düsseldorf geht, wird vieles sehr schnell sehr groß: Emotionen, Vergleiche, Ängste, Vorfreude. Deshalb lohnt es sich, die Sachlage um ein paar Details und Informationen anzureichern. Helfen kann dabei zunächst ein Blick zurück, zum Beispiel auf den polnischen Stürmer Marek Lesniak und den bulgarischen Stürmer Georgi Donkov.

Am 23. April 1999, einem Freitag, schoss Lesniak in Düsseldorf zwei Tore für die Fortuna, bevor Georgi Donkov für den 1. FC Köln auf 1:2 verkürzte. Es war das Endergebnis und gleichzeitig das bislang letzte in diesem rheinischen Duell bis heute. Damals wie heute trafen beide Teams in Liga zwei aufeinander. Der Derbysieg nutzte der Fortuna allerdings wenig: Am Ende stieg Düsseldorf als Tabellenletzter ab; Köln beendete die Saison auf Platz zehn. Beide Trainer mussten nach der Saison gehen: Bernd Schuster auf Kölner Seite und der glücklose Feuerwehrmann Peter Neururer in Düsseldorf.

Düsseldorf spielte fortan in unteren Klassen, der 1. FC Köln machte sich einen Namen als Fahrstuhlmannschaft. Als Düsseldorf dann 2009 wieder den Aufstieg in die zweiten Bundesliga schaffte, geschah das just in einer Phase, in der Köln sich entschieden hatte, ausnahmsweise mal für vier Spielzeiten in Folge in der ersten Bundesliga vertreten zu sein. Als im Frühjahr 2012 für Düsseldorf die Relegation wahrscheinlicher wurde, rutschte auch Köln in der ersten Bundesliga auf einen Relegationsplatz ab, so dass im Rheinland schon von einem Relegationsduell Köln gegen Düsseldorf gleichermaßen geschwärmt wie davor gezittert wurde.

Auf die Größe kommt es an!
 
Was macht das Verhältnis dieser beiden Städte zueinander so besonders? Anders als etwa zwischen Gelsenkirchen und Dortmund ist die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf auf einem historischen und nicht auf einem rein sportlichen Fundament gebaut. Doch den einen, entscheidenden Grund für die Abneigung gibt es nicht. In diesem Zusammenhang wird gern auf die Schlacht von Worringen aus dem Jahre 1288 verwiesen, als Kölns Erzbischof Siegfried von Westerburg in einem blutigen Kampf dem jungen Herzog Johann I. von Brabant unterlag, was eine neue Machtkonstellation am Rhein schuf.

Doch als Grundstein für die Fehde ist sie zumindest umstritten. Ein wesentlicher, nicht ganz so weit zurückliegender Streitpunkt ereignete sich im Jahr 1822: Preußen verlegte den Provinziallandtag der Rheinprovinz nach Düsseldorf – das zahlenmäßig überlegene (und preußenfeindliche) Köln war geschlagen und in seiner Ehre gekränkt. Und ist es noch heute: Besonders deutlich wurde das etwa im Jahr 2010, als die Stadt Köln, unter Zuhilfenahme diverser Vororte, endlich offiziell die 1-Millionen-Einwohner-Marke knackte; Düsseldorf hat etwa 585.000 Einwohner. Auf die Größe kommt es an.

Das schönste Schlachtfeld ist der Rasen

Bestätigt in der richtigen Stadt zu wohnen, sehen sich die Kölner auch stets dann, wenn mal wieder herauskommt, dass Profispieler von Bayer Leverkusen oder Fortuna Düsseldorf in Köln wohnen, und nur zu Training und Spiel in die andere Stadt fahren. Patrick Helmes und Michael Rensing sind hier als jüngste Beispiele zu nennen. Es ist auch eine Frage der Mentalität: hier Kölsch, dort Alt, hier Alaaf, dort Helau, hier die Bläck Fööss, dort die Toten Hosen, hier der Dom, dort die Königsallee. Soweit die Fakten. Hier bodenständig, dort abgehoben. Soweit das Klischee. Man streitet sich gern, hier wie da. Doch einig dürften sich die fußballbegeisterten Städte in einem Punkt sein: Das schönste Schlachtfeld, die Feindseligkeit auszutragen, ist – neben den Büttenreden im Karneval – der Fußballrasen.
 
Nun also gibt es wieder ein offizielles Ligaspiel Köln gegen Düsseldorf. Was kommt da auf das Rheinland zu?

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