Klopp vs. Poldi: Wenn sich Spieler und Trainer anzicken

»Du redest nur Scheiße«

Das Verbalduell zwischen Jürgen Klopp und Lukas Podolski war noch das Interessanteste, was dieses Fußballwochenende zu bieten hatte. Beide folgten damit einer wunderbaren Tradition von Motzattacken. Hier einige Highlights aus der Mecker-Ecke. Klopp vs. Poldi: Wenn sich Spieler und Trainer anzicken

1.
Max Merkel vs. Petar Radenkovic


Die Paarbeziehung zwischen Trainer-Populist Max Merkel und Hallodri-Torwart Petar Radenkovic konnte man getrost als ganz, ganz schwierig bezeichnen. Ende 1966 liebäugelte Merkel als Trainer von 1860 München wenig dezent mit der Verpflichtung von Ex-Nationaltorhüter Wolfgang Fahrian. Ulknudel Radi fand die Bedrohung seines bis dato sicheren Arbeitsplatzes gar nicht so lustig und begann Front gegen seinen Trainer zu machen. Nach einem Europapokalspiel gegen Real Madrid eskalierte die Situation. In Bernabeu hatte Radenkovic beim 1:3 einen Kullerball ins Tor gelassen, die Löwen schieden aus, plötzlich war der Keeper angreifbar. Nur ein paar Tage später gerieten Trainer und Torwart nicht nur verbal aneinander. Auf dem Trainingsplatz standen sich beide Auge in Auge gegenüber und brüllten um die Wette. Der Höhepunkt: Merkel nahm die Brille ab und fragte: »Wos is? Mogst herhau’n?« Die Spieler stimmten abschließend mit 14:3 Stimmen für Merkels Entlassung, Der Gehörnte Merkel urteilte über seinen Spezi Radi: »Auf einem Esel ist er nach München geritten, jetzt fährt er Mercedes und isst flambierte Bananen, dieser verrückte Hund.«

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2.
Jupp Heynckes vs. Toni Yeboah


Toni Yeboah galt Anfang der Neunziger als Gottheit in Frankfurt, gleich zwei Mal holte er die Torjägerkrone und führte mit den Kollegen Bein, Okocha und Gaudino Woche für Woche Fußball vom anderen Stern auf. Bis zum 1. Dezember 1994. Denn da ätzte Frankfurts Neutrainer Jupp Heynckes in einem Interview gegen seine drei Topstars Gaudino, Okocha und Yeboah. Besonders Letzterer war Heynckes offenbar ein Dorn im Auge und so sprach er den verhängnisvollen Satz: »Yeboah ist zu dick!« Der Ghanaer fühlte sich persönlich erniedrigt und zutiefst verletzt. Zum Showdown kam es dann beim Straftraining für Yeboah, Okocha und Gaudino am nächsten Tag. Co-Trainer Charly Körbel versuchte das Tempo beim Waldlauf in Grenzen zu halten, weil auch Chef Heynckes persönlich mitlief. Yeboah hingegen gab Gas und lief im Sprinttempo vorneweg. Als die Gruppe endlich anhielt, japste Heynckes hastig nach Luft. Yeboah nutzte die Gunst der Stunde und brüllte: »Trainer, Du redest nur Scheiße! Du vergeudest das Vermögen des Vereins!« Die Folge: Die Eintracht musste Yeboah auf Anordnung von Heynckes verkaufen.

3.
Schäfer vs. Möller


13. April 1995: Borussia Dortmund empfängt wenige Spieltage vor Saisonende den Karlsruher SC im Westfalenstadion. Der BVB braucht im Kampf um die Meisterschaft jeden Punkt, doch schon bald liegt Schwarz-Gelb mit 0:1 hinten. Doch plötzlich flog ein Schutzschwalbe in Form von Andreas Möller durch den Sechzehner, den zu Unrecht gegebenen Elfmeter nutzt der BVB und gewinnt am Ende 2:1. Die Aufregung nach Abpfiff ist riesig. »Bringen sie bitte jeden Tag die Szene von Andi Möller im Fernsehen, damit der Fußball wieder sauberer wird«, echauffierte sich KSC-Trainer Winfried Schäfer nach Abpfiff. »Bei jedem anderen wäre ich zum Schiedsrichter gegangen und hätte gesagt, dass es kein Elfmeter war, bei Winnie Schäfer jedoch nicht«, raunzt Möller zurück um anschließend zu gestehen: »Das war eine Schutzschwalbe. Ich dachte, dass Dirk Schuster mich voll umhauen würde.« Doch damit nicht genug, denn Schäfer heftete seinem Freund Möller noch ein viel größeres Vergehen an. In der Pressekonferenz nach Spielschluss rechnetet er endgültig ab: »Ich bin gerade vom Platz gegangen. Da standen Kinder, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt und haben der Mannschaft den Mittelfinger gezeigt. Das ist das Produkt von Andreas Möller.«



4.
Josef Stabel vs. Wolfram Wuttke


Wolfram Wuttke war für seine verbalen Zweikämpfe stets gefürchtet. Seinen wohl größten Krach hatte er aber in der Saison 1988/89 beim 1. FC Kaiserslautern. Sein Opfer: Cheftrainer Josef »Sepp« Stabel. Wuttkes Hang zur Selbstverliebtheit brachte allerdings zuerst seine Mitspieler gegen ihn auf. Kaiserslauterer Profis verpetzten Wuttke bei der Vereinsführung, weil er sie mehrfach beleidigt haben soll. Einmal brachte Wuttke sogar seinen Sohn mit in die Mannschaftssitzung. Einem Radiosender erzählte er später, dass er damit nur seinem Filius beweisen wollte, »mit was für dummen Menschen ich es hier zu tun habe«. Später ergänzte er, dass er damit vor allem den ungeliebten Trainer Stabel meinte. Wuttke versetzte Stabel schließlich auch den verbalen Todesstoß, als er öffentlich sagte: »Von diesem Ersatztorwart kann ich nichts mehr lernen.« Die Vereinsvorderen glaubten ihrem Star, Stabel wurde wenige Wochen später entlassen.

5.
Karl-Heinz Feldkamp Feldkamp vs. Bruno Labbadia


Eigentlich sollte das Saisonfinale 1990/91 für den 1. FC Kaiserslautern zum Festmarsch durch die Liga werden, waren die Roten Teufel doch auf dem besten Weg in Richtung Meisterschaft. Doch dann krachte es gehörig zwischen Starstürmer Bruno Labbadia und Trainer Kalli Feldkamp. Mitten in den Verhandlungen über eine mögliche Vertragsverlängerung nannten Feldkamp seinen Stürmer einen »Lügner«, Labbadia konterte: »Ich war immer korrekt, doch wenn ein gewisser Punkt überschritten ist, wenn ich merke, daß man mich linkt, dann geht bei mir nichts mehr.« Wenig später wurde bekannt, dass der schöne Bruno zum FC Bayern wechselt. Feldkamp verzichtete vor Wut im letzten Saisonspiel auf seinen Stürmer, Lautern gewann dennoch mit 6:2 Toren und wurde Meister, Labbadia boykottierte anschließend aus Verärgerung die Meisterfeier. Später trat Labbadias noch einmal nach: »Ich will kein lieber Kerl sein. Lieber gelte ich als Dickkopf und schwieriger Typ. Ich muß morgens noch in den Spiegel schauen können.«

6.
Berti Vogts vs. Bodo/Bianca Illgner


Die WM 1994 stand wahrlich unter keinem guten Stern, startete die deutsche Mannschaft doch mit einer Reisegruppe voller Altstars zum Weltturnier, deren Betreuer Berti Vogts von nicht allen Mitreisenden für voll genommen wurde. Allen voran Stammkeeper Bodo Illgner rutschte schon auf dem Hinflug in die USA in der Gunst des Trainers nach ganz unten. Bodos Frau Bianca hatte nämlich dem »Stern« ein Interview gegeben, indem sie sich darüber beschwerte, dass die Spielerfrauen nicht im Mannschaftshotel übernachten durften. Der DFB sei in ihren Augen »kindergartenmäßig«. Besonders unglücklich: Jene Ausgabe des Stern lag im Flieger mit Ziel USA aus. Ein interessiert Leser war Berti Vogts. Nach der Lektüre raunzte Vogts: »Dann soll er doch Leichtathlet werden.« Nur gut, dass die deutsche Mannschaft bereits nach Viertelfinale die Koffer packen musste. So konnte der Streit nicht vollends entflammen.

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