Kickers bringen Sieg über die Zeit

»Karin, isch sachs dir, wir fangen noch einen!«

Die Kickers besiegen Aue im ersten Heimspiel mit 3:2! Einige tausend Fähnlein wurden heute vor dem Spiel von unserem Sponsor EVO verteilt. Sie sollten die einzigen sein, die so richtig schön flatterten, denn unsere Abwehr stand die meiste Zeit auf stabilen Füßen. Jedenfalls war das so nachdem die Unsicherheiten der ersten zehn Minuten und
damit die gute Anfangsphase der Auer vorbei war. Denn dann köpfte der lange
Dino in seiner typischen Weise das Leder direkt unter die Latte, nach
schöner Verlängerung vom starken Niko Bungert.

Gibt’s ja gar net, so effektiv war unser Sturm selten. Kaum steht man im
Block und schnuppert nach langer Abwesenheit die gute Stadionluft und schon
darf gejubelt werden. Bin ich im richtigen Stadion, hab ich mich gefragt.
Die Antwort kam alsbald und deutlich in der 17. Minute. Da trug Aue einen
Angriff nach dem Schema der ersten zehn Minuten vor, hebelte unsere
Viererkette aus und stand mit zwei Mann vorm Tor. Ausgleich. So ein Mist.
Die Freude war kurz, ein Gefühl das ich gut kannte. Ich war also auf dem
Bieberer Berg, das war jetzt klar.

Aber etwas hatte sich doch verändert. Es machte die meiste Zeit richtig Spaß
unserer Mannschaft zuzusehen. Wie angenehm war das nach der trostlosen Zeit
der Rückrunde. Selten nur wurden hohe und weite Bälle als verhasste
Angriffstaktik eingesetzt. Viel mehr lief das Bällchen strukturiert durch
die eigenen Reihen und häufig über die rechte Seite und Mokki, der seine
Gegenspieler ein ums andere Mal alt aussehen ließ und immer wieder bis zur
gegnerischen Grundlinie durchkam. Gut, das allein bringt noch nicht viel,
aber heute gelang es unserem Mokki auch des öfteren mal, den Ball dann noch
gut in Tornähe zu bringen.

So wie Mokki gab heute jeder sein Bestes, das war deutlich zu sehen. Toppi
toppte seinen ersten Treffer dann auch gleich in der 33. Minute, fing einen
Schussversuch von Sieger ab, drehte sich um seine eigene Achse und drückte
den Ball unter dem Torwart durch zur erneuten Führung. Der Auer Abwehr fiel
in diesem Moment nichts besseres ein, als wild zum Linienrichter zu winken.
Aber der ließ sich glücklicherweise nicht mehr umstimmen. Neenee, das war
kein Abseits!

Mit einer Führung läßt sich die Pause dann auch viel besser verbringen und
es durfte lebendig über die Qualität diskutiert werden, die wir noch auf der
Ersatzbank sitzen hatten. Ein Hysky und Pinske für hinten, ein Ogungbure und
Epstein für die Mitte und natürlich noch ein Türker für vorne.

Letzterer kam dann auch in der 69. Minute für Agritis rein, begleitet von
unseren “Jetzt geht’s los”-Gesangseinlagen. Das hätten sich die Auer mal
besser anhören sollen, denn Suat nahm sich unserer frommen Wünsche an und
lupfte die Kugel von der linken Strafraumgrenze mit seiner ersten
Ballberührung über den Auer Torwart und hinein in den Kasten zum 3:1. Na da
war was los! Das ist unser Suat wie wir ihn lieben, kommt auf den Platz und
zeigt gleich wo’s lang geht. Schön dass wir ihn haben.

Jede Aktion, die nun nicht zu einem Gegentor führte, brachte uns nun weiter
Richtung Schlusspfiff. Denn leiderprobt wie man ist, beruhigt auch eine
Zwei-Tore-Führung keinen Offenbacher Fan. Dann in der 83. Minute ein schnell
ausgeführter Freistoß unserer Gäste, Verwirrung an der Strafraumgrenze und
Endres reißt einen Lilafarbenen zu Boden, der sich schön weit in hinter die
Linie fallen lässt. Schiri, warum zeigst du auf den Punkt? Das war doch
außerhalb. Egal, gibt trotzdem Elfmeter, sagte der und schwupps war der
Anschlusstreffer da.

“Karin isch sachs dir, wir fangen noch einen, glaub mir, isch spür des, isch
kenn die Kiggers.” Den Satz musste ich jetzt hinter mir mindestens dreimal
mit anhören. “Nein, Karin, glaub deinem Mann nicht, sonst hat er am Ende das
Unheil noch herbeigeredet”, wollte ich am liebsten diese negativen
Schwingungen hinter mir zerstreuen. Aber ich hörte dem Gejammer dann einfach
nicht mehr zu, hoffte, dass mit den neuen Kickers auch ein paar alte
Gewohnheiten wie Gegentore in der letzten Spielminute der Vergangenheit
angehören sollten.

Und so war es dann schließlich. Als Toppmöller nach dem Schlusspfiff dann in
Vertretung von Sichone die Siegermannschaft zur ersten Tanzeinlage vor
heimischem Publikum bat, erkannte auch Karins Mann, dass sich bei uns
einiges zum Besseren zu wenden scheint.

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