Kanzlerkandidat Peer Steinbrück über das Spiel seines Lebens

»Party ohne Engländer«

Am Sonntag wählt Deutschland. Wir sprachen einst mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück über das »Spiel seines Lebens«.

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Die letzten Tage vor der Bundestagswahl 2013. Auch die exmatrikulierten Politikwissenschaftler aus der 11FREUNDE-Redaktion springen noch auf den Zug auf, der am Sonntag in die Wahllokale der Republik rast. Wie passend, dass wir neben anderen deutschen Politikern einst auch Peer Steinbrück zum »Spiel seines Lebens« befragten. Irgendwo auf einem Parkplatz zwischen Berlin und Rostock klingelte 2011 plötzlich das Handy von 11FREUNDE-Mann Tim Jürgens, am anderen Ende der Leitung: der Spitzenpolitiker der SPD. PS: Am Sonntag wählen gehen!

Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat der SPD

Deutschland – England 3:2 n. V. (0:1, 2:2)
14.06.1970, Weltmeisterschaft, Viertelfinale
Stadion: Estadio Guanajuato, Leon

»Ich sah das Spiel in einem internationalen Studentenwohnheim in Kiel, wo ich in meinem ersten Semester studierte. Es ging international zu, meine Kommilitonen stammten aus ganz Europa, Lateinamerika und Afrika, die Sympathien vor dem Schwarz-Weiss-Fernseher waren entsprechend geteilt.

Ich hoffte auf eine Revanche für das WM-Finale 1966. Doch wieder schien es in die Hose zu gehen. Die Engländer führten bereits 2:0, als Alf Ramsey Bobby Charlton auswechselte. 

Danach kippte das Spiel sensationell. Ein Flachschuss von Beckenbauer zum 2:1, dann der Ausgleich durch das Hinterkopf-Tor von Uwe Seeler. Ein Treffer, wie ich ihn von meinen Besuchen beim HSV am Rothenbaum und dann im Volksparkstadion schon kannte.

Damals in Hamburg hiess der Flankengeber Charly Dörfel, in der Gluthitze von Leon war es nun Karl-Heinz Schnellinger. In der Verlängerung verdrehte dann Gerd Müller artistisch vor dem Tor den Fuss in der Luft und entschied das Spiel.

So viel Dramatik riss uns Studenten mit – und nach dem Abpfiff waren alle von einem Fussballthriller begeistert. Engländer waren meiner Erinnerung nach nicht dabei.«


Der Text stammt aus dem Buch »Die 100 besten Spiele aller Zeiten« (Tim Jürgens und Philipp Köster), das im Südwest Verlag erschienen ist. Mehr Infos und Bestellmöglichkeiten auf der Verlags-Homepage.

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