Kalte Ramschware

Fünf richtig miese Wintertransfers

Heute endet die Transferperiode. Welcher Verein hat sich welchen Super-Spieler gekauft? Welches Faxgerät hat wo nicht funktioniert? Und was macht eigentlich Ze Roberto II? Wir erinnern an die miesesten Wintertransfers aller Zeiten! Kalte Ramschware

Zé Roberto II  (Januar 2008 von Botafogo zu Schalke 04)

Die Liste der verkorksten Transfers des Managers Andreas Müller ist in etwa so lang wie die Bibel – nur reichte sie nicht zu seiner Heiligsprechung. Ganz im Gegenteil, denn Müllers Neuverpflichtungen aus jenem Winter 2008 sollten nicht zuletzt zu seiner Entlassung beim FC Schalke führen. Erst holte er die wandelnde Mantamatte Vicente Sánchez von Deportivo Toluca, dann zahlte er für Albert Streit 2,5 Millionen Euro, obwohl Frankfurt ihn im Sommer für knapp 1 Millionen hätte gehen lassen müssen und als absoluten Höhepunkt holte er auch noch Zé Roberto II nach Gelsenkirchen.

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Eines der zahlreichen Mankos des drei Millionen Euro Neuzugangs war die unsägliche II in seinem Nachnahmen, die einen förmlich anzuschreien schien: »Achtung, nur zweite Wahl!« Doch das war längst nicht alles, denn Zé Roberto II war zudem noch eine Frostbeule, feierte gerne bis tief in die Nacht und hatte nur selten Lust auf Training. Das wirkte sich nicht ausschließlich positiv auf seine sportliche Leistung aus, weswegen Zé Roberto II in seinen drei Spielen auch nur insgesamt 35 Minuten zum Einsatz kam. Nach nur einem Jahr floh er zurück nach Brasilien und trötete  regelmäßig gen Schalke, dass er nie mehr zurück nach Deutschland wolle.


Frank Ordenewitz (im Januar 1995 von JEF United Chiba zum Hamburger SV)

Es gab mal eine Zeit, da verpflichtete der HSV vornehmlich stark gealterte Torjäger á la Jörn Andersen, Herbert Waas und Martin Dahlin. In dieses Beuteschema passte auch Frank Ordenewitz, den die Hamburger im Januar 1995 aus der fußballerischen Diaspora in Japan fischten. Damals erlebte die japanische J-League einen kleinen Aufschwung. Und den erhoffte sich wohl auch der HSV jener Jahre, als man die Verpflichtung von »Otze« Ordenewitz bekannt gab. Leider wurde die Hoffnung enttäuscht. Ordenewitz machte in seinem ersten Jahr 15 Spiele für den HSV bei denen er vornehmlich in der Schlussphase eingewechselt wurde und nicht traf.


Julio dos Santos (im Januar 2006 von Club Cerro Porteño zu Bayern München)

Pünktlich zum Trainingsstart im Januar 2006 tauchte ein schüchterner Junge aus Paraguay an der Säbener Straße auf. Und wenn er nicht so freundlich von Uli Hoeneß in Empfang genommen worden wäre, dann hätte wahrscheinlich irgendwann jemand aus Sorge um den Jungen die Polizei gerufen – so fehl am Platz wirkte der angebliche Spielmacher in München. Insgesamt machte der knapp drei Millionen Euro teure Neuzugang in zwei Jahren nur fünf Spiele für den Rekordmeister ehe er nach Wolfsburg ausgeliehen werden sollte. Doch einen Tag nach Bekanntgabe des Wechsels zog sich dos Santos einen Wadenbeinbuch und einen Riss des Syndesmosebandes zu und fiel über ein Jahr aus. Der FC Bayern verlieh dos Santos in der Folge durch die halbe Welt.  Mittlerweile spielt dos Santos wieder in Paraguay.



Abel Xavier (im Januar 2004 vom FC Liverpool zu Hannover 96)

Halb Mensch, halb Frisur – so in etwa kann man Abel Xavier am besten beschreiben. Der portugiesische Abwehrspieler mit einem schweren Hang zu Wasserstoffperoxid kam im Winter 2004 mit einer großen Tüte voller Vorschusslorbeeren vom FC Liverpool in die niedersächsische Landeshauptstadt. Doch er schien da etwas falsch verstanden zu haben, denn meistens kümmerte sich Xavier liebvoll um sein Haupt, anstatt auf dem Trainingsplatz den Gegener das Fürchten zu lehren. Deswegen machte Xavier insgesamt nur drei Spiele für Hannover 96 ehe er zum AS Rom wechselte. Vermisst haben ihn wohl nur die in Hannover ansässigen Frisöre.

Evanilson (im Januar 2006 vom Clube Atlético Mineiro zum 1. FC Köln)

Nachdem Evanilson als laufendes Renditegeschäft bei Borussia Dortmund durchaus zu gefallen wusste, ging der Außenverteidiger zurück nach Brasilien. Doch da konnte sich der Mann mit dem Namen einer schwedischen Geschichten-Erzählerin gar nicht schnell genug verstecken ehe ihn schon der nächste Krisenclub aus der Bundesliga ausfindig machte. Der 1. FC Köln, seinerzeit auf dem Sinkflug in die zweite Liga, verpflichtete Evanilson um etwas mehr Halt in die löchrige Defensive zu bekommen. Doch da konnte der Brasilianer auch nichts mehr richten. Sein einziges Spiel über 90 Minuten verloren die Kölner mit 0:1, insgesamt kam er in der Domstadt nur auf drei Einsätze und entschwand nach nur sechs Monaten wieder nach Brasilien. Und Köln? Der FC stieg als Vorletzter ab.

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