Juan Sebastian Verón ist zurück!

»...weil ich Fußball so liebe«

Juan Sebastian Verón, genannt: das Hexlein, ist zurück. Für die neue Saison hat er einen Vertrag bei seinem Herzensklub Estudiantes de la Plata unterschrieben. Er spielt für lau. Sein Gehalt spendet er der hauseigenen Jugendakademie. Kann man anders, als diesen Mann zu lieben?

Ach, war das traurig, als Juan Sebastian Verón im Herbst 2011 seine Karriere beendete. Der große Verón, ein Mittelfeldspieler der alten Schule. Strippenzieher in der Zentrale. Pulsgeber. Herz, Hirn, Niere, alles. Einst aufgebrochen, Europa zu erobern, um dann, zum Ende seiner Laufbahn, noch einmal zum Heimatverein Estudiantes de la Plata zurückzukehren und dort 2009 die »Copa Libertadores«, die südamerikanische Champions League, zu gewinnen. Solche Karrieren gibt es eigentlich nur in viel zu kitschigen Filmen. »He´s a fucking great player«, dachte man sich und bediente sich dafür bei einer Lobpreisung seines ehemaligen Trainer Alex Ferguson. Solche Spieler will man nicht gehen lassen, will man nicht verlieren. »Gönnt mir doch die Zeit für ein wenig Erholung«, bat das Hexlein. Und man ließ ihn schweren Herzens gehen.

Der Kopf dachte eh die ganze Zeit an den nächsten Steilpass

Jetzt ist er zurück. Tatsächlich war er nie ganz weg. Weil er es so ganz ohne Fußball nicht aushielt, spielte er eben für die zweite Mannschaft von Estudiantes – und führte die Mannschaft zur Amateur-Meisterschaft. In der vergangenen Spielzeit versuchte er sich als Sportdirektor bei den Profis. Die gewünschte Erholung scheint seinem von tausenden Zweikämpfen geschundenem Körper gut getan zu haben. Der Kopf dachte wahrscheinlich eh die ganze Zeit an den nächsten Steilpass oder das nächste Tackling am Mittelkreis. So gut hat sich Juan Sebastian Verón erholt, dass er vor wenigen Tagen bekannt gab, einen neuen Ein-Jahres-Vertrag für Estudiantes de la Plata unterschrieben zu haben – für die erste Mannschaft. Die einfache Begründung: »Ich bin zwar nicht mehr in der Form von 2009, dafür aber genauso motiviert – weil ich Fußball so liebe.«

Dieser Abschied vom Abschied wäre an sich schon eine gefühlige Lobhudelei wert. Doch Verón setzt der ganzen Sache noch die Krone auf: Sein sicherlich nicht schmales Monatsgehalt wird er der hauseigenen Jugendakademie spenden, die ihn einst selbst für das harte Leben als Profifußballer schulte. Mein Gott, ist das wunderbar kitschig!

Für alle, die das nicht so sehen, die meinen, die Rückkehr eines 38-jährigen Argentiniers sei doch nun wirklich nicht der Rede wert, diesen Menschen – hoffentlich gibt es sie nicht – möchten wir ein weiteres Zitat aus jener legendären Fergusonschen Preisung vor verdatterten Journalisten um die Ohren hauen: »You are all fucking idiots!«

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