Javier Mascherano, Argentiniens Anführer

Der kleine Chef

Javier Mascherano, nur 1,72 Meter groß, ist der heimliche Anführer der Argentinier. Die Kapitänsbinde benötigt er dafür nicht.

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Der Spielplan der Weltmeisterschaft wollte es, das Argentinien sein Halbfinale gegen die Niederlande ausgerechnet am 9. Juli bestreiten musste, dem argentinischen Unabhängigkeitstag. Für die Fans der Südamerikaner ein wollkommener Anlass, politische Geschichte und Fußball zusammen zu führen. Im Morumbi-Stadion von Sao Paulo hielten sie Transparente mit Abbildungen von heldenhaften Argentiniern hoch. General José de San Martín war da zu sehen, der Unabhängigkeitskämpfer und Che Guevara. Nur hatten alle Figuren auf den Plakaten das gleiche Gesicht: das von Javier Mascherano, dem Mittelfeldspieler, der dann 120 Minuten lang tatsächlich einen heldenhaften Kampf für sein Land führte. Mascherano rackerte, scheute keinen Zweikampf und war mit traumwandlerischer Sicherheit immer dort, wo er gerade gebraucht wurde. Als er in der ersten Halbzeit mit seinem Gegenspieler zusammenstieß, lag er kurz benommen auf dem Boden, rappelte sich aber bald wieder auf. Im Halbfinale rausgehen? Nicht mit ihm!

Der wichtigste Spieler im Team

Sein Ausscheiden hätte vermutlich auch das Aus für Argentinien bedeutet. Neben Lionel Messi ist Mascherano der wichtigste Spieler im Team. Er ist das Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff, den zwei Mannschaftsteilen, die bei den Argentiniern traditionell ein Eigenleben führen. Verbinden, zusammenführen, vermitteln - Javier Mascherano hat sich all das zur Aufgabe gemacht. Nicht nur auf dem Feld.

In der Nationalmannschaft ist er der heimliche Chef. Wie die Rollenverteilung in der Selección lautet, war im Spiel gegen die Niederländer vor der Verlängerung zu erkennen. Nachdem Trainer Alejandro Sabella eine kurze Ansprache gehalten hatte, übernahmen die zwei, auf die es bei Argentinien wirklich ankommt: Zuerst redete Messi, dann ergriff Mascherano das Wort. Seine Stimme ist nicht besonders tief und auch nicht besonders laut, aber Mascherano verfügt über die Gabe, das rechte Wort zur rechten Zeit zu finden. Er ist ein begnadeter Redner. Seine Worte vor dem Viertelfinale gegen Belgien rührten einige Mitspieler zu Tränen. Messi heulte hemmungslos, wie die Zeitung Olé später herausfand.

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