10.12.2013

Ist ein Fußballklub auf unechte Scheichs reingefallen?

Keine Homosexuellen, kein Alkohol! Und was ist mit Frauen?

In Holland unterbreiteten zwei Scheichs dem FC Den Bosch ein Übernahmeangebot. Der Klub zeigte Interesse und steht jetzt in der Kritik – denn die Scheichs waren nicht echt.

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imago

Vier Männer in einem Raum. Zwei tragen Anzüge, sie sitzen nach vorne gebeugt, interessiert, ein bisschen devot. Die anderen beiden tragen arabische Thawbs und Turbane. Einer schweigt, der andere, die Beine übereinandergeschlagen, erklärt die Ausgangslage. »Wir haben für die nächsten zehn oder fünfzehn Jahre ein Budget von 40 oder 50 Millionen«, sagt er, und einer der Anzugmänner antwortet: »Das ist sehr gut.«
 
Es ist eine Szene wie aus einem Film mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger. Sie ist so absurd und die Dialoge sind so überzeichnet, dass man herzlich darüber lachen könnte – wenn sie nicht so traurig wäre.

Ja, natürlich, wir brauchen eine Finanzspritze!
 
Die Thawb-Träger sind nämlich Schauspieler. Sie haben sich als Scheichs aus Dubai ausgegeben und sind gerade dabei, dem holländischen Zweitligisten FC Den Bosch ein lukratives Angebot zu unterbreiten. Der niederländische Fernsehsender »PowNed« wollte herausfinden, ob Fußballklubs anbeißen, wenn man sich als vermögender Geschäftsmann oder Scheich ausgibt und ihnen sehr viel Geld verspricht. Den Klub FC Den Bosch besuchten sie mit versteckter Kamera. Bei den interessierten Anzugmännern handelt es sich um die Klubmitarbeiter Guido van de Kamp und William Herr.
 
In den folgenden fünf Minuten sprechen die vermeintlichen Scheichs über das, was sie verändern wollen, über Erfolge und ein Stadion, das sie auf 20.000 Plätze erweitern wollen. Die Vereinsmitarbeiter sind angetan. Ja, natürlich, wir brauchen eine Finanzspritze! Und das Stadion, natürlich, es muss alles größer werden, ein paar Shops, Hotels, und vielleicht kann man ja sogar mal Konzerte veranstalten.

Gibt es Frauen im Stadion?
 
Danach geht es ins Eingemachte, denn jetzt kommen die Forderungen. Die Scheichs fragen, ob man den Spieler Zeljko Petrovic verkaufen und den Trainer Ruud Kaiser entlassen könne. Die Vereinsmitarbeiter zögern, doch ja, das sei natürlich möglich. »Es ist nichts Persönliches!« – »Nein, natürlich nicht, es geht um Qualität!«
 
Dann sprechen die Herren über die Vereinsarben und dem Namen? Ja, die kann man auf Schwarz und Weiß ändern. Der Vereinsname, natürlich, »Dragons United«, das wäre doch inspirierend! Und wie sieht es mit Alkohol im Stadion aus? Wir könnten das verbieten! Gibt es Frauen im Stadion? Natürlich. Stehen sie mit Männern zusammen? Ja, aber wir könnten sie separieren. Und wie ist es mit Homosexuellen im Team? Zum jetzigen Zeitpunkt können wir ausschließen, dass es Homosexuelle in der Mannschaft gibt.  

 
 
 
 
 
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