Ist der BVB für das Liverpool-Spiel gerüstet?

In einer eigenen Liga

Dortmund gewann am Sonntag locker gegen Augsburg. Liverpool hatte vor ein paar Wochen erheblich mehr Mühe. Was sagt uns das für das Europa-League-Viertelfinale?

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Februar 2015. Favorit Augsburg trifft auf Kellerkind Borussia Dortmund. Es kommt einem wie ein Jahrzehnt vor, doch es ist gerade einmal ein Jahr her, dass der FC Augsburg einen desolaten BVB düpierte. 1:0 endete das Duell, und Klopps Dortmunder fielen auf den letzten Tabellenrang.

Ein Jahr später ist alles anders. Der BVB holt alles aus seinem namhaften Kader heraus, während Augsburg im Tabellenkeller festhängt. Auch aus der Europa League ist der FC Augsburg ausgeschieden – gegen Klopps Liverpooler. Und ausgerechnet jener Jürgen Klopp trifft in wenigen Wochen auf seine alte Liebe BVB.

Wie viel hat sich unter Thomas Tuchel beim BVB verändert? Was haben sie taktisch dazugelernt? Und muss der FCA um den Klassenerhalt bangen? Vier Thesen zum Sonntagsduell Augsburg gegen Dortmund.

1. BVB und Bayern spielen in einer eigenen Liga – jenseits von Liverpool

Sechzehn Punkte zwischen dem Zweiten und Dritten – das ist eine Hausmarke. Der FC Bayern und Borussia Dortmund spielen in einer eigenen Liga. Man braucht kein Taktikdiplom, um zu erkennen, worin sich beide Teams vom Rest des Bundesliga-Felds unterscheiden: Bayern und Dortmund dominieren ihren Gegner, egal wie er heißt.

Auch gegen Augsburg ließ Dortmund den Ball laufen. Die Grundformation war ein 4-2-3-1, wurde vom BVB jedoch sehr flexibel ausgeführt. Auf links stieß Durm immer wieder nach vorne. Hummels füllte die Lücke des vorstoßenden Durm und bot sich an der Seitenlinie an. Das Spiel im Aufbau breit und vorne tief machen – das ist die Grundphilosophie des BVB.

Im Ballbesitzspiel haben sich die Dortmunder Spieler seit Klopps Zeiten wesentlich weiterentwickelt. Klopp muss in Liverpool hingegen an den Grundsätzen ansetzen, bringt seinen Spielern erst einmal Pressing und Defensivspiel bei. Nicht nur deshalb sind Tuchels Dortmunder gegen den alten Coach der Favorit.



2. Markus Weinzierl ist ein Taktikfuchs...

Der FC Augsburg fliegt in dieser Saison etwas unter dem Radar – kein Wunder nach der Rekord-Vorsaison. Doch Markus Weinzierl hat sein Handwerk nicht verlernt. Gegen Borussia Dortmund packte er eine taktisch sehr interessante Variante aus.

Das Grundsystem war ein 5-2-3. Die Fünferkette erlaubte Augsburg, Dortmunds Spiel in die Tiefe zu unterbinden. Zwischendurch konnten immer wieder Spieler aus der Fünferkette nach vorne schießen, um Dortmunds Spieler zwischen den Linien zu stellen. Darunter litt vor allem Marco Reus.

Vorne stand Augsburg sehr kompakt in einem Fünfeck. Damit deckte Augsburg vor allem das Zentrum ab und lenkte Dortmund früh auf die Flügel. Dortmund konnte lange Zeit nicht das gewohnte diagonale Spiel aus dem Zentrum heraus aufziehen.

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