Ist der BVB besser als der FC Bayern?

»In jeder anderen Liga wären wir Tabellenführer«

Borussia Dortmund schüttelt Verfolger Borussia Mönchengladbach ab. Wird die Meisterschaft jetzt noch mal spannend? Unsere Taktikanalyse.

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In den vergangenen Wochen wurde ein Satz in Dortmund zum geflügelten Wort: »In jeder anderen Liga der Welt wären wir Tabellenführer!« In der Tat hatte noch nie ein Bundesliga-Zweiter zur Rückrunde derart viele Punkte wie der BVB.

Rechnet man jedoch die Spiele unter Lucien Favre heraus, ist ein anderer Klub momentan Bayern-Verfolger Nummer eins: Borussia Mönchengladbach. Unter Trainer Andre Schubert holten die Gladbacher mehr Punkte als der BVB im gleichen Zeitraum. Standen die Zeichen vor dem Verfolger-Duell auf Wachablösung?

Gladbach deckt Mann

In seinen ersten Wochen in Mönchengladbach hat Trainer Andre Schubert wenig am Favre'schen Erfolgsrezept geändert. Noch immer setzt er auf die 4-4-2-0-Formation ohne echten Stürmer, die Favre in Mönchengladbach etabliert hat. Mittlerweile unterscheidet sich der Schubert-Fußball jedoch stark vom Favre-Fußball.

Der wohl größte Unterschied ist die Spielweise in der Defensive: Während Gladbach sich unter Favre am Raum orientierte, decken die vorderen Spieler unter Schubert sehr eng. Die beiden Stürmer kleben an den Innenverteidigern, die beiden Außenstürmer an den Außenverteidigern. Dazu stößt Mahmoud Dahoud immer wieder nach vorne und stört den gegnerischen Sechser, wenn dieser zurückfällt. Gladbach erhält mit diesen Mannorientierungen Zugriff in der gegnerischen Hälfte.



Bürki ist kein Neuer

Der Nachteil von Gladbachs Spielweise: Im Mittelfeld öffnen sich ab und an Lücken. Die Viererkette verteidigt stärker im Raum als die Angreifer. Intelligente Gegner locken das Gladbacher Mittelfeld heraus und besetzen die Räume hinter den Mittelfeldspielern. Auch gegen den BVB öffneten sich diese Lücken. Dortmund bespielte diese Lücken jedoch lange Zeit unzureichend.

Ein Grund lag in der schwachen Ballverteilung durch Torhüter Roman Bürki. Gegen Gladbachs Manndeckungen bleibt oft nur der Torwart ohne Gegenspieler. Gladbach zwingt ihn zum Mitspielen. Bürki bolzte den Ball jedoch oft nach vorne statt die offenen Räume im Mittelfeld zu suchen. Es dauerte bis zur 41. Minute, ehe er Ilkay Gündogan im Mittelfeld sah – und prompt fiel aus dieser Situation der Führungstreffer. Bürki ist von der Spielstärke her nicht auf einem Niveau mit Manuel Neuer oder Marc-Andre ter Stegen.

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