Iranischer Fußballer nach Torjubel suspendiert

Für eine Handvoll Popo

Iranischer Fußballer nach Torjubel suspendiert

Keine Frage, der Iran ist ein Unrechtsstaat. Doch abgesehen von politischen und ideologischen Wahnsinnigkeiten laufen auch im iranischen Fußball einige Dinge aus dem Ruder. Für das Megaderby zwischen Persepolis und Esteghlal Teheran etwa werden 100.000 Karten verkauft. Dumm nur, dass es keinen Vorverkauf gibt, so dass die Fans bis zu 16 Stunden vor dem Stadion campieren müssen, um eine Karte zu ergattern. Das sollte man in Dortmund, Frankfurt oder München mal ausprobieren. Das Geschrei wäre groß.

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Doch damit nicht genug, denn in iranischen Stadien sind auf den Rängen ausschließlich Männer zugelassen und die müssen auch noch sechs Stunden vor dem Anpfiff ihren Platz eingenommen haben. Wer zu spät kommt, hat keine Chance. Ach ja, beide Klubs werden natürlich vom Staat finanziert. Und wem das nicht als Beispiel für die Schieflage im iranischen Fußball reicht, für den gibt es noch einen obendrauf: Schnurrbart-Legende Ali Daei findet derzeit keinen Trainerjob in der iranischen Liga. Ein Wahnsinn. Doch Obacht, der iranische Fußball hat durchaus auch Vorbild-Charakter.

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Jüngst wurde der Persepolis-Verteidiger Mohammad Nosrati von seinem Verein suspendiert, weil er nach einem Tor auf unmoralische Art und Weise jubelte. Was war geschehen? Nun, Nosrati hatte am Samstag nach einem Treffer seiner Mannschaft gegen Damash Gilan herzhaft den Popo seines Teamkollegen Shey Rezaei getätschtelt.



Und obwohl beide Spieler sich in der Folge öffentlich für ihren wahrlich verwerflichen Akt der Zuneigung entschuldigten (Nosrati: »Ich hatte keine Ahnung, wo meine Hand hinfasste.«) half es alles nichts: Ihr Klub suspendierte sie vorläufig, staatlichen Medien zufolge müssen Nosrati und Rezaei in Zukunft sogar auf 15 Prozent ihres Gehalts verzichten. Die Begründung seitens des Klubs leuchtet ein: »Nosrati hat elf Jahre zur Nationalmannschaft gehört, aber das zählt für uns nicht, wenn es zu einem Bruch sozialer und ethischer Tabus in solch hässlicher Art und Weise kommt«, sagte ein Persepolis-Sprecher in der Folge der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Der sonst so schurkige Iran geht also wenigstens dieses eine Mal als leuchtendes Vorbild voran.

Was ist mit den Kinderlosen, Singles und Frotteuren?

Fortan sollten nämlich auch hierzulande schamlose Torjubler knallhart sanktioniert werden. Kaum zu glauben, was sie da im Überschwang der Gefühle alles anstellen. Das tätscheln des Mitspieler-Popos trauen sich unsere aufgeklärten Edelkicker ja zum Glück schon nicht mehr. Zu groß ist die Angst, am Ende noch als harter Junge mit gleichgeschlechtlichen Interessen da zu stehen. Das wäre ja wirklich superschlimm.

Wahrscheinlich würde die gesamte Bundesliga sofort im Höllenfeuer schmoren, falls das publik werden würde. Warum sonst gehen Fußballer von Philipp Lahm bis Arne Friedrich derzeit sonst so dermaßen in die Ich-bin-nicht-schwul-Offensive? Eben!
Doch auch andere After-Tor-Feierauswüchse verstoßen gegen sämtliche Regeln des guten Geschmacks.

Der Daumennuckler beispielsweise setzt kinderlose Paare erheblich unter Druck. Förmlich am Pranger stehen die Menschen ohne Nachwuchs, wenn ein frisch gebackener Fußballpapa nach seinem Tor beherzt am Schumionkel saugt. Die Blicke des Kneipen-Nebenmanns, der im Überschwang der Euphorie auch gleich die Bilder des kleinen Joel-Etienne präsentiert, brennen dem Gegenüber in den Augen wie vollgeschissene Windeln, wenn er selber nur Schnappschüsse seines Golden Retriever Sammy zeigen kann. Einfach Hundsgemein. Wir fordern deswegen zumindest den Verzicht aufs Kindergeld für all die saugenden Verbrecher und ihre Anhänger.

Oder dieses ständige Umarmen. Einfach unsäglich. Wie sollen sich nur die circa 15 Millionen Singles in diesem Land fühlen, wenn Wochenende für Wochenende auf Deutschlands Fußballplätzen geknuddelt, geherzt, gebusselt wird? Nur ein Verbot kann dieser immens große Bevölkerungsgruppe ein gewisses Dazugehörigkeitsgefühl vermitteln. Wer dennoch öffentlich weiterkuschelt, wird zu drei »Fisch sucht Fahrrad«-Partys plus einem »After Work Club« pro Woche verdonnert. Das öffnet die Augen vor Ausgrenzung von Alleinstehenden.

Noch schlimmer sind nur die Egojubler. Allein ziehen sie ab, winken ihre Mitspieler aus dem Weg, ziehen alle Augen auf sich. »Seht her, ich brauche keinen Körperkontakt«, signalisieren sie. Wie verächtlich muss das auf all die Frotteure hierzulande wirken, die sich nach nichts mehr sehnen, als nach dem kleinen bisschen menschliche Reibung zwischendurch. Dass man diesen Fetisch allenfalls einem kleinen Bevölkerungsanteil zuordnen kann, ist als Ausrede inakzeptabel. Leben wir nicht in einer sozialen Gesellschaft, die jede noch so kleine Minderheit in ihre offenen Arme schließen sollte? Genau, also, weg mit euch Egomanen, zur Strafe müsst ihr fortan 14 Tage lang »Free Hugs« auf dem Trainingsgelände verteilen. Nur so lernt ihr dazu.

Wir brauchen mehr Roboter

Und das ist erst der Anfang, denn wir haben euch alle genau im Auge: euch Säger, Abklatscher, Ohrenschrauber, Diver, Knierutscher, Traineranspringer, Schweigefinger und Emblemküsser. Ihr alle verstoßt ganz sicher gegen irgendein moralisches, ethisches oder soziales Tabu. Und wir werden es finden. Denn wir werden keine Ruhe geben, bis ihr alle irgendwann nach eurem Torerfolg emotionslos und im Gleichschritt wie Roboter zum Anstoß marschiert. Der Iran wäre dann sicher sehr stolz auf uns.

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