»Ich hoffe, er wird bestraft!« – die schönsten Eskapaden von Mario Balotelli
Mein Feind, das Ich
Nun reicht es auch Roberto Mancini. »Er wird nicht mehr für uns spielen«, verkündete der Coach von Manchester City nach dem brutalen Foul seines Stürmers am Wochenende gegen den FC Arsenal. Fouls, Dartpfeile und Autounfälle – die schönsten Eskapaden von Mario Balotelli.
1.
Fototermine sind einfacher, als sie aussehen. Hinsetzten, lächeln, knipsen, fertig. In seiner Zeit bei Inter Mailand probierte es Balotelli einfach mal aus – im Trikot des Erzrivalen AC Mailand. Vielleicht war er sich auch einfach nicht sicher, bei welchem Mailänder Klub er eigentlich angestellt war. Ist aber auch kompliziert. Die beiden Teams spielen im gleichen Stadion und die Trikots (schwarz-blau/ schwarz-rot) unterscheiden sich auch nur in einer Farbe. Die Inter-Fans fanden es nicht lustig und Balotelli blieb bis zu seinem Wechsel nach Manchester das Feindbild Nummer Eins.
2.
Wer träumt nicht davon, einmal als Bruce-Lee oder Jackie Chan den Bösewichten in spektakulärer Kampfkunstmanier eins überzubraten? Balotelli machte sich den Traum war, indem er im Europa-League-Achtelfinale der Saison 2010/2011 gegen Dynamo Kiew seinen Gegenspieler per Kung-Fu-Einlage mit gestreckten Bein in Brustkorbhöhe keine Chance ließ. Genauso wenig wie dem Schiedsrichter, der Balotelli vom Platz stellte. Nationaltrainer Cesare Prandelli, der einen neuen Ethik-Code für das Nationalteam eingeführt hatte, strich Balotelli wegen der Aktion für das nächste Länderspiel gegen Slowenien aus dem Kader.
3.
Der Dart-Sport ist in England ein Massenphänomen und füllt großeHallen. Die Stimmung ist ausgelassener als beim Karneval, der Promillewert der Zuschauer jenseits der Alkoholvergiftung. Wenn dann auch noch die Triple 20 geworfen wird und der Spielansager die »180« aus tiefster Kehle durch den Raum schmettert, gibt es kein Halten mehr. Vielleicht träumte Balotelli im März 2011 genau davon, als er auf dem Trainingsgelände von Manchester City mit Dartpfeilen auf Jugendspieler des Klubs warf. Die »180« ertönte glücklicherweise nicht, denn Balotelli zielte knapp daneben.
4.
Auto fahren zählt nicht zu den Stärken von Mario Balotelli. Vom harmlosen Blechschaden bis zum kompletten Zersägen der Nobelkarossen war bei ihm schon alles bei. Zuletzt musste sein Bentley am vergangenen Gründonnerstag dran glauben. Schön auch diese Story: Polizisten fanden einst nach einem Unfall 5000 Pfund in Balotellis Vehikel und fragten nach dem Grund, warum er denn so viel Knete bei sich hätte. Balotelli antwortete ehrlich: »Weil ich reich bin.«
5.
Die Spielkonsole ist ein beliebtes Objekt der jungen Fußballergeneration. Gedankenlos rumdaddeln und Tricks ausprobieren, die man im wahren Leben niemals hinbekommen würde. Das macht Laune. Zu langweilig für Balotelli. Ein Testspiel in der Sommervorbreitung für die laufende Saison gegen die Los Angeles Galaxy nutzte er, um einen solchen »Move« ganz real auszuprobieren. Alleine auf den Torwart zulaufend, drehte er sich um die eigene Achse und setzte den Ball mit der Hacke am Tor vorbei. Trainer Roberto Mancini wechselt ihn daraufhin sofort aus. Das wäre Balotelli auf der Spielkonsole nicht passiert.
6.
»Super-Mario« kann auch anders. Im Oktober 2011 wurde er in England das Gesicht einer Kampagne zur Warnung für Kinder und Jugendliche beim Umgang mit Feuerwerkskörpern. Eine Aktion, die durchaus zeigte, dass sich der ManCity-Stars selbst auf die Schippe nehmen kann. Wenige Wochen zuvor hatte zwei Löschfahrzeuge einen Brand in seinem Haus löschen müssen, nachdem seine Freunde und er mit Böllern gezündelt hatten.
7.
Nach dem Brand übernächtigte Balotelli erstmal bei Freunden. Sorgen musste er sich um sein Haus während seiner Abwesenheit nicht machen. Die Nachbarschaftshilfe ist in seiner Wohngegend noch intakt und so hatten die Anrainer ein Auge auf Balotellis Heim. Ihnen blieb nicht unbemerkt, dass zwei Männer einen Fernseher aus seiner Villa transportierten und riefen pflichtbewusst die Polizei. Diese konnten die beiden Täter rechtzeitig erwischen. Es war Balotelli selbst, der ein paar Sachen abholen wollte.
8.
Ein Freistoß 25 Meter vor dem Tor. Wie gemalt für Balotellis Zauberfuß. Mitspieler Alexander Kolarov war da anderer Meinung und schnappte sich stattdessen die Pille. Doch an diesem 31. März 2012 im Ligaspiel gegen den FC Sunderland war der Stürmer so versessen auf diesen Freistoß, dass er einen Streit um die Ausführung anzettelte. Selbst der Schiedsrichter konnte die skurrile Darbietung nicht recht glauben. Sein Trainer Roberto Mancini wollte bei seinem Problemspieler weiterhin auf Gespräche setzen, allerdings dosiert:» Ich spreche nicht jeden Tag mit ihm, denn dann bräuchte ich einen Psychiater.«



