HSV- VfB Stuttgart in der 11FREUNDE-Spielanalyse

Das Pressing-Spektakel

Der Hamburger SV und der VfB Stuttgart beweisen im direkten Duell, dass ihre Formkurve stark nach oben zeigt. Wieso sie nach dem misslungenen Saisonstart nun besser spielen, erklärt die 11FREUNDE-Taktikanalyse.

imago

Noch vor wenigen Wochen wäre die Partie zwischen dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart ein waschechtes Kellerduell gewesen. Doch nachdem beide Klubs vor wenigen Wochen ihre Trainer entließen, zeigte ihre Formkurve nach oben. So durfte das Publikum im Volksparkstadion am Sonntag eine niveauvolle Partie bewundern, die 3:3 endete.

Ein Grund für die ansteigende Form beider Teams sind die klaren taktischen Konzepte, die beide Trainer vertreten: Sowohl Bert van Marvijk als auch Thomas Schneider verzichten auf taktische Wechselspielchen und setzen auf ein klares, kompaktes Spielsystem. Beide Trainer schicken ihre Spieler in einem soliden 4-2-3-1 auf das Feld. Auch defensiv agieren die beiden Mannschaften recht ähnlich: Beide setzen auf ein 4-4-2-Pressing, wobei die eigene Viererkette weit vorschiebt und damit den Raum im Mittelfeld verengt.

Stuttgart bis zur Pause mit leichten Vorteilen

Im direkten Duell zweier ähnlicher Systeme hatte Stuttgart den besseren Start. Die Schwaben setzten vor allem auf Angriffe über die linke Seite: Linksaußen Ibrahima Traore spielte etwas tiefer als sein Konterpart Martin Harnik, der oftmals diagonal in Richtung Tor startete.

Im Zusammenspiel mit dem vorstoßenden Linksverteidiger Arthur Boka und dem umtriebigen Alexandru Maxim erspielte sich Stuttgart einige Chancen über die linke Seite. Allein Traore flankte siebenmal in den gegnerischen Strafraum. Schuld daran war auch Heiko Westermann. Der Hamburger Linksverteidiger postierte sich einige Male zu zentral, sodass Traore zu viel Zeit zum Flanken bekam. Stuttgart leitete alle drei Treffer über die linke Seite ein. Bereits in der dritten Minute kombinierten sie das erste Mal von der linken Seite in den Strafraum und trafen das Tor.



(Bildquelle: Spielverlagerung.de)

Der HSV brauchte ein paar Minuten, um ins Spiel zu finden. Nach und nach funktionierte ihr Pressing besser: Van der Vaart und Lasogga störten sehr früh, der restliche Hamburger Verbund rückte nach. Stuttgart sah sich besonders in der Mitte der ersten Halbzeit hohem Druck ausgesetzt. Dementsprechend erzielten die Hamburger ihren ersten Treffer nach einer Pressingsituation: Calhanoglu gewann den Ball gegen Kvist und leitete damit den Ausgleich ein (22.).

Das hohe Pressing konnte der HSV jedoch nicht die gesamten 45 Minuten aufrechterhalten. Die Stuttgarter schafften es im Laufe der ersten Halbzeit immer besser, die erste Hamburger Pressinglinie zu umspielen. Die Sechser William Kvist und Christian Gentner kippten dazu nach hinten ab und schafften zusammen mit den Innenverteidigern eine Überzahl gegen die zwei Hamburger Angreifer. Nachdem Stuttgart per Freistoß das 2:1 erzielte (37.), konnten sie bis zur Halbzeitpause Ball und Gegner laufen lassen.

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