HSV-Freiburg in der Spielanalyse

Das van-der-Vaart-Dilemma

Lag es an Sylvie? An Sabia? Oder doch an einer weiteren taktischen Meisterleistung des SC Freiburg? Wir erklären die 0:1-Niederlage des Hamburger SV gegen das Überraschungsteam aus dem Breisgau.

Christian Streich schickte seine Elf im gewohnten 4-4-2 mit den gelernten Mittelfeldspielern Kruse und Rosenthal im Sturm – die sogenannten schwimmenden Neuneinhalber – in die Partie. Thorsten Fink spiegelte das System der Freiburger und agierte ebenfalls im flachen 4-4-2, obwohl die Hamburger dieses System so gut wie nie spielen. Es entstanden viele klare Zuordnungen auf dem Feld, womit die dynamischen Pressingwunder aus Freiburg jedoch deutlich besser zurechtkamen.

Im Vergleich zum Debakel von München stand Hamburg bei geregeltem Spielaufbau der Freiburger recht sicher und war auch aggressiv am Mann.
Problematisch wurde es bei den Gastgebern eigentlich erst bei eigenem Ballbesitz. Milan Badelj, aktuell zwar wie viele HSV-Akteure im Formtief, sonst aber zentraler Aufbauspieler der Hamburger, saß nur auf der Bank. Die Folge war, dass Westermann und Mancienne zu viel Verantwortung im Spielaufbau übernehmen mussten. Mancienne ist nicht der ambitionierteste Passspieler – 22 seiner 61 erfolgreichen Pässe spielte er auf Torwart Rene Adler – und Westermann wurde immer wieder die gleiche Falle gestellt.

Kruse und Rosenthal liefen die Hamburger im Spielaufbau immer wieder so an, dass Westermann das Spiel nicht verlagern konnte. Die Freiburger ließen ihm absichtlich den Weg nach vorne frei und liefen ihn dann von der Seite an. Westermann, der als Rechtsfuß mangels Alternativen trotzdem auf der linken Innenverteidigerposition spielen muss, wurde so permanent zu Pässen mit seinem schwachen Fuß gezwungen.

Wollte er also nicht zurück zu Adler spielen, blieb ihm in der Regel nur der lange Ball die Linie entlang. Dort rückte Jansen wie gewohnt schon früh in der Angriffsphase sehr weit auf. Folge: Westermann spielte viele hohe und weite Pässe mit dem schwachen Fuß – nicht gerade erfolgsversprechend.

Westermann brachte immerhin zwei Drittel seiner Pässe an den Mann. Bezeichnend war jedoch, dass nur zwei seiner angekommenen Pässe in der gegnerischen Hälfte nicht auf die linke Seite gingen. Grund dafür war, dass Rafael van der Vaart und Arslan im Zentrum weit von Ginter und Schuster verfolgt wurden. Häufig sah man Rafael van der Vaart weit in die eigene Spielhälfte zurückeilen, um sich dort die Bälle abzuholen.

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