Honduras gegen Costa Rica

Duell im Hochsicherheitstrakt

Ausgangssperren, Straßenschlachten: Honduras kommt seit dem Staatsstreich Ende Juni nicht zur Ruhe. In dieser angespannten Atmosphäre findet nun das brisante WM-Qualifikationsspiel gegen Costa Rica statt.  Honduras gegen Costa Rica Beide Mannschaften liegen aussichtsreich im Rennen und dürfen sich Hoffnung auf einen der ersten drei Plätze machen, die zur direkten Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika berechtigen. Doch nicht nur wegen der sportlichen Brisanz richtet ganz Mittelamerika den Blick auf die Partie. Der costa-ricanische Präsident Oscar Arias hat jedenfalls schon einmal einen flammenden Appell an die beiden Nationen gerichtet: »Man sollte nicht den Fußball mit den bedauernswerten Geschehnissen in Honduras vermischen.«

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Arias ist als Friedensnobelpreisträger mit der Vermittlerrolle in der Krise in Honduras beauftragt, die je nach politischem Standpunkt als Militärputsch oder als Wiederherstellung der verfassungsrechtlichen Ordnung betrachtet wird. Honduranische Soldaten hatten im Morgengrauen des 28. Juni den damals noch amtierenden Präsidenten Manuel Zelaya im Schlafanzug aus dem Haus geholt und nach Costa Rica abgeschoben. Seitdem sind bereits zwei Rückkehr-Versuche Zelayas, einmal mit einem Flugzeug, einmal zu Fuß, spektakulär gescheitert.

Erst vor kurzem eskalierte die Gewalt in den Stadien des Landes: In der nationalen Meisterschaft gab es bei Zusammenstößen zwischen Fans der Klubs Olimpia und Montagua zwei Todesopfer und viele Verletzte.

Nicht wenige politische Beobachter rechnen damit, dass gewaltbereite Zelaya-Anhänger die Partie nutzen könnten, um für eine Rückkehr ihres Präsidenten zu demonstrieren. Eine Konfontration mit den teilweise brutal vorgehenden Sicherheitskräften könnte dramatische Konsequenzen haben. Deswegen hat die honduranische Regierung die Zone um das Stadion Olimpico Metropolitano in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt. Polizei und Armee sollen dafür sorgen, dass es vor, während und nach dem Spiel ruhig bleibt.

Aus den politischen Turbulenzen halten sich die Spieler des Gastgebers heraus. »Das Einzige, was wir tun können, ist mit einem Sieg die Situation ein wenig zu beruhigen. Aber ich bin Fußballer und möchte mich aus der Politik heraushalten«, sagte Torjäger Julio Cesar »Rambo« de Leon vom italianischen Serie-A-Klub AC Parma.

Auch ohne die politischen Umstände ist die mit 35.000 heißblütigen Zuschauern ausverkaufte Arena in San Pedro Sula ein Hexenkessel: Davon kann Sven-Göran Eriksson ein Lied singen. Der schwedische Coach unterlag vor fünf Monaten in der laufenden Qualifikationsrunde mit der mexikanischen Nationalmannschaft an gleicher Stätte mit 1:3 und musste anschließend seinen Hut nehmen. 

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