06.06.2013

Hollands Luuk de Jong will sich bei der U-21-EM beweisen

Im Strafraum eine Waffe

Luuk de Jong gilt als einer der Stars bei der U21-Europameisterschaft in Israel. Nach einer durchwachsenen Debüt-Saison in der Bundesliga will der Gladbacher seine Qualität nun in der Elftal unter Beweis stellen.

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Es ist nun knapp ein Jahr her, dass Luuk de Jong erstmals die Katakomben im Mönchengladbacher Borussia Park betrat, um sich auf einer Pressekonferenz den Medienvertretern zu präsentieren. Es war der Transfer, der nicht nur Sportdirektor Max Eberl, sondern auch ganz Gladbach wochenlang in Atem hielt. Dementsprechend groß waren Blitzlichtgewitter und Empfangskomittee. Umso kontrastreicher fiel dagegen das Auftreten des damals erst 21-jährigen Niederländers aus. Obwohl er die Borussia die Rekordsumme von geschätzten zwölf Millionen Euro gekostet haben soll, wirkte sein Auftreten ganz und gar nicht wie das eines heiß begehrten Superstars, den sämtliche europäische Top-Klubs auf ihrem Einkaufszettel stehen hatten. Auf selbstbewusste Ansagen eines Stürmers, der in der vergangenen Spielzeit noch für Twente Enschede 25 Tore in 31 Spielen erzielt hatte, warteten die Journalisten vergebens. Vielmehr zeigte er sich etwas peinlich berührt über das große Interesse an seiner Person.  

»Im Strafraum fallen die Tore«

Dass es bei seiner ersten Spielzeit in der Bundesliga nur zu sechs Treffern reichte, war jedoch weniger dem mangelnden Selbstbewusstsein geschuldet, sondern der äußerst defensiven Grundausrichtung der Borussia und einer längeren Verletzungspause. »Im Strafraum fallen die Tore«, sagte er, als er auf die geringe Torausbeute in der abgelaufenen Saison angesprochen wurde. Und dort war seine Mannschaft nur äußerst selten zu finden.

Was wie eine abgedroschene Phrase klingt, beschreibt gleichzeitig die große Qualität des inzwischen 22-Jährigen. De Jong verkörpert den Prototyp eines Stürmers, der im traditionell niederländischen 4-3-3-Systems groß geworden ist. Gelingt es seiner Mannschaft den technisch versierten Angreifer, der ebenfalls über ein hervorragendes Kopfballspiel verfügt, im Strafraum in Szene zu setzen, herrscht für den Gegner höchste Alarmbereitschaft. 

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Er ist allerdings auch selbstkritisch genug, um sich eigene Unzulänglichkeiten einzugestehen. So hatte er vor allem zu Saisonbeginn mit der Defensivarbeit zu kämpfen, die ihm sein neuer Trainer Lucien Favre abverlangte. De Jong war dadurch noch weniger im Strafraum zu finden und konnte dadurch auch dementsprechend weniger glänzen. Doch er ist keine Sturm-Diva der Kategorie Balotelli, die sich bereits in jungen Jahren als formvollendet betrachtet. Eine Eigenschaft, die ihm wohl auch seine Eltern vorgelebt haben dürften. Beide waren zwei überaus erfolgreiche Leistungssportler, die im schweizerischen Aigle ihren Lebensunterhalt mit Volleyball verdienten. Dort kamen auch Luuk und sein nur ein Jahr älterer Bruder Siem zur Welt. Erst im Alter von fünf beziehungsweise sechs Jahren zogen die de Jong Brüder in die Heimat ihrer Eltern.

 
 
 
 
 
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