Hier kommt der erste crowdfinanzierte Fußball-Profi!

#footballrevolution

Der griechische U19-Nationalspieler Panagiotis Kynigopoulos ist der allererste crowdfinanzierte Fußballer überhaupt. 516 Kleinanleger haben Geld investiert – um an ihm zu verdienen.

Marc Jahnen
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Im Winter 1988/89 hatten die Toten Hosen eine revolutionäre Idee. Sie behielten auf ihrer Tournee eine Mark von jedem Besucher ein, um ihrem Lieblingsverein einen Spieler zu schenken. Dank der Zwangsabgabe gelangte der 20-jährige Oliver Gensch von Bayern München zu Fortuna Düsseldorf. Damals sprach man in der Fanszene von einer kreativen Soli-Aktion.

235.506 Euro in sechs Wochen

Heute würde man ein solches Projekt Crowdfunding nennen. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Prinzip im Profifußball ankam. In diesem Sommer ist die erste Kampagne über die Bühne gegangen, zwischen Griechenland und Belgien. Und mehr als 500 Kleinanleger machten mit, ganz freiwillig. Die deutsch-schweizerische Online-Plattform kickrs.net ermöglichte die Überweisung, auch kleinere Summen waren willkommen. In sechs Wochen kamen 235.506 Euro zusammen, um Panagiotis Kynigopoulos zu Sint-Truiden V.V. zu lotsen. Die verwendeten Hashtags: #footballrevolution und #teamkyn.



Sechs Monate später sitzt Kyn, wie ihn alle rufen, im Grand Café in Sint-Truiden, einer Kleinstadt mit 40 000 Einwohnern. Er lernt jetzt Flämisch in der Schule, fährt mit dem Fahrrad zum Training und hat verstanden, wie man auf Kunstrasen spielt. Der Schuhverbrauch ist zwar etwas höher als auf den holprigen Naturplätzen in der Heimat, aber die Pässe kommen verlässlicher an. Die englische Tageszeitung »The Times« schrieb nach seinem Wechsel nach Belgien: »Kyn could become one of the most significant transfers of the year.« Der schnelle Stürmer ist das, was Experten einen Matchchanger nennen – und solche Kicker werden überall gesucht.

Der kickrs-Gründer jettet durch halb Europa

Kyn ist übrigens nicht alleine zum Termin erschienen, auf ihn warten bereits: sein griechischer Spielerberater aus Deutschland, sein griechischer Betreuer in Belgien und Dr. Daniel Hildebrand, einer der Gründer von kickrs.net. Was für ein Trubel im beschaulichen Sint-Truiden, so etwas gibt es hier auch nicht alle Tage. Hildebrand, ein studierter Jurist im Hermelin-Mantel, ist eigens aus München über Düsseldorf angereist. Er jettet gerade auf Partnersuche durch halb Europa. Eine Woche vorher war er bei Rot-Weiss Essen, um die erste Crowdfunding-Aktion auf deutschem Boden zu verkünden.

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