Heute vor 10 Jahren: Bayern gewinnt die Champions League

Es kahn nur einen geben

Am 23. Mai 2001 triumphierte der FC Bayern München im Finale der Champions League. Der Sieg von San Siro machte das Drama von Nou Camp vergessen – zumindest ein wenig. Wir erinnern in einer Bilderstrecke an die Fäuste von Oliver Kahn. Heute vor 10 Jahren: Bayern gewinnt die Champions League

Nou Camp 1999 war das Trauma. In jener Europapokalnacht von Barcelona wurde dem FC Bayern alles genommen. Glaube, Kraft, Weltbild. 102 Sekunden, die den Rekordmeister nicht zweifeln, sondern verzweifeln ließen, 102 Sekunden, die eine Wunde rissen, so klaffend, so tief, so existenziell, dass keine deutsche Meisterschaft und kein deutscher Pokalsieg sie hätte heilen können. Heilen konnte, wie sich das eben ausnimmt bei der Traumabewältigung, allein die Konfrontation mit dem Trauma selbst. Ein weiteres Finale musste her, unbedingt.

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So geriet die bajuwarische Saison in der Champions League 2000/01 zur Katharsis eines ganzen Vereins, die von großen Heilungsschüben (Viertelfinalsieg über Manchester United) und kleineren Rückfällen (0:3 gegen Olympique Lyon in der Gruppenphase) begleitet wurde. Franz Beckenbauer Wutrede nach der Pleite gegen die Franzosen kam einem eindringlichen Weckruf gleich, man solle jetzt, da man sich auf dem Weg der Besserung befindet, nicht noch alles wegschmeißen. Der Appell zeigte Wirkung, aber über eine endgültige Gesundung musste der 23. Mai 2001 entscheiden.

Der grüne Rasen von San Siro als Psychiatercouch, 74.500 im Stadion und sehr viel an den TV-Geräten, kurz: eine Therapieeinheit als öffentliches Spektakel. Ottmar Hitzfeld sagte: »Ich habe nie damit gerechnet, schon nach zwei Jahren die Chance dazu zu bekommen, die Scharte von Barcelona auszuwetzen.« Der General war nervös, aber auch optimistisch. Hatte die Mannschaft nicht einige Tage vorher in einem unglaublichen Finale dem FC Schalke 04 die Schale aus der Hand gerissen? Hatte sie nicht mit Bixente Lizarazu, Patrik Andersson und Giovane Élber Typen, die vor zwei Jahren vermisst wurden? Hatte sie nicht die Großen sowieso schon ausgeschaltet und jetzt nur noch einen Underdog vor der Brust?

Viel sprach für die Bayern. Trotzdem oder gerade deshalb war die Fallhöhe in Mailand unwahrscheinlich hoch. Man konnte mit einem Sieg die Schrecken der Vergangenheit endlich tilgen – oder sich mit einer Niederlage unrettbar zerstören. Eine zweite »Mutter aller Niederlagen« hätte wohl auch das Mia-san-Mia nicht verwunden, jedenfalls nicht auf absehbare Zeit.

Das Finale von Mailand gibt es in der 11FREUNDE-Bildergalerie!

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