03.02.2014

Hertha und der 60-Millionen-Deal

Flüssig für die Zukunft

Ein 60-Millionen-Deal mit einem Finanzinvestor bietet dem Berliner Bundesligisten Hertha BSC eine neue, solide Geschäftsgrundlage – Tore aber schießt sie noch lange nicht.

Text:
Michael Rosentritt
Bild:
imago

Mal angenommen, Herthas-Finanzchef Ingo Schiller, würde sich am Montag einen Kontoauszug des Berliner Fußballunternehmens ziehen, dann würde er dort kein dickes Minus mehr sehen, sondern ein hübsches Sümmchen auf der Habenseite. Natürlich wird Schiller das nicht machen, diese Form der Vergewisserung hat der 48 Jahre alte Betriebswirt nicht nötig. Die gut 60 Millionen Euro sind bereits geflossen. Zu sorgsam und zu intensiv ist an diesem Deal mit dem Finanzunternehmen Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) gebastelt worden.

Nun sei die Arbeitslast von ihm abgefallen; einmal kurz angestoßen im Kreise der engsten Mitarbeiter – das war es auch schon. Am Sonntag wird Schiller im Olympiastadion sitzen und der Mannschaft die Daumen gegen Nürnberg drücken. Darum geht es ja eigentlich.

»Wir haben den idealen Partner gefunden«

Doch die Geschäftsgrundlage hat sich dramatisch verändert. Vorboten der Partnerschaft reichen gut zwei Jahre zurück. Zusammen mit der Schweizer Investmentfirma IM1872 sei Hertha in steten Überlegungen gewesen, wie und was man zusammen auf die Beine stellen könne. Nach Herthas Wiederaufstieg in die Bundesliga im vergangenen Jahr sei die Arbeit noch einmal intensiviert worden, erzählt Schiller. Schließlich stellte die Investmentfirma IM1872, die ihren Fokus auf dem europäischen Sportsektor hat, den entscheidenden Kontakt zu KKR her. »Wir haben den idealen Partner gefunden«, sagt Schiller. Hertha setzte hierbei vor allem auf Nachhaltigkeit.

Die Laufzeit der strategischen Partnerschaft ist auf sieben Jahre fixiert worden. Und Planungssicherheit ist gerade auch im schnelllebigen Fußballgeschäft ein hohes Gut. Neben dem Kapitalzufluss verspricht sich Hertha, vom Know-how und dem internationalen Netzwerk der weltweit agierenden Amerikaner profitieren zu können. Vielleicht lässt sich das eine oder andere Unternehmen für ein künftiges Sponsoring interessieren. Der Investor selbst setzt in erster Linie auf einen Wertzuwachs des Fußballunternehmens. Vor allem sieht KKR »ein deutliches Potenzial darin, den Verein national und international stärker zu etablieren«, wie KKR-Europachef Johannes Huth sagt. Für sein Unternehmen zieht wohl insbesondere das Berlin-Moment an Hertha und die wachsende internationale Wahrnehmung der Bundesliga durch das deutsche Champions-League-Finale.

 
 
 
 
 
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