Helden der Unterklasse (49)

Der Star ist der Traktor

In Garching scheitern Wechsel an Weißbier. In Passau brennt der Ball. Und in Fürstenwalde ist im wahrsten Sinn des Wortes fast alles Schrott. Auch in dieser Woche wieder ein Räumkommando der Liebe: Der Amateurfußball.

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Die Fair-Play-Trophäe in schluchzend Gold..
..geht in dieser Woche an die Jungs von Türkiyemspor Mönchengladbach. Die stecken in der Kreisliga B Mönchengladbach/Viersen zwar in gehörigen Abstiegsnöten. Doch das ist noch lange kein Grund, die Selbstachtung zu verlieren. Mit 4:5 (!) lag die Truppe bei der zweiten Mannschaft des Polizei SV Mönchengladbach zurück, ehe inmitten der Nachspielzeit die Zeitschaltuhr der örtlichen Flutlichtanlage Feierband machte und einen Spielabbruch erzwang.

So bat Schiedsrichter Maximilian Trinenberg in die Kabinen, obgleich er fest entschlossen gewesen war, die Partie keine zehn Sekunden mehr laufen zu lassen. Und zunächst erkannten die Gäste von Türkiyemspor genau darin ihre Chance. Denn wenn in 90 Minuten neun Tore fallen, warum dann nicht in zehn Sekunden auch der Ausgleich, so die kühne Motivation. Doch als sich der Schleier der Aufregung gelichtet hatte, der Staffelleiter den Klub angesichts der Umstände um eine erneute Einschätzung der Lage bat, hatten die Gäste zu ihrem Sportlerherzen gefunden und stimmten der Wertung zu. Hach.

Die Sau rauslassen
Warum auf zerlumpte Rasenplätze in Florida ausweichen, so wie der FC Schalke? Warum öffentliche Kritik auf sich ziehen, wie der FC Bayern in Katar? Dachte man sich in Bühren und tat das einzig Richtige:


Screenshot von und vielen Dank an Leser Oliver Hermes

Weißbier kontra Wechsel
Man muss sich Dennis Niebauer als glücklichen Menschen vorstellen. Da knipst der gelernte Mittelfeldspieler, da er in dieser Saison zum Stürmer umfunktioniert wurde, mal eben 17 Buden in seinen 21 Saison-Spielen und sich selbst damit an die Spitze der Torjägerliste in der Bayernliga Süd. Weshalb ihn in der Winterpause höherklassige Teams umschwärmten wie Motten das Licht. Doch Niebauer zuckte ob der Verlockungen wie ein Blinder bei der Backpfeifen-Weltmeisterschaft — überhaupt nicht. 

Denn es gefällt ihm in Garching, bei seinen Jungs. Und irgendwie wäre es auch ganz praktisch, während seines noch laufenden Studiums einen sicheren Heimathafen zu haben. Aber am wichtigsten, so scheint es, ist etwas anderes. Denn Niebauer schielt auf die Torjäger-Krone. Warum, wird schnell klar, wenn man den dafür ausgelobten Preis betrachtet: 15 Kästen Weißbier. Dass das doch eine »rauschendes Kabinenfest« gäbe, befindet der Knipser Niebauer gegenüber dem Münchner Merkur. Wechsel also ausgeschlossen. Ist eben alles eine Frage des richtigen Ansporns.

Fürstenwalder Schrott
In Sachen Metall-Arbeiten hat man bei Union Fürstenwalde einen eher rostigen Daumen. Vor gut einem Jahr kaufte man bei Union Berlin die außer Dienst gegangenen Stahlträger der »Alten Försterei« auf. Zu einem »Schrottpreis«, wie Fürstenwaldes Manager Sven Baethke seinerzeit stolz prustete. Inzwischen stellte sich heraus: Die Dachträger sind tatsächlich Schrott. Und unbrauchbar.

Und auch auf dem Rasen bricht auseinander, was zusammengehört. So wie beim Landesliga-Spiel der zweiten Mannschaft gegen den Storkower SC. Der Endstand von 1:3 war bereits hergestellt, als sich in der 72. Spielminute Pfosten und Latte eines Tores voneinander lösten. Und während die Gastgeber weder Zugang zu ihren Werkstatträumen hatten, noch einen Verantwortlichen fanden, der sich der Sache hätte annehmen können, griffen die Gäste in ihren Allzweck-Medizin-Koffer und verarzteten den offenen Bruch mit reichlich Sanitätsband, wie fupa.net berichtet. Nach 25 Minuten konnte das Spiel schließlich zu Ende gebracht werden. Selten war ein Auswärtssieg verdienter.


Foto: Screenshot fupa.net

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