Helden der Unterklasse (18)

Was du am Wochenende alles verpasst hast

Warum sie in Schwabmünchen den Platz saugen, in Herne keine Fans mehr sehen wollen und in Haltern an ihren Flutlichtmasten rütteln.

Andreas Schmid

Trainer weg, Tor kaputt
Die »Schlagzeile der Woche« kommt aus der Bezirksliga Schwarzwald. Wir danken unserem Leser Michael Weisser für dieses Foto und stellen sogleich klar: Der Trainer der SV Buchenberg hieß nicht Baum — musste aber trotzdem gehen. Wir klären auf.

Sein Name klang nach großer weiter Fußballwelt, nach bunter Fantasie und taktischer Finesse. Dennoch musste Graziani Mercuri seinen Hut nehmen. Denn der Alltag war so gar nicht Mercuri. Nur ein Punkt aus den letzten fünf Spielen waren gleichbedeutend mit dem letzten Tabellenplatz. Und als ob es das Schicksal nicht schon schlimm genug meinte mit den Buchenbergern, schickte es auch noch Orkan Niklas vorbei, den heimischen Sportplatz zu verwüsten. 

Und so sah sich der Verein gezwungen, sein Heimspiel gegen den FC Dauchingen im benachbarten Tennenbronn auszutragen. Ohne Erfolg. 0:3 hieß es am Ende. Der Abstand zum Nichtabstiegsplatz beträgt vier Punkte. Und irgendwo im beschaulichen Schwarzwald sitzt ein Trainer namens Mercuri, schaut in den Himmel und wütet gegen den Fußballgott: Graziani für nichts.




Liebe Fans, bitte bleibt weg
Es läuft nicht bei Westfalia Herne. Zwar hat der Traditionsklub sein letztes Heimspiel mit 2:0 gegen SuS Stadtlohn gewonnen und bei fünf Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz immerhin zwei Spiele weniger als die direkte Konkurrenz. Doch insgesamt steht es bescheiden um den westdeutschen Meister von 1959. 

Da passt es ins Bild, dass der Pressesprecher des Oberligisten die Fans ins Gebet nimmt, das kommende Top-Spiel beim Tabellenzweiten Rot Weiss Ahlen sausen zu lassen. Der Grund dafür ist so einfach wie traurig: »Wir wollen keine zusätzliche Zündschnur legen, die Sicherheit ist einfach nicht gewährleistet. Wir waren an den Ausschreitungen bei den letzten Begegnungen sicherlich nicht unschuldig, und das hat den Verein viel Geld gekostet, deswegen bitten wir, dass ihr von der Fahrt nach Ahlen abseht.«

Immerhin bietet der Verein seinen Anhängern eine passende Alternative — das Spiel soll live übertragen werden. »Die Übertragung ist sicherlich nicht auf Sky-Niveau, aber die Qualität ist ganz gut«, heißt es dazu aus dem Umfeld des Vereins. Wir sind gespannt.

Mit Fortuna im Bunde 
Jaja, die Dritte Liga hat mit Amateuren nichts zu tun. Aber trotzdem: Schöne Geste von Fortuna Köln! Für das Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart verteilte der Verein 900 Freikarten an Flüchtlinge. »Der Fußball hat eine integrative Kraft, weil sich Menschen über den Sport austauschen und gemeinsam mit einem Verein sympathisieren. Das möchten wir nutzen, um gemeinsam mit den Fortuna-Fans die Flüchtlinge ins gesellschaftliche Leben der Stadt Köln mit einzubinden«, sagte Fortuna-Geschäftsführer Michael Schwetje. Eine Aktion ganz unserem Geschmack und mit Vorbild-Charakter für alle Ligen und Vereine des Landes.

Doch Fortuna kümmert sich nicht nur um Menschen in Not, sondern auch um bedrohte Tiere. So sucht der umtriebige Verein ein neues Maskottchen. Zur Auswahl stehen ein Panda, ein Gepard und ein Nashorn. Und das nicht etwa, weil man die strategischen Geschicke des Vereins in die Hände der Krabbelgruppe gibt, sondern in Kooperation mit dem Kölner Zoo. 

Denn die drei zur Auswahl stehenden Tierarten sind allesamt vom Aussterben bedroht, die Fortuna wird für den Gewinner der Abstimmung die Patenschaft übernehmen. Was mit den beiden Verlieren geschieht? Nun ja. Am Ende heißt es im Fußball wie in der Tierwelt eben doch und bei aller Liebe — Fressen oder gefressen werden.


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