Hamburgs Niederlage beim FC Bayern

Ein ganz normales 0:8

Der HSV muss nach seiner höchsten Niederlage der Bundesligageschichte tapfer allen Hohn und Spott ertragen. Dabei ist er auch Opfer eines aus den Fugen geratenen Wettbewerbs.

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Brav hat sich der Hamburger SV seit der historischen 0:8-Niederlage der öffentlichen Selbstgeißelung hingegeben und an den Schandpfahl gestellt. Zum Schweigen verdonnert hatten die Spieler am Samstag die Arena in München komplett belämmert verlassen. Am nächsten Morgen mussten die »Versager« (»Bild«) eine halbstündige Gardinenpredigt ihres Trainers über sich ergehen lassen, während im Netz schon der Verspottungswettbewerb lief, mit »After Eight« als neuem Trikotsponsor und so.

Ähnlich wird es in der Woche nach der höchsten Niederlage der Bundesligageschichte weitergehen, bis die Mannschaft dann gegen Gladbach in ein Stadion einläuft, wo die Fahnen der Fans aus Protest umgekehrt an den Zäunen hängen.

Zinnbauer hätte Marcos früher erlösen müssen

Die Kommentatoren haben derweil die Hybris des Klubs gegeißelt, der sich nach zwei glücklichen Siegen in Folge zu viel Chuzpe leistete. Der unerfahrene Trainer Joe Zinnbauer wollte es bei den Bayern mit mutiger Vorwärtsverteidigung versuchen, und am Ende klappte nicht einmal mehr die Rückwärtsverteidigung.

Man kann ihm zudem vorwerfen, dass er zu lange Rafael van der Vaart spielen ließ und keinen Defensivrackerer brachte. Und sicherlich hätte er viel früher den Youngster Marcos erlösen oder ihm in seinen aussichtslosen Bemühungen gegen Arjen Robben zumindest eine Dauerhilfe an die Seite stellen müssen. Kein Wunder, dass Zinnbauer sagte, er werde dieses Spiel in seinem ganzen Leben nicht vergessen.

Der HSV ergab sich nicht wehrlos

Doch es gibt noch eine andere Wahrheit des Debakels, die aber kein Hamburger aussprechen darf, weil sie nun geduldig ihre Eselsmützen tragen müssen. Oder wenn, nur verklausuliert. »In solchen Situation wird sich dann immer gegenseitig zerpflückt, das wollen wir nicht tun«, sagte Vorstandschef Didi Beiersdorfer.

Das stimmt auch deshalb, weil die Behauptung, dass sie sich wehrlos dem Gegner ergeben hatten, schlichtweg falsch ist. Ihr Debakel für die Geschichtsbücher hatte nämlich auch eine ganze Menge mit dem Gegner zu tun. Oder um es anders zu sagen: Der HSV mochte einen sehr schlechten Tag erwischt haben, aber die Bayern aber auch einen sehr guten.

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