24.02.2014

Hamburg-BVB in der Spielanalyse

Der richtige Riecher

Nicht einmal eine Woche brauchte Mirko Slomka, um dem Hamburger SV seinen Stempel aufzudrücken. Die 11Freunde Taktikanalyse erklärt, warum der Hamburger Sieg über Borussia Dortmund klar die Handschrift von Slomka trug.

Text:
Tobias Escher
Bild:
imago

Vor einer Woche war der Hamburger SV noch am Boden. Bert van Marwijk musste nach einer 2:4-Schlappe gegen Braunschweig gehen. Mirko Slomka kam. Nur wenige Anhänger werden zu träumen gewagt haben, dass schon nach einer Woche die Handschrift des neuen Trainers klar zu erkennen ist –  gegen Borussia Dortmund zeigte der HSV typischen Slomka-Fußball.

Slomkas Handschrift, defensiv wie offensiv

So setzte der HSV gegen den Ball auf ein 4-4-2-System mit zwei engen Ketten. Die Hamburger fokussierten sich auf schnelle Konter. In Umschaltmomenten ließ sich Stürmer Hakan Calhanoglu fallen, um als »umschaltende Neun« im Zehnerraum zu agieren – eine Rolle, die bei Hannover lange Zeit Jan Schlaudraff übernahm.

Im Spielaufbau setzten die Hamburger ebenfalls auf ein typisches Slomka-Mittel. Mit vertikalen Pässen schickten die Verteidiger die Außenstürmer die Flügel entlang. 75% der Hamburger Angriffe liefen über die Seiten. Besonders auf der linken Seite schickten die Verteidiger immer wieder Petr Jiracek nach vorne. Die Dortmunder hatten ihre Schwierigkeiten mit den Flügelattacken und bekamen nur wenig Zugriff auf den HSV. So fiel das Führungstor durch Jiracek nach einer Flanke (42.).

Gegen den Ball agierte Slomkas Elf sehr kompakt. Die Mittelfeldreihe stand eng, sodass der HSV das Zentrum gut schließen konnte. Mit einem körperbetonten Pressing attackierten die Hamburger ihren Gegner rund um die Mittellinie. Damit konnten sie die Spielfeldmitte überraschend gut dominieren. Kevin Großkreutz' konnte nie Gefahr verursachen, wenn er von der linken Seite ins Zentrum einrückte, und auch Henryk Mkhitaryan wurde in seinen Kreisen eingeschränkt.

 
 
 
 
 
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