Guillermo Cóppola, Manager und Seelenpartner von Diego Maradona

Stellvertreter Gottes

Guillermo Cóppola war zwanzig Jahre lang Manager und bester Freund von Diego Maradona. An der Seite des Mannes, den sie in Argentinien auch einfach »Gott« nennen, lebte er selbst wie einer – und musste auch schon mal eindeutige Angebote von Elton John ablehnen.

Es grenzt eigentlich an ein Wunder, dass Hollywood bis heute nicht an die Tür von Guillermo Estéban Cóppola geklopft hat, um sein Leben zu verfilmen. Keine Frage, man könnte zweifellos ein erstklassiges Melodram aus seiner Vita spinnen, in dem berauschende Hochs und erschütternde Tiefs sich in einem Takt abwechselten, der wohl selbst gut konditionierte Regisseure vollkommen außer Atem bringen würde. Ein kometenhafter Aufstieg, eine Freundschaft für die Ewigkeit, Verzicht, Verlust, Verrat, Cóppola hat all das erlebt. Noch heute nennen sie ihn ehrfurchtsvoll den »Stellvertreter Gottes«, zwanzig Jahre verbrachte er als Manager an der Seite des Mannes, der in Argentinien bis heute wie ein Heiliger verehrt wird: Diego Armando Maradona, der »Goldjunge«.

Jung, gutaussehend, ein Playboy

Gegen Ende der Siebziger Jahre ist Cóppola ein aufstrebender Bankangestellter in Buenos Aires, jung, charismatisch, gutaussehend, ein Playboy, der sich dank seiner Verführungskünste in den Etablissements der Stadt schon bald einen gewissen Namen gemacht hat. Er schlägt sich die Nächte um die Ohren und arbeitet tagsüber als Kundenberater. Er trifft dank seiner Fähigkeit, Leute von sich einzunehmen, immer mehr einflussreiche Persönlichkeiten. Er steigt auf der Karriereleiter so rasant nach oben, dass er, selbst ein begabter Fußballspieler, sogar ein Angebot von Racing Buenos Aires ausschlägt, weil er in der Bank mehr verdienen kann. Eines Tages sitzt sein Jugendfreund Vicente Alberto Pernía vor ihm, inzwischen Verteidiger bei Argentiniens größtem Club, den Boca Juniors. Cóppola eröffnet für ihn ein Konto zu günstigen Konditionen, die beiden nähern sich wieder an -  ab da ist Cóppola Stammgast in »La Bombonera«, dem Stadion von Boca, sitzt auf der Ehrentribüne neben Präsident Alberto Armando und kümmert sich bald um die Finanzangelegenheiten der halben Mannschaft. 1978 ist er es auch, der den Transfer von Alberto César Tarantini, der damals als einer der besten Linksverteidiger der Welt gilt, zu Birmingham City einfädelt. Am 12. Oktober 1980, seinem 32. Geburtstag, darf Cóppola in einem Freundschaftsspiel gegen Acerías Bragado sogar selbst 15 Minuten im Trikot der Mannschaft auflaufen. Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung.

1981 lernt er schließlich Diego Armando Maradona kennen, der für die Rekordsumme von umgerechnet drei Millionen Mark von den Argentinos Juniors zu Boca wechselt – der Beginn einer zwei Dekaden langen Freundschaft, die am Ende fast einer Ehe ähnelt und über die Cóppola später sagen wird: »Ich war alles für Diego: Sein Freund, sein Partner, sein Manager, sein Vater – und sein Dienstmädchen.« Bei der WM 1982 in Spanien läuft »El Pibe« zum ersten mal für die argentinische Nationalmannschaft bei einem großen Turnier auf. Nach den Partien geht Cóppola mit den Spielern auf Ibiza feiern und zelebriert sich selbst weiter als Lebemann. 1984 lernt er die schöne »Yuyuita« kennen, die beiden sind als Paar landesweit in allen Klatschzeitungen zu bewundern, sie zieht sich für den argentinischen »Playboy« aus. Dieser Lebenswandel beeindruckt Maradona tief, er will auch ein Stück vom Kuchen und bittet Cóppola schließlich, sein Manager zu werden. Der kündigt am nächsten Tag seinen Job bei der Bank und fliegt mit seinem neuen Schützling nach Italien, um einen Millionen-Deal mit dem SSC Neapel einzutüten, wo Maradona bis 1991 spielen wird.

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