25.07.2013

Guardiolas Bayern gewinnen gegen Barca

Fortsetzung vom Meisterwerk

Das 2:0 des FC Bayern gegen den FC Barcelona hat zwei Sachen gezeigt. Erstens: Pep Guardiola hat den Triple-Sieger neu erfunden. Zweitens: Diese Neuerfindung spielt schon erstaunlich guten Fußball.

Text:
Roland Wiedemann
Bild:
Imago

Es wäre interessant zu wissen, was der gute Jupp Heynckes über die Arbeit seines Nachfolgers denkt, ob er es genial oder respektlos findet oder einfach nur emotionslos zur Kenntnis nimmt, wie dieser Guardiola sein dreifach ausgezeichnetes Meisterwerk innerhalb nur weniger Wochen in sämtliche Einzelteile zerlegt und es nach eigenen Vorstellungen neu zusammenzufügen versucht. »Jupp Heynckes hat mir die Chance gegeben, eine super Mannschaft zu übernehmen«, hat der katalanische Revolutionär immerhin nach dem 2:0-Testspielsieg gegen den FC Barcelona gesagt. Und es zeichnet sich jetzt schon ab, dass Guardiola das Beste draus machen wird.

Wahrscheinlich ist auch Jupp Heynckes vor dem Fernseher, sofern es die Gartenarbeit zugelassen hat, am frühen Mittwochabend zu diesem Ergebnis gekommen. Die permanenten Positionswechsel im Offensivbereich, ein Kennzeichen der Guardiola-Spielphilosophie,  funktionieren jetzt schon beeindruckend gut. Das hat die erste Halbzeit gegen Guardiolas Ex-Team, wenngleich es nur eine durch Messi verstärkte B-Elf war, gezeigt und damit die Eindrücke, die man bei den Siegen gegen den HSV und Borussia Mönchengladbach gewinnen konnte, verstärkt. Der überragende Ribery, derzeit vielleicht der beste Spieler der Welt, Robben und Müller,  wechselten ständig ihre Wirkungskreise. Alles ist dabei im Fluss und wirkt doch nicht zufällig. Sämtliche Beteiligte strahlen eine große Spielfreude aus. Thiago Alcantara zeigt jetzt schon seine Fähigkeiten als Allrounder mit brillanter Technik. Und Philipp Lahm gibt den grandiosen Mittelfeldspieler, als hätte er in seinem bisherigen Fußballerleben noch nie etwas anderes gemacht, wenngleich ihn sein Trainer nach eigenen Worten trotzdem noch vor allem als Außenverteidiger betrachtet. Guardiola entdeckt ganz neue Möglichkeiten. Und das wird es für die Gegner noch schwieriger machen, das Bayern-Spiel auszurechnen und zu unterbinden.

 
 
 
 
 
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