Gracias! 11 Dinge über Guti

Nur ein guter Spieler

Guti, der Mann mit dem genialen linken Fuß, neben Raul eine der Real-Madrid-Ikonen der Neuzeit, beendet seine Karriere. Elf Geschichten über einen der schillernsten Mittelfeldspieler der letzten 20 Jahre.

1.
Von Bayern-Manager Uli Hoeneß mitten im Interview nach Weltklassespieler von Real Madrid gefragt, nannte ein Journalist von der »Abendzeitung« drei Namen: »Figo, Raul, Roberto Carlos.« – »Sind drei, okay«, maulte Hoeneß, »aber die haben wir auch: Kahn, Effenberg, Elber. Noch einen von Real!« – »Guti?«, versuchte es der Mann der Presse. Hoeneß: »Ach was! Das ist doch kein Weltklassemann, sondern nur ein guter Spieler.«

2.
Ganz oben auf dem Briefkopf von Gutis eindrucksvoller Erfolgsbilanz: Die drei Champions-League-Siege mit Real Madrid. Dumm nur: Guti stand nicht in einem der drei Endspiele auch nur eine Minute lang auf dem Rasen. Muss man auch erstmal schaffen.

3.
Beleidigungen müssen nicht immer gleich Beleidigungen sein. Man kann seinen Gegenüber mit allerlei Kraftausdrücken zerquetschen, oder man wählt eine fast literarische Variante wie Guti, der einem ständig meckernden Journalisten auf einer Pressekonferenz empfahl: »Geh doch aufs Land und fang Schmetterlinge!«

4.
Gefühlt 100, ganz genau 15 Jahre spielte Guti für Real Madrid, den Klub, der ihn bereits in der Jugend ausgebildet hatte. Als er seinen Herzensverein dann (gemeinsam mit Raul) im Sommer 2010 verließ, um ab und an auch wieder auf dem Platz stehen zu dürfen, veranstaltete Real nicht etwa ein tränenreiches Abschiedsspiel samt Orchester und Polizeikapelle, nein, Real gab eine Pressekonferenz. Kein Wunder, dass Guti zwei Monate später moserte: »Raul und ich hätten einen besseren Abschied verdient gehabt.«

5.
2010 setzte Guti, inzwischen bei Besiktas Istanbul unter Vertrag, seinen schicken weißen Range Rover in einen harmlos geparkten Bus. Weil das nicht irgendwo und irgendwann und irgendwie passierte, sondern mit angeblich 2,71 Promille im Blut um 4 Uhr in der Früh vor der Istanbuler Nobeldisco »Reina«, war der Miniskandal perfekt. Guti anschließend wütend: »Dass ich 2,71 Promille hatte, ist eine Lüge! Ich hatte nicht mal 0,71.« Den Führerschein war Guti trotzdem los – für sechs Monate.

6.
Weil ihn eine italienische Klatschzeitung dabei fotografierte, wie er angeblich einem Mann nach dem Discobesuch auf den Mund küsste, musste sich Guti anschließend der »Vorwürfe« erwehren, er sei homosexuell. Klar, ein Typ wie Guti, immer etwas zu schön, immer etwas zu blond, immer etwas... Tage später klärte der Fußballer die Knutscherei auf: Der »Mann« an seiner Seite sei seine Schwester gewesen, die ihm soeben mitgeteilt hatte, erneut schwanger zu sein.

7.
»Pepe. What an idiot!«, textete ein sichtlich erregter Wayne Ronney bei Twitter, nachdem der Verteidiger von Real Madrid im »Clasico« Barcas Messi auf die Hand getreten war. Ebenfalls via Twitter sprang Guti seinem ehemaligen Mannschaftskollegen zur Seite und antwortete gar philosophisch: »I laugh at Rooney. There are many saints but in heaven. If you want to be a saint you must practise what you preach.«

8.
Ob da noch eine Klage droht? Sucht man im Internet nach dem Fußballer Guti, landet man alsbald auf der Homepage von GUTi, dem »Gästeservice Umweltticket«, einem Kurkarten-Verkaufsdienst im Bayrischen Wald. Wir zitieren: »Die Ziele des GUTis sind auf Seiten der Feriengäste durch den kostenlosen öffentlichen Nahverkehr an die Region Bayrischer Wald gebunden werden und innerhalb der Naturparke und des Nationalparks sich umweltfreundlicher bewegen.«

9.
Gutis Markenzeichen, also die Haare, nicht der Bayrische Wald, sorgten einst für einen hübschen Dialog mit Reals Ex-Trainer Vicente del Bosque. Del Bosque: »Du bist so ein netter Junge, aber immer diese langen Haare. Warum lässt du sie nicht abschneiden?« Guti: »Nur wenn Sie den Schnurrbart abnehmen, Sir!«

10.
»Guti vor Unterschrift bei Schalke 04!«, pfiffen es diverse Internetportale am 24. Januar 2012 von den Dächern. Tenor: »Wie die große spanische Sportzeitung As berichtete, wird Guti in den kommenden Tagen einen Vertrag bei Schalke unterschreiben. Das Zünglein an der Waage sei Raul gewesen!« Noch am selben Tag schickte Schalkes Manager Horst Heldt eine Pressemitteilung raus: »Wir planen keinen Einkauf.«

11.
Ein letztes Lob vom Allergrößten. »Guti macht Dinge mit dem Ball, mit denen niemand rechnet.« Sprach einst Zinedine Zidane. Und wer dieses Video sieht, der weiß wahrscheinlich, was Zizou meinte.

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