26.03.2013

Gonzalo Higuaín: Messis ungleicher Partner

Monster's Football

Seite 2/3: Higuain in Frankreich
Text:
Kai Behrmann
Bild:
Imago

Viel hätte dabei nicht gefehlt, und der 25 Jahre alte Higuaín würde seine Tore heute im Trikot von Frankreich feiern.
 
In Brest geboren und dadurch im Besitz eines französischen Passes, nominierte ihn Frankreichs damaliger Auswahltrainer Raymond Domenech Ende 2006 für ein Testspiel gegen Griechenland. Doch Higuaín lehnte ab. Er spricht kein Wort Französisch und verließ Europa bereits im Alter von zehn Monaten.
 
Higuaín folgte damit nicht dem Beispiel von David Trezeguet, der ebenfalls in Frankreich zur Welt gekommen war. Obwohl dieser anschließend seine Kindheit nahe von Buenos Aires verbrachte hatte, entschied sich der Sohn eines Argentiniers für die Auswahl seines Geburtslandes – und wurde mit »Les Bleus« 1998 Weltmeister sowie zwei Jahre später Europameister.

»Warum ruft Maradona mich nicht an?«
 
Lange musste sich Higuaín gedulden, ehe ihn Diego Maradona am vorletzten Spieltag der Qualifikation für die vergangene WM in Südafrika erstmals in die Selección berief. Bei Real Madrid war Angreifer zuvor längst zum Star gereift und hatte sich gegen namenhafte Konkurrenz wie Raúl, Karim Benzema, Robinho oder Ruud van Nistelrooy behauptet.
 
Rückblickend sagt Higuaín: »Ich habe mich immer wieder gefragt, warum Maradona mich nicht anruft, denn ich habe stets betont, wie gerne ich in der Nationalelf spielen möchte. Für die Chance dazu war ich bereit, mich zu zerreißen, um nie wieder außen vor zu bleiben.«
 
Higuaíns Debüt am 10. Oktober 2009 war derart beeindruckend, dass er seitdem tatsächlich zum festen Kern der Selección gehört. Beim knappen 2:1-Erfolg über Peru, der es Argentinien überhaupt erst ermöglichte, anschließend im letzten Moment durch ein 1:0 in Uruguay das WM-Ticket für Südafrika zu lösen, erzielte Higuaín auf Anhieb ein Tor. »Es ist eine große Freude, der ich schon lange Zeit entgegen gefiebert habe«, sagte er damals.

Sein Spitzname: »El Pipa«, die Pfeife
 
Fußball wird in der Familie Higuaín großgeschrieben. Schon Vater Jorge war Profi. Vor seiner einzigen Auslandsstation bei Stade Brest ging er unter anderem für die argentinischen Traditionsklubs San Lorenzo, Boca Juniors und River Plate auf Torejagd. Seinen Spitznamen »Pipita«, kleine Pfeife, verdankt Higuaín Junior seinem Erzeuger. Dieser wurde aufgrund seiner langen, nach vorne hin zugespitzten Nase »El Pipa«, die Pfeife, genannt. Auffallend ausgeprägt ist Gonzalos Zinken zwar nicht – dafür aber sein Torriecher.
 
Doch damit nicht genug. Auch Bruder Federico (28) verdient mit Fußballspielen sein Geld. Derzeit kickt er in der Major League Soccer in den USA für Columbus Crew. 
 
Im Klub wie in der Nationalelf musste Higuaín reichlich Geduld beweisen, bis er endlich den Durchbruch schaffte. Aufgeben kam für ihn aber nie infrage. Schon als kleiner Junge zeichnete er sich bei seinem ersten Verein »Club Palermo« durch große Willensstärke aus. Higuaíns erster Trainer Alberto Tarzia erinnert sich: »Sein Vater hat ihn damals ständig daran erinnert, nicht den Kopf hängen zu lassen, wenn er einmal auf die Bank musste.« Mit Erfolg.

 
 
 
 
 
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