26.03.2013

Gonzalo Higuaín: Messis ungleicher Partner

Monster's Football

Argentinien berauscht sich an seiner Abteilung Attacke. Mit Offensivpower marschiert die Selección unaufhaltsam in Richtung WM in Brasilien. Neben Weltfußballer Lionel Messi sticht dabei derzeit besonders ein Spieler hervor: Gonzalo Higuaín.

Text:
Kai Behrmann
Bild:
Imago

Lionel Messi dürfte den Abspann des WM-Qualifikationsspiels gegen Venezuela genossen haben. Zur Abwechslung war es einmal nicht er, der sich nach dem Duschen dem größten Pulk an Medienvertretern stellen musste. Zwar hatte der Weltfußballer zuvor beim 3:0 der Argentinier wie gewohnt ein Tor erzielt und auch sonst eine seinem Niveau entsprechende Partie geboten. Im Mittelpunkt in den Katakomben des Monumental-Stadions von Buenos Aires stand diesmal allerdings ein anderer: Doppeltorschütze Gonzalo Higuaín.
 
Die Argentinier berauschen sich derzeit an ihrer Abteilung Attacke. Die große Tageszeitung Clarín titelte gar: »Messi-Higuaín: Die Unsterblichen«. Um tatsächlich in die Sphären eines Mario Kempes oder Diego Maradona aufzusteigen, fehlt dem Offensivduo freilich noch die Krönung in Form eines WM-Titels. Dennoch ist es beachtlich, mit welcher Leichtigkeit die Gauchos nach der turbulenten Maradona-Ära und dem erfolglosen Intermezzo von Sergio Batista derzeit durch die Qualifikation für die Titelkämpfe im kommenden Jahr im Nachbarland Brasilien spazieren.

Messi: »Wir lernen uns immer besser kennen«
 
Unter dem eher nüchtern daherkommenden Nationaltrainer Alejandro Sabella tritt die Selección nach holprigem Start endlich so auf, wie man es von einem Team erwartet, das den derzeit weltbesten Kicker in seinen Reihen hat. Und eben einen treffsicheren Knipser namens Higuaín. Messi adelte den Hauptabnehmer seiner Geniestreiche jüngst: »Er ist ein großartiger Spieler, der über einen enormen Torriecher verfügt. Wir lernen uns immer besser kennen.«
 
Von Sabella gab es ebenfalls Lob: »Messi ist der beste Fußballer der Welt, aber Higuaín ist auch ganz vorne mit dabei.« Beim dritten Tor seines Goalgetters gegen Venezuela hatte der ansonsten nicht für seine Gefühlsausbrüche bekannte Coach, den sie am Rio de la Plata liebevoll »Schlafmütze« (»Pachorra«) nennen, begeistert »Was für ein Monster!« in den Abendhimmel von Buenos Aires gebrüllt.
 
Messi und Higuaín. Eigentlich ein ungleiches Paar.
 
Messi ist es in Barcelona gewohnt, in einem System ohne klassische »Nummer 9« zu spielen. Higuaín wiederum hat bei Real Madrid mit Cristiano Ronaldo einen Partner an der Seite, der lieber selbst vollstreckt als für andere aufzulegen. Auch charakterlich sind beide höchst unterschiedlich. Während Messi eher der Generation PlayStation angehört, vertreibt sich Higuaín im Kreise der Nationalelf seine Freizeit lieber an der Tischtennisplatte.

Messi und Higuain erzielten 37 Treffer in 30 Spielen
 
Im Dress der Selección dagegen harmonieren beide immer besser. In 30 Partien, in denen die Offensivstars gemeinsam auf dem Platz standen, erzielten sie 37 Treffer: Higuaín 19, Messi 18. Sabella brachte die Erfolgsformel vor einiger Zeit treffend auf den Punkt: »Ich muss mir Gedanken darüber machen, wie wir das Potenzial des besten Spielers der Welt optimal ausschöpfen können. Eine Möglichkeit ist, dies mit Stürmern wie Higuaín zu erreichen. Denn außer ein hervorragender Vollstrecker ist Messi ein exzellenter Vorbereiter.«

 
 
 
 
 
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