Goldketten wie Abschleppseile – die Geheimnisse des Kugelblitz

Sex und Dart: Best of Ailton

Und tschüss: Der FC Oberneuland hat den Vertrag mit Ailton aufgelöst. Die 19. Vereinsstation des brasilianischen Wandervogels ist Geschichte. Was bleibt sind: Geschichten. Unser Best of Ailton – Liebe, Sex und Goldkettchen inklusive! Goldketten wie Abschleppseile – die Geheimnisse des Kugelblitz

1.
Immer wieder Anlass für Hohn und Spott: Die angeblich nicht konforme Sportlerfigur des brasilianischen Ex-Torjägers. Er selbst sagt: »Die Physis habe ich von meinem Vater Pedro, ein harter Arbeiter mit bester Gesundheit. Von meiner Mutter habe ich die Eleganz, diese leichte Art mich zu bewegen.« Und nicht nur das: »Durch sie habe ich Lust auf Schmuck und Gold bekommen!« Halten wir fest: Ein kerngesunder eleganter Tänzer mit einer Schwäche für Gold und Schmuck. Klingt nach schwulem Tango-Jüngling, ist aber: Ailton Goncalves da Silva!

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2.
Schöner Name, nur wer verpasste dem Ex-Bremer, Ex-Schalker, Ex-Duisburger (lassen wir das...) bloß den Spitznamen Toni? Antwort: Felix Magath. Dem früheren Werder-Coach war der Geburtsname seines Stürmers einfach zu lang. »Er sagt zu mir: ´Ich biete dir zwei Varianten an: Ail oder Toni.´ ´Mach Toni´, hab ich ihm gesagt«, erinnert sich Ailton. Ail? Für alle Schalker, denen Magaths komplizierter und ellenlanger Vorname ein Dorn im Auge sein sollte – wir empfehlen die Alternativen »Fel« oder »Ix«.

3.

Ail nannte den Mann mit dem schnellen bekanntlich kein Schwein. Dafür vermehrt Kugelblitz, eine gagige Verniedlichung, erfunden im unergründlichen Kosmos der Boulevardzeitungen. Die »Sport Bild« wollte es im Februar 2000 ganz genau wissen und ließ Bremen Angreifer von einem Experten ausmessen. Und Holger Dittrich, Abteilungsleiter im Bremer Modehaus »Wormland« enttäuschte die Fantasie-Reporter nicht. Seine knackige Analyse: »Kopfumfang: 57 Zentimeter, kleiner Kopf. Hals: 40 cm, eher schmal, Größe M. Brustkorb: 98 cm, voll im Schnitt. Bauch: 87 cm, optimal. Oberschenkel: 60 cm, eine Levis 501 würde ihm nicht passen. Waden: 38 cm.« Fazit: »Wären die Oberschenkel von Ailton etwas schmaler, hätte er die Figur einer Schaufensterpuppe.« Wäre das auch geklärt.

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4.
Apropos Goldschmuck. Die »Bild«-Zeitung wagte einst ob der opulenten Halsbänder Ailtons einen interessanten Vergleich. »Der bunte Vogel (Max Merkel) trägt Goldketten so dick wie Abschleppseile.« Mit Gold scheint es die Familie Gold zu haben. Seine Frau Rosalie durfte sich zu gut verdienenden Zeiten angeblich bei jedem Ailton-Tor über ein neues Teil in der überfüllten Schmuckschatulle freuen. Erst in Liga zwei schraubte der Gatte dann die Ansprüche runter: »Ich habe ihr eine Goldkette versprochen, wenn ich mein erstes Tor für Duisburg schieße. Mehr gibt es aber nicht. Das wird zu teuer.« Für den MSV schoss der Brasilianer dann genau ein Tor. Rosalie wird’s gefreut haben.

5.
Mit Geld hatte es der leidenschaftliche Pferdefreund (»Ich bin ein Cowboy und ein Cowboy geht zu keinem Kurpfuscher, der steckt Schmerzen weg.«) allerdings schon vor dem unrühmlichen Abgang beim FC Oberneuland nicht ganz so. In Gelsenkirchen tauchte Ailton regelmäßig in der Geschäftsstelle auf, um nach einem Vorschuss zu fragen. Als er sich bei Manager Rudi Assauer 50.000 Euro für eine »Hotel-Investition« borgen wollte, drehte der kluge Rudi seinem Spieler den Geldhahn zu. Assauer: »Ich habe ihm mehrfach kleine Geldbeträge aus eigener Tasche geliehen. Die Kohle habe ich mittlerweile abgeschrieben.«



6.
Nach seinem Wechsel von Werder Bremen zu Schalke 04 fragte die »Welt« säuerlich: »Die Autokennzeichen ihrer Wagen zeigen, dass die Autos in Dortmund angemeldet sind. Als Schalker eine Todsünde.« Ailton diplomatisch: »Dafür sind die Wagen blau. Außerdem färbe ich im Garten meinen Rasen blau. Grün ist die Farbe von Werder, aber ich bin jetzt Schalker!« Das Ende vom Lied: Dem Rasen blieb die Naturkatastrophe erspart, Gott sei Dank.

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7.
Ailtons Herzensdame Rosalie begeisterte zunächst ob ihrer Schönheit die Klatschpresse (»Rosalie in Rosa, zum Verlieben – dieser Blick, dieser Mund...«), bekam neben diversen Schmuckgeschenken allerdings auch eine Ohrfeige ihres Gatten verpasst und musste sich dann auch noch anhören, wie ihr Kerl vor der Presse prahlte: »Ich bin überhaupt kein Hausmann. Ich spiele Fußball, und wen ich nach Hause komme, muss das Essen auf dem Tisch stehen und das Bett gemacht sein. Zu Hause will ich nur entspannen: Fernsehen, Dart spielen, Musik hören – fertig! Ich habe noch nie einen Staubsauger zu Hand genommen!« Die »Bild« notierte: »Dafür sind im Hause Ailton die Frauen zuständig.« Wobei in diesem Zusammenhang dann doch der Plural überraschte. Ailtons Töchter waren zu diesem Zeitpunkt nämlich 5 und 2 Jahre alt. Früh übt sich!

8.
Und weil Rosalie eine Spielerfrau ist und weil Ailton ein Fußballer ist und weil die »Bild«-Zeitung die »Bild«-Zeitung ist, musste sich Frau Ailton selbstverständlich auch noch die Fragen nach der trauten Zweisamkeit stellen. Wir zitieren: »An der Wand hängt ein Bild von Ailton, reitend auf einem Hengst. Frage: ´Ist er ein guter Liebhaber?´ Antwort: »Er ist beides, wild und sanft.´ Frage: ´Ailton sagt, er braucht Sex vor jedem Spiel.´ Antwort: ´Ich mache dann etwas sehr Spezielles mit ihm...´« Lechz.

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9.

Lange bevor Bayerns Gaudi-Franzose Franck Ribery Wasserbomben auf seine Kollegen feuerte, sorgte Ailton bereits zu Bremer Zeiten für Tanz, Lach und Tralalala. Seinem besten Kumpel Paul Stalteri (»Wenn er sauer ist, brüllt er immer: ´Fuck! Fuck!´. Das imitiert dann die ganze Truppe.«) legte Ailton regelmäßig reife Bananen in die Schuhe. Auch lustig: »Ich bin in Bremen ziemlich lange ohne gültigen Führerschein gefahren. Meiner war abgelaufen. Aber: Hätte ich mit dem Fahrrad zum Training fahren sollen? Nein, das ging nicht.« Wenn das Christian Brand hören würde...

10.
Sollte die Karriere von Ailton nun endgültig im Eimer sein, erinnern wir uns lieber an goldene Bremer Zeiten. Zum Beispiel an die ersten Startschwierigkeiten (Manager Lemke: »Er hat schon vier Dolmetscherinnen verschlissen. Der Ersten hat er erzählt, er sei Fußballstar und brauche kein Deutsch zu lernen.«) Oder an das herzliche Verhältnis zu Förderer Thomas Schaaf (Ailton: »Er ist nicht der beste Trainer, aber für Südamerikaner perfekt.«). Oder daran, dass auch dem Brasilianer Ailton beinahe ein deutscher Nationalstürmer geworden wäre (Ailton: »Wenn Rudi Völler anrufen würde, würde ich nicht auflegen, sondern fragen: ´Wann ist Training? Ich komme gleich!´«). Ach.

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