Gladbach-Freiburg in der Spielanalyse

Der König des Rests

Gladbach wahrt mit einem 1:0-Sieg gegen den SC Freiburg den eigenen Status als vierte Kraft in der Bundesliga. Am 14. Spieltag taten sie sich lange Zeit schwer gegen defensiv eingestellte Freiburger. Die 11Freunde-Taktikanalyse.

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Seit einiger Zeit ist die Bundesliga eine Zweiklassengesellschaft: Die »Großen Drei« – Bayern, Leverkusen und Dortmund – machen die vorderen Plätze unter sich aus, der Rest darf sich um die Krümel streiten. Borussia Mönchengladbach wollte gegen den SC Freiburg unterstreichen, dass sie als »König über dem Rest« thronen. Favres Team agierte im gewohnten 4-4-2, mit Max Kruse und Raffael als mobile Angreifer. Freiburg begann abwartend in einem 4-4-2 und überließ zunächst den Gladbachern das Spiel.

Freiburg steht kompakt

Die Gladbacher taten sich in der ersten Halbzeit schwer, die Viererketten der Freiburger zu umspielen. Auf den Außen konnten sich die Gladbacher Außenverteidiger keine Freiräume erarbeiten; ihre Gegenspieler verfolgten sie bis tief in die Freiburger Hälfte. Freiburg verteidigte durch die tiefe Rolle der Außenspieler teilweise in einer Sechserkette.

Gladbach ließ den Ball zirkulieren und wartete auf Löcher im Freiburger System. Vor allem die umtriebigen Stürmer sollten Lücken reißen: Raffael und Kruse ließen sich oft zurückfallen. Einerseits schufen sie hierdurch eine Überzahl im Mittelfeld, andererseits zogen sie die Freiburger Innenverteidiger ab und an aus ihrer Position. Die Außenstürmer Patrick Herrmann und Juan Arango lauerten in den Halbräumen und starteten sofort in die Spitze, sobald ein Innenverteidiger seine Position verließ.


Drei Abseits-Fehlentscheidungen

Gladbach versuchte, mit hohen Bällen die startenden Außenstürmer zu schicken. Diese Taktik war auf dem Papier klug, in der Praxis allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Die Freiburger verteidigten klug und ließen nur selten Lücken. Wenn sich doch einmal eine solche Lücke auftat, passten die Gladbacher Mittelfeldspieler zu ungenau, und wenn ihre Pässe doch einmal ankamen, hob der Linienrichter seine Fahne. Vor der Pause bewertete er gleich drei (zugegebenermaßen knappe) Abseitssituationen falsch, zuungunsten der Gladbacher.

So war das Spiel bis zur Halbzeit eine zähe Angelegenheit. Freiburg konzentrierte sich ganz auf die Defensive, sodass selten mehr als vier Spieler an den Kontern teilnahmen. Gladbach hingegen konnte den Ball zwar zirkulieren lassen (71 Prozent Ballbesitz bis zur Pause!), kam aber selten über das Mittelfeldzentrum hinaus, auch weil die eigenen Sechser und Außenverteidiger nicht das letzte Risiko gingen

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