10.06.2012

Gerade so: Deutschland müht sich zum Auftaktsieg

Zum Auftakt altdeutsch

Die deutsche Nationalelf müht sich in ihrem ersten EM-Spiel gegen Portugal zu einem 1:0-Sieg dank Kampf und Disziplin, bleibt aber weitgehend ohne Esprit. Das erinnert eher an vergangene Tage der DFB-Auswahl.

Text:
Michael Rosentritt
Bild:
Imago

Kurz vor dem Anpfiff rieb sich Mario Gomez noch einmal die Hände, als könnte er es gar nicht erwarten, dass es endlich losgeht. 26 Tage Vorbereitung lagen hinter den deutschen Fußball-Nationalspielern, als sie gestern Abend in Lemberg in die Europameisterschaft starteten. Gleich nach dem Anpfiff jagte Gomez mit aller aufgestauten Energie dem Ball hinterher, attackierte Portugals Innenverteidiger Pepe, und nur eine Minute später hatte der Mittelstürmer aus München nach einer Flanke von Jerome Boateng eine erste gute Kopfballchance. Doch die ersten Eindrücke täuschten. Das Auftaktspiel der Deutschen geriet zu einer ziemlich zähen Angelegenheit – dank Mario Gomez aber auch zu einer erfolgreichen.
Knapp 20 Minuten vor dem Ende erzielte er den entscheidenden Treffer zum 1:0 (0:0)-Sieg für den Turnierfavoriten.

Klose oder Gomez? »Sie sind beide fit«

Dass Gomez gegen die Portugiesen in der Anfangsformation stand, war eine von zwei überraschenden Personalien, mit denen Bundestrainer Joachim Löw aufwartete. Neben Innenverteidiger Per Mertesacker saß auch Miroslav Klose an seinem 34. Geburtstag nur auf der Bank. »Sie sind beide fit«, sagte Löws Assistent Hans-Dieter Flick; sie hätten allerdings wegen Verletzungen zuletzt weniger Spielpraxis gehabt als Mats Hummels und Mario Gomez, die an ihrer Stelle in die Startelf rückten.

Die deutsche Mannschaft schien ein bisschen nervös zu sein. In der Anfangsphase unterliefen ihr viele Ungenauigkeiten und Abspielfehler, ohne dass dies ernste Konsequenzen gehabt hätte. Allerdings wollte richtiger Spielfluss auf diese Weise nicht entstehen. Die Deutschen hielten den Ball viel zu lange am Fuß, weil sie sich zu wenig bewegten, um die Anspielstationen für ihre schnellen, direkten Kombinationen zu schaffen. Zu klaren Chancen kam die Mannschaft von Joachim Löw in der ersten Halbzeit nicht. Lukas Podolski scheiterte nach einer Hereingabe von Thomas Müller mit dem Außenrist seines starken linken Fußes von der Strafraumgrenze an Portugals Torhüter Rui Patricio. Der Kölner, der gestern sein 98. Länderspiel bestritt und damit mit Michael Ballack gleichzog, hatte eine weitere gute Schussgelegenheit, setzte den Ball aber über die Latte.

Die Defensive funktioniert

 
 
 
 
 
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