Generationswechsel im Tor

Jünger hält besser

Für die neue 11FREUNDE-Ausgabe sprachen wir mit Frank Rost über seinen Abschied aus Schalke, wo er vom 13 Jahre jüngeren Manuel Neuer verdrängt wurde. Kein Einzelfall. Wir haben die bedeutendsten Wachablösungen zusammengestellt. Generationswechsel im Tor
Heft #65 04 / 2007
Heft: #
65

Saison 1986/1987 beim 1. FC Köln
Von Harald „Toni“ Schumacher (32) zu Bodo Illgner (19)

Der Generationswechsel im Kölner Tor wurde vor allem durch Toni Schumachers Skandalbuch beschleunigt. Sein 1987 veröffentlichtes Werk „Anpfiff“ war für ihn der Abpfiff in der Nationalelf und auch beim 1. FC Köln. Nach den vermeintlichen Enthüllungen in diesem Pamphlet entließ der FC den Nestbeschmutzer. Ab dem 19. Spieltag der Saison 1986/1987 war das Talent Illgner neuer Stammkeeper der Kölner und blieb es auch für die kommenden zehn Jahre.

[ad]

Saison 1988/1989 bei Schalke 04
Von Werner Vollack (33) zu Jens Lehmann (19)

Nach zehn Spieltagen der Spielserie 1988/1989 stand der FC Schalke 04 auf einem Abstiegsplatz in der Zweiten Liga. Grund genug für Trainer Horst Frank, es mit einem neuen Torwart zu versuchen. Jens Lehmann, der aus der eigenen Jugend des Vereins stammte, übernahm die Position des Torwarts von Werner Vollack und half beim Verbleib in Liga Zwei. Später sicherten seine Paraden die Schalker Rückkehr ins Fußballoberhaus. In 34 Spielen ließ Lehmann lediglich 25 Gegentore zu. Bekanntlich ist er mittlerweile die Nummer Eins der Nationalmannschaft. Werner Vollack betreibt ein Reisebüro in Krefeld.


Saison 1990/1991 beim Karlsruher SC
Von Alexander Famulla (30) zu Oliver Kahn (21)


Alexander Famulla war seit 1986 die Nummer Eins im Tor der Karlsruher. Im November 1990, nachdem der KSC durch zwei Patzer Famullas 0:2 gegen Bochum zurücklag, wechselte KSC-Trainer Winnie Schäfer in der Halbzeitpause den Keeper. Für den Indisponierten kam ein gewisser Oliver Kahn ins Spiel. 21 Jahre jung, überzeugte der blonde Hüne rasch durch seine extreme Reaktionsschnelligkeit und wurde in der Folgezeit zu jenem comic-heldenhaften Titan, als den wir ihn heute kennen. Gerüchten zufolge betreibt Famulla heute eine Lotto-Annahmestelle.


Saison 1991/1992 bei Borussia Dortmund
Von Wolfgang „Teddy“ de Beer (27) zu Stefan Klos (20)

„Teddy“ de Beer wechselte 1986 vom Zweitligisten Duisburg zur Dortmunder Borussia und avancierte dort rasch zum Publikumsliebling. Erst im Jahr 2001 beendete er seine aktive Karriere. Das täuscht ein wenig über seine Leistungen hinweg, war de Beer doch größtenteils die Nummer Zwei im Verein. Dazu degradiert wurde er 1991 von Stefan Klos. Dortmund fing sich innerhalb von wenigen Wochen zwei Klatschen ein (5:1 in Rostock und 5:2 auf Schalke). Der 20-jährige Klos erfüllte in den folgenden Jahre die riesigen Dortmunder Erwartungen an einen Klassekeeper. „Teddy“ de Beer arbeitet heute als Torwarttrainer beim BVB.


Saison 1997/1998 bei Hansa Rostock
Von Perry Bräutigam (34) zu Martin Pieckenhagen (26)


Perry Bräutigam wurde 1995 nach dem Wiederaufstieg von Hansa Rostock verpflichtet und hatte maßgeblichen Anteil am Erreichen des 6. Platzes. In seinem Schatten entwickelte sich jedoch ein führungsstarker und reaktionsschneller Spieler: Martin Pieckenhagen. Dieser kam zunächst sporadisch zum Einsatz, bevor er Bräutigam ab dem 16. Spieltag 1997 gänzlich aus dem Kasten vertrieb. Pieckenhagen wurde in der Folge zu einer Leader innerhalb des Teams. Heute spielt er in den Niederlanden beim SC Heracles Almelo, wo er vergangenes Jahr durch ein Tor aus dem Spiel heraus für Schlagzeilen sorgte. Perry Bräutigam ist Torwarttrainer bei Hansa Rostock.



Saison 1997/1998 beim Karlsruher SC
Von Claus Reitmaier (34) zu Simon Jentzsch (21)

Es war die 50. Spielminute der Partie Karlsruhe gegen Berlin am 29. Spieltag der Saison 1997/1998, als KSC-Trainer Jörg Berger Simon Jentzsch für Claus Reitmaier in die Partie brachte. Das Spiel ging zwar mit 0:2 verloren, aber Karlsruhe hatte fortan eine Neue Nummer Eins. Kurios: Jahre später beerbte Jentzsch Reitmaier erneut. Nach dessen Abgang bei Wolfsburg im Jahr 2003 übernahm Simon Jentzsch die Position zwischen den Pfosten bei den Niedersachsen. Claus Reitmaier beendete 2005 seine aktive Laufbahn und ist heute Torwarttrainer beim Hamburger SV.


Saison 1999/2000 beim VFB Stuttgart
Von Franz Wohlfahrt (35) zu Timo Hildebrand (21)

Insgesamt 118 Meisterschaftsspiele absolvierte der Österreicher Franz Wohlfahrt zwischen 1996 und 1999 für den VFB. Nachdem er bekannt gegeben hatte, nach der Saison zur Wiener Austria zurückzukehren, beförderte Trainer Ralf Rangnick das Talent Timo Hildebrand zum Stammkeeper. Am 29. Spieltag der Saison 1999/2000 stand die heutige Nummer Zwei der Nationalelf zum ersten Mal von Beginn im Tor der Schwaben und gab diese Rolle bis heute nicht wieder ab. Nach dieser Saison wird Timo Hildebrand Stuttgart jedoch verlassen.



Saison 2002/2003 beim 1. FC Kaiserslautern
Von Georg Koch (30) zu Tim Wiese (21)

Tim Wiese spielte bei Fortuna Köln in der Regionalliga Nord, als er der Pfälzer Torwartlegende Gerald „Gerry“ Ehrmann auffiel. Der 1. FC Kaiserslautern nahm das junge Talent 2002 unter Vertrag. Georg Koch, die Nummer Eins des FCK, spielte nicht gerade seine beste Saison, und Trainer Erik Gerets ließ auf der Torwartposition rotieren. Bis zum 18. Spieltag jedenfalls. Ab da übernahm der damals 21-jährige Tim Wiese die Rolle gänzlich und sicherte mit seinen Paraden dem Team den Klassenerhalt.


Saison 2006/2007 bei Schalke 04
Von Frank Rost (33) zu Manuel Neuer (20)


Frank Rost war für den Schalker Trainer Mirko Slomka keine angenehme Personalie. Bereits Neubarth, Heynkes und Rangnick hatten ihre Probleme mit dem als schwierig geltenden Keeper. Doch Slomka setzte ein Zeichen als es unangenehm wurde und schasste Frank Rost. Förmlich aus dem Nichts tauchte der 20-jährige Manuel Neuer auf. Der Notnagel erwies sich als Glücksgriff für den Schalker Coach. Bereits sein Debüt in Aachen war kein Schlechtes. Seit dem 10. Spieltag der laufenden Saison ist Neuer die unumstrittende Nummer Eins. Frank Rost fängt mittlerweile in Hamburg Bälle.


Saison 2006/2007 bei Bayer Leverkusen
Von Hans-Jörg Butt (32) zu René Adler (22)


Der treffsicherste Torhüter Deutschlands (25 Elfmetertore) war zuletzt nicht unumstritten bei Bayer Leverkusen. Verschiedene Patzer brachten Fans und Trainer Skibbe auf die Palme. Nach einer roten Karte im Spiel gegen Eintracht Frankfurt war dann Schicht für "Buttbuttbutt". Hatte er sich gegen den zweiten Ersatzmann Fernandez noch durchsetzen können, war René Adler bei seinem Debüt auf Schalke einfach zu gut drauf und steht nun seit dem 23. Spieltag zwischen den Pfosten der Werkself.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!