Gareth Bale – Schwalbenkönig oder Fußballgott?

The Next Cristiano

Heute Abend spielt Tottenham Hotspur in der Europa League gegen Olympique Lyon. Bei den Engländern dabei: Zuchtbulle Gareth Bale, von dem sein Trainer Andre Villas-Boas glaubt, er sei auf dem besten Weg in die Riege von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

Auf einmal war er da. Am 20. Oktober 2010 verewigte Gareth Bale sich in der Vereinschronik der Spurs. Tottenham spielte bei seiner ersten Champions-League-Teilnahme gegen den amtierenden Titelträger Inter Mailand. Es war düster: Bereits zur Halbzeit lagen die Debütanten im San Siro mit 4:0 hinten. Die Fans der Spurs waren längst weggenickt, die Spieler innerlich schon im Hotel. Nur einer nicht: Gareth Bale. Der jungenhafte Waliser spielte mit erfrischenden Bolzplatzfußball seine Gegenspieler schwindelig. Gareth Bale kannte weder Feind noch Freund. Das Spiel entwickelte sich zu einem Duell zwischen Gareth Bale gegen Inter Mailand, die Fans staunten Bauklötze, denn in der Mailänder Abwehr standen Felsen wie Lucio und Maicon, beide auf dem Höhepunkt ihres Schaffens.

»Alle haben Angst vor Bale«

Was bei Bolzplatzdribblern gnadenlos in die Hose geht und mit Pöbeleien der Mitspieler quittiert wird, gelang Gareth Bale gegen Europas Beste mit Leichtigkeit – und zwar drei Mal. Das Erstaunlichste: Jedes Tor war eine exakte Blaupause des Treffers zuvor. Dreimal marschierte Bale problemlos an Lucio, Maicon und Zanetti vorbei. Dreimal zog er per Flachschuss aus spitzem Winkel ins lange Eck ab. Dreimal guckte sich das Catenaccio-Ensemble mit einem Blick an, der sagte: »Was war das denn gerade?« Es war ein lupenreiner Hattrick mit drei Toren nach dem exakt gleichen Muster.

Am Ende stand es 3:4. Zum 4:4 reichte es nicht zwar mehr, aber dafür hatte sich ein Name ins Kollektivgedächtnis europäischer Fußball-Fans gebrannt: Gareth Bale. Und der hatte sein Schema F gefunden. Im Rückspiel gegen Mailand zerpflückte Bale die Defensive der Schwarz-Blauen erneut im Alleingang. Mit einem Unterschied: Diesmal kannten Inters Verteidiger Gareth Bales Raketenantrieb. Es half nichts: Bale konnte nicht nur schießen, sondern auch flanken. Zwei Torvorlagen waren seine Bilanz des Rückspiels, das Spiel endete 3:1. Rafael van der Vaart, Teamkollege und Zeuge von Bales Leistung, sagte nach dem Spiel: »Alle haben Angst vor Bale. Maicon ist einer der besten Verteidiger der Welt. Bale hat ihn heute Abend zerstört.«

»Bale? Not for sale!«

Seine Sprints, Tempodribblings, präzise Flanken und Abschlüsse wiederholt Bale seitdem wöchentlich in der Premier League. Tottenhams Trainer Harry Redknapp schwärmte einige Monate nach dem Spiel gegen Inter: »Er hat nicht eine Schwäche! Er kann einfach alles: Er ist kopfballstark, kräftig wie ein Stier, laufstark, kann dribbeln und schießen. Und das Wichtigste: Er ist ein großartiger Typ«

Am Ende der Spielzeit 2010/2011 wurde Redknapps Zuchtbulle mit Segelohren zu Englands Fußballer des Jahres gewählt. Sein Vorgänger: Wayne Rooney. Sein Nachfolger: Robin van Persie. Bales Marktwert bezifferte sich nach der Saison auf 25 Millionen Euro. Experten schnalzten mit der Zunge, halb Europa leckte sich die Finger nach dem 22-jährigen Musterprofi. Chelsea und Barcelona klopften an, aber Harry Redknapp reimte: »Bale? Not for sale!« Er blieb an der White Hart Lane.

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