Fußballer und ihre Nebenjobs

Postboten, Pornodarsteller, Pferdeflüsterer

Jüngst musste Carlos Tevez die Vereins-Rekordstrafe von 1,15 Millionen Euro zahlen. Der Argentinier reagierte prompt mit einem zweiten Standbein: Er gründete »Tevez Clothing«, ein Modelabel. Lest hier von weiteren Profis mit seltsamen (Neben)-Jobs. Fußballer und ihre Nebenjobs
Heft#120 11/2011
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1. Alexi Lalas, Musiker

Ein Mann, ein Bart, eine Gitarre. Alexi Lalas, Amerikas Fußballer des Jahres 1994, spielte bereits während seiner aktiven Zeit in diversen Rockbands. Dabei war die Musik ursprünglich seine erste Leidenschaft. Die Idee Profifußballer zu werden kam ihm erst beim Besuch der WM 1990 in Italien. Auch nach seiner Karriere versuchte sich der Verteidiger mit der prägnanten Gesichtsbehaarung weiterhin künstlerisch. Sein erstes Soloalbum trägt den bezeichnenden Titel »Ginger«. Wie schön, dass YouTube nicht vergisst:



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2. Jonathan de Falco, Pornodarsteller

Zugegeben, der Name Jonathan de Falco ist prädestiniert für eine erfolgreiche Karriere im Porno-Geschäft und so war es nicht abwegig, dass sich der ehemalige belgische Spieler auf das horizontale Gewerbe einließ. Er begann als Tänzer in Brüssel, eröffnete dann einen Massagesalon und machte so Bekanntschaft mit einem Pornoproduzenten. An seinem Künstlernamen hat der ehemalige Abwehrspieler auch noch mal gefeilt. Als »Stany Falcone« verdient er heute mit Schwulenpornos seine Brötchen.

3. Giovanni Trapattoni, Nationaltrainer des Vatikan

Giovanni Trapattoni wechselte für seinen Nebenjob nicht derart radikal das Metier. Er wurde im Oktober 2010 Nationaltrainer einer Vatikan-Auswahl. Für die vatikanische Meisterschaft stellte er eine Mannschaft aus Seminaristen, Priestern und der Schweizer Garde zusammen. Der 72-Jährige gilt als besonders gläubig und erregte öffentliches Aufsehen, als er bei der WM 2002 aus Italien mitgebrachtes Weihwasser versprühte. Da die vatikanische Auswahl nicht allzu häufig zusammen kommt, hat der Nebenjob von »Don Trap« einen klaren Vorteil: Trapattoni findet auch weiterhin genügend Zeit die irische Nationalmannschaft zu trainieren.

4. Berry van Aerle, Postbote

Berry van Aerle war einer der erfolgreichsten Fußballer in den Niederlanden. Mit dem PSV Eindhoven gelangen ihm sechs Meisterschaften, ein Europapokalsieg und natürlich die Europameisterschaft mit der niederländischen Nationalmannschaft im Jahr 1988. Der bescheidene Berry wechselte während seiner gesamten Karriere nicht aus der heimatlichen Provinz und arbeitete später als Briefträger in seinem Geburtsort. Allzu lange hielt van Aerle es auf dem Postfahrrad dennoch nicht aus. Der PSV rekrutierte ihn nach kurzer Abwesenheit als Talentscout zurück in den Fußball.

5. Robbie Fowler, Pferdeflüsterer

Der ehemalige Profi des FC Liverpool war vor allem abseits des Platzes für sein extrovertiertes Verhalten bekannt. Auch seine Geschäftsidee ist meilenweit entfernt von Soccerhallen und Fußballschulen. Zusammen mit seinem alten Kumpel aus Liverpooler Zeiten, Steve McManaman, besitzt Fowler eine preisgekrönte Agentur für Rennpferde. Dabei dachte der Stürmer wohl vor allem ans Geschäft, selber geritten hat er Seebald, Auetaler und Co. wohl nie: Fowler hat eine Pferdeallergie.

6. Fabian Boll, Kommissar

Es soll einige Spieler geben, die sich neben dem Fußball nicht ausreichend ausgelastet fühlen. Fabian Boll ist einer von ihnen, denn der Mittelfeldspieler des FC St. Pauli arbeitet nebenbei halbtags als Kommissar bei der Hamburger Polizei. Der Nebenjob brachte ihm bei seinem alten Trainer Holger Stanislawski den Spitznamen »Hobbyfußballer« ein. Zu Einsätzen während des Trainings ist es noch nicht gekommen. Boll: »Die Dienststelle nimmt sehr viel Rücksicht.«

7. Tomas Brolin, Sänger, Staubsaugerverkäufer, Model

König der Nebenjobs ist zweifelsohne Tomas Brolin. Kaum ein Beruf, den der ehemalige schwedische Nationalspieler noch nicht ausgeübt hat. Brolin erkannte nach seiner Karriere schnell die neuen technische Möglichkeiten und verkaufte sowohl Schuhe als auch Staubsauger übers Internet. Später kaufte er noch ein Restaurant in Stockholm, spielte in einer TV-Werbung für Whirlpools mit und nahm eine Platte mit Dr. Alban auf. Wie es dazu kam, liegt bis heute im Dunkeln. Hartgesottene Fans klicken für eine Kostprobe bitte hier.

8. Pepe Mel, Roman-Autor

Biographien sind für Dilettanten. Pepe Mel, Trainer von Betis Sevilla, schreibt fiktive Romane: »Was ich am Schreiben am meisten liebe, ist der Prozess der Vorbereitung. Die Handlung des Romans reflektiert meine Leidenschaft, die alltäglichen Dinge, die ich mag.« Bevor hier jemand falsche Schlüsse zieht, es geht inhaltlich nicht um Fußball. Sein Debütroman »Der Lügner« handelt von Verschwörungstheorien im Vatikan, wo plötzlich geheime Papiere verschwinden.

9. Nolberto Solano, Tänzer

Der ehemalige Kapitän der peruanischen Nationalmannschaft verbrachte während seiner Karriere ein Jahrzehnt in England. Sein Feuer hat er dabei nicht verloren. Zusammen mit 15 Freunden tanzt Solano in einer Salsa-Band, die in der Gegend von Newcastle tourt. Sein Kommentar: »Ich glaube die Leute werden es lieben. So viele Salsa und Latino Bands gibt es hier in der Gegend ja nicht.«

10. Francis Lee, Toilettenpapierhersteller

Nach seiner aktiven Karriere bei Manchester City und in der englischen Nationalmannschaft wechselte Francis Lee das Geschäft und wurde erster Vorsitzender einer Firma, die Toilettenpapier herstellt. Der Erfolg gibt ihm Recht: Als »Bog roll king« (deutsch: Toilettenpapierkönig) versorgte er bald das ganze Land mit Toilettenpapier und wurde so zum Millionär.


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