06.11.2005

Fußball

Schalke: Rost sieht Rot

Auch Fußballer haben Gefühle. Wer den Schalker Keeper Frank Rost für einen eher schroffen Gesellen gehalten hat, gerät angesichts eines offenen Briefes des 32-Jährigen an die eigenen Fans arg ins Staunen. Das possierlich mit „Euer Fäustel“ gezeichnete Schreiben hat es in sich.

Und thematisiert ein bisher wenig diskutiertes Feld: die Vereinnahmung des Spielers durch die eigenen Fans. Kurzes Zitat aus dem umfänglichen Werk: „Es ist nur eine kleine Gruppe von Leuten, die glauben, wenn sie Eintritt bezahlt haben, könnten sie sich uns Profis gegenüber inzwischen fast alles erlauben. Aber es werden zunehmend mehr...“ Was Rost anprangert, ist ein ganzes Konglomerat des Unflätigen, mit dem er sich und seine Kollegen permanent konfrontiert sieht: Missachtung der Privatsphäre, Beschimpfungen, Grabschereien. „Wir Spieler sind kein Freiwild“, lautet die Essenz des auf der Website www.frank-rost.com publizierten Schreibens – ein in dieser Form seltener Vorstoß. Während BILD bereits ein Idol stürzen sieht und auch Rudi Assauer („Du bewegst dich auf einem schmalen Grat“) die Unke gibt, scheint Frank Rost offenbar alles richtig gemacht zu haben. Die Reaktionen im Forum der offiziellen Schalke-Homepage sind jedenfalls sämtlich zustimmend, wenn nicht begeistert. Beispiel: „Ich kann mich nicht daran erinnern, von einem Spieler so intelligente und vor allem berechtigte Zeilen gelesen zu haben.“ Ob die von Rost inkriminierte Klientel das ähnlich sieht, darf freilich bezweifelt werden. Der Fußball-Hype frisst seine eigenen Kinder.
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