Fußball

Dortmund: Keine Sorgen machen

Dortmunds 17-jähriger Hoffnungsträger Nuri Sahin konnte sich schon vor dem Länderspiel der Türkei gegen Deutschland über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen. Das Tor gegen die DFB-Elf katapultierte Sahin jedoch mitten hinein in eine Debatte.
Heft #50 12 / 2005
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Darüber, dass viele in Deutschland ausgebildete Talente nicht in der deutschen, sondern in der türkischen Nationalelf kicken. Eine Diskussion, die alsbald mit leidlich bizarren Elementen aufwartete. So überraschte der bündnisgrüne Experte für alles, Cem Özdemir, mit der von Sachverstand ungetrübten Einschätzung: „Wenn das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht schon vor zehn Jahren geändert worden wäre, dann wäre die deutsche Mannschaft heute in Istanbul als Sieger vom Platz gegangen.“ Weil Nuri Sahin auf deutscher Seite gekickt und in letzter Minute das 2:0 für die deutsche Mannschaft geschossen hätte? Özdemir war offenbar entgangen, dass die Staatsbürgerschaft bei Sahins Teamwahl keine Rolle gespielt hatte. Der türkische Nationaltrainer Fatih Terim hatte den Sachstand schon vor dem Länderspiel treffend zusammengefasst: “Ich habe mit Nuris Vater gesprochen und er hat gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen. Er würde es vorziehen, dass sein Sohn in der türkischen Nationalmannschaft spielt. Auch wenn er theoretisch für Deutschland spielen könnte.“

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