Fußball

Hoeneß: Spiele meines Lebens

Dieter Hoeneß ist ehemaliger Fußballprofi und heute Manager von Hertha BSC. Bekannt wurde er als Mittelstürmer des FC Bayern, für den er insgesamt 102 Tore erzielte. Zumindest eines davon war spektakulär, wenn nicht legendär. Archiv
Heft #50 12 / 2005
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FC Bayern – 1. FC Nürnberg, Frankfurter Waldstadion
1. Mai 1982:
„Als erstes fällt mir natürlich das Pokalfinale gegen Nürnberg ein. Wir lagen 0:2 hinten und haben noch 4:2 gewonnen. Unglaublich, dass ich mit meinem Verbands-Turban in der Schlussphase noch ein Kopfballtor gemacht habe. Das Tor  selbst hat nicht sehr wehgetan, da war mein Adrenalinspiegel hoch genug. Schmerzhaft war das Nähen in der Halbzeit. Dieter Kürten hat das Ganze völlig dramatisiert: „Unverantwortlich!“, erregte er sich wiederholt. Seine Kommentare waren für meine Frau besonders schlimm. Sie saß hochschwanger mit unserem zweiten Sohn vor dem Fernseher. Vor lauter Sorge hätte sie fast eine Sturzgeburt gehabt.“

Argentinien – Deutschland, Estadio Azteca (Mexiko-Stadt)
29. Juni 1986:
„Das WM-Endspiel gegen Argentinien war meine schönste Niederlage. Die Stimmung im Aztekenstadion war der Wahnsinn. Mehr als 114 000 Menschen, einfach überwältigend. Ich bin für Felix Magath eingewechselt worden, als wir 0:2  hinten lagen. Dann haben wir tatsächlich noch das 2:2 geschafft. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich das Siegtor schieße. Doch in der Schlussphase war unsere Abwehr einfach platt, wir haben einen Moment nicht aufgepasst und es stand 3:2 für die Argentinier. Aber  wenn sie das Finale verloren hätten, wäre auch irgendetwas falsch gelaufen. Maradona musste da einfach Weltmeister werden.“

FC Bayern – FC Porto, Praterstadion (Wien)
27. Mai 1987:
„Die bitterste Niederlage meiner Karriere. An dem Tag ging alles schief. Für mich war das Finale im Pokal der Landesmeister die letzte Chance, einen europäischen Titel zu gewinnen. Es war nämlich das vorletzte Spiel meiner Karriere. Ich hatte mit dem FC Bayern schon 1982 das Finale gegen Aston Villa verloren. Gegen Porto waren wir die haushohen Favoriten. Wir haben auch 1:0 geführt. Aber dann haben sich bei der Mannschaftsbesprechung in der Halbzeitpause die Abwehrstrategen unserer Mannschaft durchgesetzt. Und das hat sich leider gerächt.“

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