Fußball

Angst vor der Bundesliga

Heft #41 02 / 2005
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11 Freunde: Marek Heinz, warum geben Sie eigentlich so selten Interviews?
Marek Heinz: Ich will mich nicht in den Mittelpunkt drängen. Ich habe gerne meine Ruhe und muss nicht populär sein.
11 Freunde: Ist Ihnen klar, dass ihr Freistoß-Tor bei der Europameisterschaft gegen Deutschland Rudi Völler den Job gekostet hat?
Heinz: Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht. Ich habe für Tschechien gespielt und wollte gewinnen, egal wie der Gegner heißt. Eigentlich wollte ich den Ball gar nicht aufs Tor schießen, sondern habe eher an eine Flanke gedacht. Aber Jaroslav Plasil vom AS Monaco stand bei mir und schlug vor, direkt abzuziehen. Ich habe mich umstimmen lassen.
11 Freunde: Sie galten in allen drei Vorrundenpartien der Tschechen als einer der Matchwinner und sind bei der EM durchweg positiv aufgefallen. Warum spielen Sie jetzt nicht in Barcelona oder beim FC Chelsea?
Heinz: Das weiß ich nicht. Es haben zwar einige Vereine Interesse bekundet, angeblich auch Celtic Glasgow und Sporting Lissabon, aber es gab kein klares, ernstzunehmendes Angebot. Mit Mönchengladbach habe ich schon vor der Europameisterschaft gesprochen.
11 Freunde: Nachdem Sie zwischen 2000 und 2003 in Bielefeld und in Hamburg gescheitert sind, haben Sie gesagt, dass Sie nie wieder in der Bundesliga spielen wollen.
Heinz: Ich war damals ziemlich enttäuscht von meinen Vereinen, von Deutschland und von mir selbst. Also habe ich zu meiner Frau und meinen Freunden gesagt, ich will so etwas nie wieder erleben, ich spiele lieber in Tschechien. Auch wenn ich dort weniger Geld verdiene.
11 Freunde: Bei Gladbach spielt mit Fukal, Ulich und Sverkos ohnehin eine kleine tschechische Auswahl zusammen. Hätten Sie auch ein Angebot von einem Bundesligaverein angenommen, bei dem keine Tschechen spielen?
Heinz: Es war jedenfalls nicht der entscheidende Grund. Der Kontakt zu Mönchengladbach bestand schon eine ganze Weile. Ich hatte aber Angst vor der Bundesliga, darum hat es ein bisschen länger gedauert, bis der Vertrag unterzeichnet war. Dennoch freue ich mich, dass meine Landsleute hier sind. Manchmal hilft es, Tschechisch zu sprechen.
11 Freunde: Woran lag es, dass Sie beim HSV und in Bielefeld nicht zurecht kamen?
Heinz: Als ich im Sommer 2000 in Hamburg ankam, war ich überglücklich. Das Umfeld, die Fans und das Stadion: alles war neu und aufregend für mich. In den ersten Spielen war ich auch gut. Das war wie ein Traum für mich. Aber dann musste ich nach Sydney zur Olympiade. Ich war gerade mal sechs Wochen in Hamburg und wollte mich auf den Verein konzentrieren. Der tschechische Trainer Karel Brückner hat mich damals jeden Tag angerufen und gesagt, dass ich mitkommen muss. Da konnte ich nichts gegen tun. Beim HSV haben wir zu dieser Zeit in der Champions League gegen Juventus, Deportivo und Panatinaikos gespielt. Und ich war weg. Nach der Olympiade war ich müde und habe meinen Stammplatz verloren. Das war der Anfang des

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