Fürth-Trainer Mike Büskens über Schalke und das Frankenland

»Ich werde nach Hause zurückkehren«

Von Schalke 04 kommt Mike Büskens nicht los. Anlässlich unserer  Bundesliga-Sonderhefts trafen wir den Coach der SpVgg Greuther Fürth am alten Parkstadion und ließen ihn in Erinnerungen schwelgen. »Der FC Schalke ist nun einmal Teil meiner Geschichte!« Fürth-Trainer Mike Büskens über Schalke und das FrankenlandRobert Eikelpoth
Heft#117 08/2011
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Hinweis: Diese Interview wurde anlässlich unseres 11FREUNDE Bundesliga-Sonderheftes bereits im Juli geführt.

Mike Büskens, wir wollen den Trainer der SpVgg Greuther Fürth interviewen und er schlägt das alte Parkstadion als Treffpunkt vor. Wie kommt’s?


Mike Büskens: Meine Familie wohnt noch in Gelsenkirchen, und der FC Schalke 04 und das Parkstadion sind nun mal ein prägender Teil meiner Geschichte.

Und die Familie will auch nicht weg?

Mike Büskens: Ein Trainer hat eine begrenzte Haltbarkeitsdauer, und da ist es meines Erachtens nicht förderlich, die Kinder ständig umzusiedeln. Ich möchte sie nicht aus ihrem gewohnten Umfeld reißen und erst einmal herausfinden, ob der Job als Trainer wirklich das ist, was ich die nächsten 20, 30 Jahre machen möchte.

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Zweifeln Sie denn daran?

Mike Büskens: Eigentlich nicht, aber ich war zu Beginn auch als Nachwuchstrainer glücklich und der Einstieg in den Profibereich ist ein neuer Abschnitt. Schon am Anfang meiner aktiven Karriere wollte ich nach der Spielerlaufbahn E-Junioren-Trainer beim FC Bayern werden.

So wie andere Jungs Lokomotivführer werden wollen.

Mike Büskens: Nein, nur wollte ich eigentlich nie auf den Trainerzug im bezahlten Fußball aufspringen, sondern meine Erfahrung an Kinder weitergeben. Weil Bayern so gut organisiert ist, dachte ich, es sei clever, in München Jugendtrainer zu werden.
Stattdessen sind Sie aber erst mal Amateurtrainer auf Schalke geworden. Rudi Assauer wollte mich immer nach meiner aktiven Laufbahn in die Vereinsarbeit integrieren. So wurde ich spielender Co-Trainer der Schalker U 23 und konnte währenddessen meine Trainerscheine machen.

Bis Sie im April 2008 das erste Mal an der Seite von Youri Mulder als Interimstrainer bei den Profis einsprangen. Die Verantwortlichen sind ein hohes Risiko eingegangen.

Mike Büskens: Ich war eigentlich gar nicht so wild darauf, den Job zu übernehmen, da ich mich als Trainer der zweiten Mannschaft wohl gefühlt habe. Schalke stand auf Platz drei, man trennte sich von Mirko Slomka und setzte Trainer ein, die vorher als Nachwuchscoach oder als TV-Kommentator gearbeitet hatten.

Sie haben es aber trotzdem gemacht.

Mike Büskens: Für sechs Spiele, weil mich die Leidenschaft, mit der die Leute diesen Verein leben, immer fasziniert hat und ich mich – auch wenn ich damit mein Geld verdiene – als Fan und Romantiker verstehe.

Ihr Engagement war recht erfolgreich, doch anschließend rückten Sie wieder ins zweite Glied hinter dem neuen Coach Fred Rutten. Als auch dieser im Verlauf der neuen Saison entlassen wurde, kamen Sie erneut in die Verantwortung.

Mike Büskens: Wir – Olli Reck, Youri Mulder und ich – haben uns dagegen gesträubt, weil wir die Entlassung für einen Fehler hielten. Rutten hat in Holland bewiesen, dass er junge Spieler entwickeln kann. Aufgrund einer geplanten wirtschaftlichen Konsolidierung war das eigentlich ein Weg, den man einschlagen wollte. Wir haben die ersten vier Spiele gewonnen, sogar bei den Bayern in der Allianz Arena, aber der Verein hatte sich schon im März mit Felix Magath geeinigt und mit ihm den erfolgreichsten Trainer der letzten Jahre verpflichtet.

Und für Mulder, Reck und Büskens war bald kein Platz mehr.

Mike Büskens: Es kam ein neuer Coach und mit ihm ein neuer Trainerstab. Der Verein tätigte zwar Aussagen, dass es für uns drei immer einen Platz auf Schalke gäbe, aber zwei Tage vor Saisonstart wurde uns mitgeteilt, dass man ohne uns plant.

Ein herber Schlag.

Mike Büskens: Irgendwie schon, aber es ist doch legitim und normal, dass ein neuer Trainer Mitarbeiter seines Vertrauens mitbringt. Dennoch hört man nicht auf, diesen Verein zu leben, das wäre nach so vielen Jahren auch schlimm. Solche Entscheidungen gibt es halt.

Kommen Sie, so locker haben Sie es aber nicht genommen.

Mike Büskens: Ich hatte dem Klub gegenüber eine klare Vorstellung formuliert: Ich wollte gar nicht in der ersten Reihe zum System Magath dazugehören, sondern in einer Art Hospitation erfahren, was dieses System so erfolgreich macht. Ich hatte noch ein Jahr Vertrag und hätte dies gern als »Fortbildungszeit« genutzt.

Als Randfigur, die ab und an bei den Profis reinschnuppert?

Mike Büskens: Es ging mir gar nicht darum, einen Trainingsanzug zu tragen oder mit aufs Mannschaftsfoto zu kommen. Ich dachte, es wäre ein perfekter Abschluss meiner Ausbildung, bevor ich anfange, alleine zu fliegen.

Letztlich hatte der Klub keine Verwendung mehr für Sie. Das muss Sie doch getroffen haben.

Mike Büskens: Ich finde es vollkommen zulässig, wenn jemand eigene Leute mitbringt. Trotzdem war es natürlich ein Einschnitt in mein Leben. Ich habe mich immer als Teil der Schalker Familie gefühlt. Diesem Empfinden war nun plötzlich die Grundlage entzogen. Das soll jetzt nicht anklagend oder jammernd rüberkommen, aber vielleicht bin ich doch zu sehr Fußballromantiker.

Hat Schalke 04 sich verändert? Lebt der Klub mit einem Standesdünkel?

Mike Büskens: Natürlich wächst und verändert sich ein Verein im Laufe der Jahre. Man sollte aber jetzt wieder schauen, dass man für Werte steht, eine langfristige Philosophie hat und nicht mit aller Gewalt den nächsten Meistertitel erringen will. Manchmal müssen sich Dinge auch entwickeln dürfen.

Bei Facebook gibt es zwei Profile von Mike Büskens. Welches ist Ihres?

Mike Büskens: Keins von beiden. Ich war noch nie auf Facebook oder in Facebook oder wie man auch immer sagt. Aber ich ahne, worauf Sie hinaus wollen, und ich sage Ihnen gleich, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Im Internet schlug ein Clip von Ihnen Wellen, der auffällige Ähnlichkeit mit dem Youtube-Film von Felix Magath hatte, in dem er sich kurz vor seiner Entlassung auf Schalke ein Facebook-Profil anlegt. Sie tragen darin anfänglich einen Anzug, rühren in einer Teetasse und reden darüber, dass man authentisch bleiben muss.

Mike Büskens: Ich muss und kann damit leben, dass man Ähnlichkeiten erkennt, wenn man dies feststellen will. Dafür gab es von der einen oder anderen Seite auch Kritik, aber man sollte dieses Thema jetzt endlich auch beenden.

Mal unter uns, Sie haben sich doch schlapp gelacht, als Sie gesehen haben, wie verkrampft Magath da versucht, Nähe zu den Fans vorzutäuschen. Ich habe es nicht gesehen, wirklich nicht.

Mike Büskens: Und wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich in den Anzug reinzuquälen? So schlimm war das auch nicht. Wir hatten wenige Tage zuvor bei Erzgebirge Aue gespielt und ein Sky-Reporter sagte, dass Rico Schmitt und ich mit die letzten Trainer aus der Trainingsanzugfraktion wären. Deshalb wollte ich dieses Denken im Fußballbusiness auf die Schippe nehmen – und zeigen, dass man sich stets treu bleiben muss.

So eine Form von Ironie gibt es im Fußball selten.

Mike Büskens: Die meisten können nicht mehr über sich selbst lachen. Das Geschäft ist so was von schnelllebig, aber viele sind nur darauf bedacht, in der Außenwahrnehmung positiv dazustehen. Da ist es zwangsläufig so, dass einige ihre Persönlichkeit einschränken.

Wie groß ist die Gefahr, dass es Ihnen ähnlich geht?

Mike Büskens: Ich mache diesen Job sehr gerne, aber es darf niemals so sein, dass ich mit mir selbst nicht mehr im Reinen bin. Wenn ich das Gefühl habe, nur noch eine Rolle spielen zu müssen, höre ich auf. Denn das ist es nicht wert.

Inwieweit machen Sie sich Gedanken über Ihr Auftreten? Jürgen Klopp wurde vom HSV-Präsidium angeblich abgelehnt, weil er einen Dreitagebart trägt. Pele Wollitz ist überzeugt, dass er nie ein Angebot von einem Spitzenklub bekommt, weil er seinen Mund nicht halten kann.

Mike Büskens: Andersrum. Ich kann für mich bestimmte Jobs ausschließen, weil ich nie einen Verein übernehmen würde, zu dem ich keine emotionale Bindung aufbauen kann. Mein Auftreten kann für bestimmte Jobs hinderlich sein, aber für manche auch förderlich. Ich muss so sein, wie ich bin. Wenn ich mich verstelle, verliere ich von meiner Qualität und kann keinen guten Job machen. Ich werde mich nie verändern, um Leuten zu entsprechen.

Was heißt das konkret? Beispiel: FC Bayern. Ein Verein, der einerseits eine sehr familiäre Seite hat, andererseits aber auch einen Trainer braucht, der das Weltmännische ausstrahlt.

Mike Büskens: Ich denke, vom FC Bayern bin ich genauso weit entfernt wie vom Mond. Aber es wird auch einmal der Tag kommen, an dem ich im Anzug am Spielfeldrand stehe, was aber nichts mit einer Persönlichkeitsveränderung zu tun hat. Im Moment sehe ich mich aber dort noch nicht.

Sie hatten von mehreren Profiklubs Angebote. Warum haben Sie sich für die SpVgg Greuther Fürth entschieden?

Mike Büskens: Rolf Rüssmann sagte immer zu mir: »Mike, der erste Schritt muss passen.« Deshalb muss man nicht auf jeden fahrenden Zug aufspringen. Bei der SpVgg traf ich auf ein familiäres Umfeld mit sehr talentierten jungen Spielern. Es wird wahnsinnig professionell gearbeitet und dabei solide gewirtschaftet. Außerdem sind sie ein Risiko eingegangen, einen Nobody wie mich zu holen, der noch nie über einen längeren Zeitraum professionell unter Beweis gestellt hat, ob er eine Mannschaft und einzelne Spieler entwickeln kann. Fürth stand bei meiner Verpflichtung auf Platz 15 und, es gab viele etablierte Trainer auf dem Markt. Hier kann ich mich perfekt entwickeln und die Zusammenarbeit vom Präsidenten bis zum Platzwart ist leistungsorientiert und voller Vertrauen und Respekt.

Den Eindruck hatten Sie bei anderen Klubs nicht?

Mike Büskens: Jedes Gespräch hat mich weitergebracht, aber Verhandlungen dieser Art waren für mich Neuland.

Wie meinen Sie das?

Mike Büskens: Einmal wies ich darauf hin, dass ich mir das Angebot durch den Kopf gehen lassen wolle, aber noch Gespräche mit einem anderen Verein anstünden. Da sagte der Manager: »Mit wem verhandelst du denn? Mit Rot-Weiss Essen oder dem Wuppertaler SV?« Da musste ich mir öfter auf die Zunge beißen, um nicht zu antworten: »Junge, du wärst froh, wenn dein Klub in der Liga spielen würde, wo mein nächster Verhandlungspartner spielt.« Ein anderer Manager war sehr offen und ehrlich zu mir, ein wirklich gutes Gespräch. Am Ende sagte er, dass er nicht genau wisse, wie lange er und der amtierende Vorstand noch beim Verein bleiben würden.

Ihre Reaktion?

Mike Büskens: »Mein lieber Herr, was soll ich als Newcomer bei einem Klub, wenn ich nicht weiß, mit wem ich in vier Wochen zu tun habe?«

Warum haben Sie das Angebot des FC St. Pauli nicht angenommen? Sie als Nachfolger von Holger Stanislawski, das hätte doch gepasst.

Mike Büskens: Sie wissen doch gar nicht, ob es da Kontakt gegeben hat.

Es wurde aber eifrig darüber berichtet.

Mike Büskens: Unabhängig von Klubs und Namen – ja, es gab Interesse von Vereinen, bei denen Dritte vielleicht behaupten, ich hätte dort mit meiner emotionalen Art und Weise Fußball zu leben gut hingepasst.

Aber …!

Mike Büskens: Ich habe immer gesagt, dass ich mich in Fürth sehr wohl fühle und ich den Weg, den wir in den letzten 18 Monaten eingeschlagen haben, weitergehen möchte. Es gab jetzt in den Verhandlungen im Frühjahr eine Situation, dass ich nach dem Angebot der SpVgg zwei Wochen Bedenkzeit brauchte, um mich mit meiner Familie auszutauschen. Und weil ich es versprochen hatte, habe ich mich nach zwei Wochen entschieden – und nicht rumgeeiert.

Das Angebot von St. Pauli kam also zu spät?

Mike Büskens:Dazu werden Sie von mir nichts hören. Wenn ich das bestätigen würde, wäre es unfair dem Kollegen gegenüber, der den Job jetzt übernommen hat.
Auf Schalke verzehrt man sich nach dem Meistertitel. Der letzte wurde vor fünfzig Jahren gewonnen. In Fürth wurde die letzte Meisterschaft 1929 gefeiert. Spüren Sie noch etwas von der großen Geschichte? Tradition spielt schon eine Rolle, aber es ist etwas anders, weil es sich letztlich um einen Fusionsverein handelt. Damit hat der Verein auch noch ein Stück weit zu kämpfen. Wir haben durch die Vereinigung (der SpVgg Fürth und des TSV Vestenbergsgreuth 1996, d.Red.) die eine oder andere Fangeneration verloren. In Fürth ist es viel schwerer, Leute zu mobilisieren. Wenn man auf Schalke irgendwas ankündigt, lassen die Leute alles stehen und liegen und strömen dahin, ohne zu wissen, ob überhaupt ein Spiel stattfindet. In Fürth müssen wir um jeden einzelnen Fan hart kämpfen.

Nach der Intensität auf Schalke muss Fürth eine Fußballdiaspora für Sie sein.

Mike Büskens: Vieles erinnert an meine Anfangszeit auf Schalke. An die ebenerdige, old-schoolige Geschäftsstelle. Damals hatte alles noch einen sehr eigenen Charme, Schalke war ein familiärer Verein, der sich noch nicht zu einem Unternehmen entwickelt hatte. Wir werden in Fürth wirtschaftlich nie bei den Großen mitspielen, aber wir stehen für ein paar Werte, für die es zu kämpfen lohnt.

Können Sie das familiäre Flair näher beschreiben?

Mike Büskens: Vor meinem ersten Spiel Anfang 2010 lagen über 30 Zentimeter Schnee auf den Tribünen und den Anfahrtswegen. Da hat die ganze Geschäftsstelle mit angepackt, und wir haben knietief im Schnee gestanden und zusammen gefroren.

Und doch haben Sie Ihren Vertrag nur um ein Jahr verlängert, obwohl Ihnen das Präsidium eine längerfristige Beschäftigung angeboten hat.

Mike Büskens: Ich wollte aber nur ein Jahr. Vielleicht arbeite ich ja noch die nächsten Jahre hier und knacke am Ende den Rekord von Benno Möhlmann. Aber vielleicht kommt auch der Tag, an dem ich das Gefühl habe, zurück ins Revier zu wollen. Ich möchte nämlich weiterhin hautnah miterleben, wie meine zwei Mädels groß werden und meiner Frau etwas davon zurückgeben, was sie mir an Unterstützung gegeben hat.

Sie wären 2005 nach einem Multi-Organ-Schock beinahe gestorben. Ist diese Art des Denkens eine Folge dieser Erfahrung?

Mike Büskens: Glaube ich nicht. Ich war immer ein sozial denkender Mensch, der nicht nur auf sich schaut. Aber natürlich hat mir 2005 noch mal die Augen geöffnet.
Was ist damals passiert? Wir spielten mit der U 23 von Schalke in der dritten Liga. In einem Vorbereitungsspiel in Offenbach ist mir dann die Patellasehne gerissen und ich wurde aufgrund von Komplikationen innerhalb eines Jahres sieben Mal operiert. Nach einer Operation kam es zu einer Sepsis und einem Multi-Organ-Schock. Man versetzte mich für eine Woche in ein künstliches Koma, und ich kämpfte um mein Leben.

Ihrer Frau wurde mitgeteilt, dass Sie womöglich nie mehr aufwachen.

Mike Büskens: Es hieß, sie solle sich auf ein Leben als alleinerziehende Mutter einstellen, meine Überlebenschancen lagen bei fünf Prozent. Das war schon heftig, nicht für mich, ich habe nichts davon mitbekommen, aber für meine Familie.

Wollen Sie deshalb in der Lage sein, jederzeit die Segel zu streichen?

Mike Büskens: Ich habe mein Leben nicht komplett umgestellt, aber glauben Sie mir, ich werde nie vergessen, wer mir aus dem »Kicker« vorgelesen hat, als ich im Koma lag.

Ihre Frau hat Ihnen den »Kicker« im Krankenhaus vorgelesen?

Mike Büskens: Ich glaube, das war das erste und letzte Mal, dass sie den »Kicker« gelesen hat. Es geht im Fußball immer um Gewinnen und Verlieren, aber in dieser Zeit habe ich mit meiner Familie den wichtigsten Sieg errungen. Deshalb würde ich eine berufliche Entscheidung nie gegen meine Familie und allein für den Job treffen.

Danach muss Ihnen der gehypte Fußballirrsinn ziemlich nebensächlich vorgekommen sein.

Mike Büskens: Ich stehe ja auch für Emotion und Leidenschaft, wegen meiner Liebe zu diesem Spiel, und ich wünschte mir, wir könnten noch mehr Leidenschaft in Fürth wecken. Aber es gibt noch Dinge, die weit über dem Fußball stehen.

Wo es fehlt an Action: bei den Fans, bei den Medien oder im Verein?

Mike Büskens: Erst einmal müssen wir versuchen, eine größere Zahl an Zuschauern an den Verein zu binden. Wir arbeiten wirtschaftlich auf hervorragendem Niveau und weitaus solider als viele Klubs in unserem unmittelbaren Umfeld. Der Präsident ist stets darauf bedacht, eine schwarze Null zu schreiben. Und wenn Sie sich anschauen, wie viele Spieler für die erste Liga in Fürth ausgebildet wurden, ist das herausragend, zumal der Verein seit Jahren immer wieder oben mitspielt. Aber manchmal würde ich mir wünschen, dass der Franke etwas mehr aus sich herausgeht.

Wie geht das Engagement in Fürth weiter? Wann hätten Sie das Gefühl, hier fertig zu sein?

Mike Büskens: Das kann ich nicht sagen. Ich bin ein Mensch, der aus dem Bauch heraus entscheidet. Wenn der Tag gekommen ist, erkläre ich Ihnen, warum ich gehe.
Ein Grund könnte sein, dass Schalke 04 Sie als Trainer haben will. Ihr Traumjob, oder? Natürlich haben mich knapp 18 Jahre auf Schalke geprägt, aber auch Fortuna Düsseldorf habe ich sehr viel zu verdanken, dort durfte ich 1989 Profi werden. Schalke 04 ist aber mit Ralf Rangnick sehr gut aufgestellt. Ich denke, er wird den Verein wieder in ruhige Fahrwasser führen und Erfolge feiern. Sollte er aber irgendwann keine Lust mehr haben, die Verantwortlichen keinen anderen finden und ich gerade arbeitslos sein, weiß man nie, was passiert.

Sie sind sicher, dass Sie nach Schalke zurückkehren?

Mike Büskens: Ich weiß, dass sich dieser Kreis eines Tages schließen wird, dafür hänge ich zu sehr an den Blauen. Aber in welcher Funktion es sein wird, weiß ich nicht: vielleicht als Jugendtrainer, als Scout, als Coach der Traditionsmannschaft? Aber der Tag, an dem ich nach Hause zurückkehre, wird kommen.

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