Fünf Dinge, die wir von diesem Spieltagssamstag gelernt haben

Mehr Acker als Meppen

Jeden Samstag ab 15 Uhr verwöhnen wir euch in unserer Konferenz mit Toren, Statistiken und dem Besten aus dem Web. Damit ihr auch am Sonntag mitreden könnt: Die fünf Lehren nach der Konferenz.

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Jeden Samstag ab 15 Uhr berichten wir in unseren BuLi-Konferenz von allem Wichtigen und Unwichtigen rund um den Spieltag. Live-Statistiken, die besten Tweets und ein bisschen Fachsimpelei auf unserer Stehtribüne. Schau’ mal vorbei, nächsten Samstag unter konferenz.11freunde.de

1. Jeder gute Vorsatz ist endlich. Oder: Wir wollten in Bremen kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt.
Wer als Hertha-Fan auf die Tabelle blickt, möchte sich auch weiterhin gern einen Termin beim örtlichen Optiker geben lassen. Tabellendritter mit 34 Punkten. Weit entfernt von Abstiegssorgen, mit leisen Träumen vom internationalen Geschäft. Wie bei einem StartUp-Unternehmen aus Berlin-Mitte warten die Kritiker seither nur auf den Einbruch. Doch am Samstag stellten die Herthaner einen neuen Vereinsrekord auf: 397 Minuten blieb die alte Dame ohne Gegentor. Auch dank Rune Jarstein, der den sonst oft glücklosen Thomas Kraft seit einiger Zeit bemerkenswert vertritt.

Was dann in Bremen folgte, war jedoch ein Desaster. Drei Gegentore in nur elf Minuten. Allein das zwischenzeitliche 3:1 durch Salomon Kalou verhinderte eine unnötige Niederlage. Mit dem Punktgewinn muss die Hertha sogar noch glücklich sein, so schlecht und hektisch war die Schlussphase. Es dürfte dem Team aufgezeigt haben, dass das Bundesligaleben eben doch nicht nur Kreuzberg-Rooftop ist. Umso spannender also, ob die Berliner in den kommenden Spielen gegen Dortmund, Heidenheim (DFB-Pokal), Stuttgart und Wolfsburg einbrechen.

2. Wenn nichts mehr geht, gib dem alten Mann den Ball
Womit wir schon beim zweiten Moment des Samstagnachmittags wären. Denn vor genau 5999 Tagen begann Claudio Pizarro seine Bundesliga-Karriere. Der 28.08.1999. Ausgerechnet gegen Berlin. Und knapp 17 Jahre später, also genaugenommen 5999 Tage, trifft Claudio Pizarro auf die Hertha. Gleich zweimal. Nach 0:2-Rückstand (und der berechtigten #11konf-Frage, was Bremen-Keeper Felix Wiedwald eigentlich hauptberuflich macht) schien Werder bereits zur Halbzeit geschlagen. Nach Kalous Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1 sowieso. Und dann kam Pizarro. Erst traf er – der uns mit 37 Jahren regelmäßig aussehen lässt, als müssten eher wir unser Karriereende planen als er – per Elfmeter. Eiskalt, souverän, komm gib mich die Kirsche! Und auch beim 3:3 war er scheinbar beteiligt. Jedenfalls hat irgendein Naseweis der DFL ausgemacht, dass Pizarros Haarspitzen (Junge, wie liegen die eigentlich so fluffig?) dran waren. Zweiter Treffer. 181 Tore insgesamt. Nur noch ein Tor auf Ulf Kirsten. Werder sollte also spätestens jetzt wissen: Gib Pizza die Kirsche. Dann klappt es vielleicht auch mit dem Klassenerhalt.

3. Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen
DIE Szene des Spieltags hieß es nach Abpfiff beim Pay-TV-Sender unseres Herzens. Mutig! Und trotzdem ganz richtig. In Dortmund hatte Schiedsrichter Guido Winkmann bis zur 77. Minute eine zugegebenermaßen »unglückliche Figur« abgeliefert. Mehrfach dürfte sich der FC Ingolstadt leicht betrogen gefühlt haben. Als dann das Abseitstor von Pierre-Emerick Aubameyang während des Kollektivjubels auf der Leinwand zu sehen war, lief der Puls aller FCI-Spieler nahezu bei 305. Guido Winkmann blieb trotzdem bei der Entscheidung.

Hätte er das Tor zurücknehmen müssen? Nein. »Ich glaube nicht, dass er es darf«, mutmaßte BVB-Trainer Tuchel nach Spielschluss und sprach sich trotzdem noch einmal für den Videobeweis aus. »Ich hätte es nicht zurückgenommen«, gestand Winkmann und folgte damit den Anweisungen des DFB. Also völlig richtig gehandelt? Nicht ganz. Zum einen lag der Linienrichter natürlich zentimeter- und somit meilenweit daneben. Und zum anderen gab es einen ganz ähnlichen Fall mal 2005 in Leverkusen. Nachfragen bitte an Franz-Xaver Wack. Damals entschied der DFB, dass fortan ausschließlich Tore kurzzeitig auf den Leinwänden zu sehen sein dürfen. Vielleicht hätte Guido Winkmann also genauer auf die Leinwand schauen sollen und so für den nächsten Präzedenzfall sorgen können.

 

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