Fünf Dinge, die wir von diesem Spieltag gelernt haben (25)

Cicero in deutschen Stadien

Damit ihr auch am Sonntag mitreden könnt: Die fünf Lehren der gestrigen Samstagskonferenz.

Foto: Henning Gerecke

Die Ehrlichkeit im Fußball lebt
»Ich gebe es zu, es war abgesprochen«: Ein Satz, ausgesprochen von Bremens Zlatko Junuzovic, der die Bundesliga nachhaltig prägen könnte. Nachdem sich vor wenigen Wochen fünf(!) Darmstädter Jungs der Aufgabe beim FC Bayern München durch das Abholen der fünften Gelben Karte verwehrten, um topfit im Abstiegskampf gegen Werder Bremen zu stehen, haben die Bremer jetzt zum gleichen Mittel gegriffen – mit einer Ausnahme: Sie gaben es zu. Ob Junuzovics Aussage zur Absprache mit Kapitän Clemens Fritz besonders clever war, mag mit Blick auf eine mögliche zusätzliche Strafe durch den Kontrollausschuss dahingestellt sein. Zumindest war es ehrlich und das sollte in der kommenden Diskussion nicht vergessen werden.

Wer dieses Verhalten kritisiert, hat noch immer nicht verstanden, dass der Kampf um den Klassenerhalt hässlich wird. Viele Vereine stecken in größeren Existenzängsten als unsere unterbezahlten Praktikanten. Die einen klauen Bier aus unserem Kühlschrank, die anderen lassen sich freiwillig frühzeitig sperren. Beides schmerzt. Beides lassen wir augenzudrückend durchgehen. Denn der größte Verlierer dieser Strategie ist bisher eigentlich Borussia Dortmund. Wenigstens daran sollte der nächste abstiegsbedrohte Verein denken, wenn er auf Spiel- und Sperrenplan schaut. 


Alles Roger
Roger Schmidt lebt zurzeit den Traum eines jeden Arbeitnehmers. Erst den Firmenkarren an die Wand fahren, daraufhin nicht mehr auf Maloche müssen und zum Dank einen Flug ans Mittelmeer spendiert bekommen. Die »Klausel Schmidt« ist seit heute der heißdiskutierteste Scheiß in deutschen Betriebsräten. Ernsthaft: Leverkusens Trainer ging pünktlich zum Anpfiff in Augsburg auf die Reise nach Villarreal – und damit ein hohes Risiko ein. In Spanien wollte er den kommenden Euro-League-Gegner beobachten, da er in der Bundesliga ohnehin nur zum Zuschauen verdammt ist.

Beim Stand von 0:3 in Augsburg stellte sich jedoch die Frage, ob am kommenden Donnerstag überhaupt noch Schmidts Expertise gefragt sein würde. Doch die Bayer-Elf zeigte in der Schlussphase, dass sie für ihren abwesenden Trainer spielt, etwas Glück beim Elfmeterpfiff zum 3:3-Ausgleich in der 93. Minute hatte und mit Hakan Calhanoglu einen Spieler besitzt, dessen Konterfei schon bald im Duden unter »Nervenstärke« gedruckt wird.

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