Friedels Händchen – Ein Rückblick in Bildern

Als Eintracht Frankfurt den Uefa-Cup gewann

Die frühen Achtziger waren die Jahre der Frankfurter Pokalschlachten. 1981 gewann die Eintracht den DFB-Pokal, ein Jahr zuvor den Uefa-Cup. Wir erinnern an die beiden Finalspiele gegen Borussia Mönchengladbach. Friedels Händchen – Ein Rückblick in BildernImago Die frühen Achtziger. Die guten, alten Zeiten, als Bundesligisten regelmäßig bis in die letzte Runde der europäischen Wettbewerbe vorstießen. Das erste Finalspiel des Uefa-Cups, hatte Eintracht Frankfurt im Duell gegen Borussia Mönchengladbach noch mit 2:3 verloren. Zwei Minuten vor Abpfiff gelang den Gladbachern der schmeichelhafte Siegtreffer durch Christian Kulik.

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Etwas überraschend für Trainer Jupp Heynckes, der sich bereits mit dem Unentschieden abgefunden hatte. Angesichts einer wie entfesselt aufspielenden Eintracht konnte er mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sein. Auch trotz zweier Gegentore. Zur Halbzeit behaupteten einige Gladbacher sogar, dass sie selten gegen so eine starke Mannschaft wie Eintracht gespielt hätten.

Knapp 60.000 im Waldstadion von Eintracht Frankfurt


Es entstand der Eindruck, die Frankfurter würden über weite Strecken der Begegnung in Überzahl spielen. Die Niederlage schmerzte, doch noch war nichts verloren. »Ich bin Optimist. Wir müssen den UEFA-Cup einfach holen – an etwas anderes will ich gar nicht denken«, sagte Eintracht-Trainer Friedel Rausch. Mit nur einem Tor Rückstand ging seine Mannschaft ins zweite Finalspiel.



Es war an einem heißen Maiabend. Knapp 60.000 Zuschauer schwitzten im aus allen Nähten platzenden Waldstadion und fieberten dem Rückspiel entgegen. Rausch wollte am Vortag des zweiten Kräftemessens nichts dem Zufall überlassen, punkt zehn Uhr abends war Zapfenstreich. Bei Zuwiderhandlung drohte den Spielern eine Geldstrafe in Höhe von 5000 DM. Kampf bis zum letzten Bluttropfen, gab er als Devise aus. Schließlich war die Ausgangslage nicht ganz so günstig: »Mister Europacup« Harald Karger, der im Laufe des Wettbewerbs fünf Treffern erzielt hatte, war nicht einsatzfähig. Die Bank musste indes mit Amateurspielern aufgefüllt werden, wenigstens war Bum Kun Cha wieder mit von der Partie.

Der Matchwinner für Eintracht Frankfurt: Ein Unbekannter


Und dann war da noch einer, der 77. Minuten lang auf der Bank saß. Beim Stand von 0:0 wechselte Rausch den 19-jährigen Stürmer Fred Schaub ein. Ein Glücksgriff – nur vier Minuten später erzielte dieser das goldene Tor. Er ließ dabei drei Gegenspieler stehen, spielte einen Doppelpass mit Bernd Hölzenbein, bekam den Ball im Sechzehner zurück, behielt ihn noch ein paar Meter am Fuß und knallte ihn dann flach in den Kasten. »Mit Fred habe ich etwas Besonderes vor«, hatte Rausch vor dem Spiel noch gesagt. Er behielt Recht.

FAKTEN, FAKTEN, FAKTEN

Eintracht Frankfurt: Jürgen Pahl, Willi Neuberger, Bruno Pezzey, Charly Körbel, Horst Ehrmantraut, Werner Lorant, Bernd Hölzenbein, Bernd Nickel, Ronald Borchers, Bum-kun Cha, Norbert Nachtweih (77. Fred Schaub). Trainer: Friedel Rausch

Borussia Mönchengladbach: Wolfgang Kneib, Jürgen Fleer, Wilfried Hannes, Winfried Schäfer, Norbert Ringels, Ralf Bödeker, Lothar Matthäus (86. Steen Thychosen), Christian Kulik, Carsten Nielsen (68. Kalle Del´Haye), Harald Nickel, Ewald Lienen. Trainer: Jupp Heynckes

Tore: 1:0 Schaub (81.)

Gelbe Karten: Pezzey - Nickel, Schäfer
Schiedsrichter: Ponnet (Belgien)
Zuschauer: 59 000
Stadion: Waldstadion Frankfurt
Datum: 21. Mai 1980
Wettbewerb: Uefa-Cup (Finale, Rückspiel)
Hinspiel: Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt 3:2

STIMMEN ZUM SPIEL

»Matthäus riss das Spiel herum«
(»kicker« zum Hinspiel)
»Franfurt spielte, Borussia kämpfte« (»Rheinische Post« zum Hinspiel)
»Von so was träumt Europa« (»Bild« zum Hinspiel)
»1:0 – Unsere Eintracht holt den Cup!« (»Bild« zum Rückspiel)
»Der größte Triumph der Eintracht« (»Abendpost« zum Rückspiel)
»Borussias Angriff ohne Wirkung« (»Frankfurter Rundschau« zum Rückspiel)

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