Freiburgs Gegner FC Sevilla

Die Gurkentruppe

Freiburgs Gegner FC Sevilla wird in Spanien für seine Transferpolitik gerühmt, doch der ständige Neuaufbau geht nicht spurlos an der Mannschaft vorbei.

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Das letzte Mal, als es gegen die Deutschen ging, zeigte sich Jose María del Nido äußerst kreativ. Weil deutsche Behörden im Mai 2011 zunächst fälschlicherweise spanisches Gemüse für den Ausbruch der Ehec-Epidemie verantwortlich gemacht hatten, verfügte der Präsident des FC Sevilla, dass während der Saison 2011/12 auf den Trikots des spanischen Erstligisten am Ärmel eine grüne Gurke zu sehen war. Darunter prangte die Aufschrift: »I love pepinos – Ich liebe Gurken.« Die Aktion war symbolischer Natur, »zur Verteidigung der spanischen Gurke, nachdem sie diesen Krieg mit Deutschland hatte«, wie del Nido begründete.

Am Donnerstag bekommen del Nido und sein FC Sevilla Besuch aus Deutschland, um die alte Gurkenangelegenheit geht es aber nicht. Der SC Freiburg reist zum Europa-League-Spiel (19 Uhr) an. Nach dem 2:1-Sieg am ersten Spiel in Estoril könnte Sevilla mit einem weiteren Dreier einen großen Schritt Richtung K.o.-Runde machen. Das wäre aus finanzieller Sicht nicht ganz unwichtig, auch wenn es in der Europa League nicht mal ansatzweise so viel zu verdienen gibt wie in der Champions League. Dort war Sevilla in der jüngeren Vergangenheit noch regelmäßig vertreten, im Moment ist man aber auch mit der Europa League zufrieden. Das Sevilla dort überhaupt starten darf, hat man dem Umstand zu verdanken, dass die Uefa dem FC Malaga und Rayo Vallecano die Teilnahme aufgrund finanzieller Unregelmäßigkeiten versagte. Sevilla rückte als Neunter der vergangenen Saison automatisch nach.

2006 und 2007 gewann man den Uefa-Cup

Sportlich haben es die Andalusier derzeit schwer, sich für internationale Wettbewerbe zu qualifizieren. Der Verein muss gerade seiner Personalpolitik Tribut zollen. Kein Klub in der Primera Division erzielte in den vergangenen Jahren so eine positive Transferbilanz wie der FC Sevilla. Allein in diesem Sommer erwirtschaftete der Verein einen Transferüberschuss von rund 55 Millionen Euro. Dafür wurden Leistungsträger wie Jesus Navas oder Alvaro Negredo abgegeben. Im Gegenzug kamen Kevin Gameiro oder der Deutsche Marko Marin. So läuft das nun schon seit Jahren in Sevilla. Leistungsträger werden verkauft und durch billigere Kräfte oder Leihspieler ersetzt. »Wir versuchen, wirtschaftlich gesund zu bleiben, ohne die sportliche Konkurrenzfähigkeit einzubüßen«, sagt del Nido. Lange ging das gut, 2006 und 2007 gewann Sevilla den Uefa-Cup. In diesem Jahr läuft es weniger gut. Sevilla erwischte als Tabellendreizehnter einen schwachen Start. Von den Neuzugängen überzeugte bisher nur Marko Marin. Und der muss Stand heute am Saisonende wieder zum FC Chelsea zurück. »Die Mannschaft braucht Zeit. Wir lassen uns von den Ergebnissen nicht verunsichern«, sagt del Nido.

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