Freiburg-Düsseldorf in der Spielanalyse

Schwimmende Neuneinhalber

In Sachen Pressing kommt der SC Freiburg immer noch an jede Hochschwangere heran: Beim 1:0-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf war es wieder einmal das Spiel gegen den Ball, das der Mannschaft von Christian Streich zum Sieg verhalf.

Freiburg zeigte im 4-4-2 gegen den Ball einmal mehr seine enormen Stärken im Pressing. Sie spiegelten das System der Düsseldorfer, sodass sehr klare Zuteilungen entstanden. Die Freiburger Stürmer liefen Düsseldorfs Innenverteidiger im Spielaufbau stets so an, dass der Weg in die Mitte zugestellt war, Pässe auf die Außenverteidiger waren die logische Folge.

Dieser Pass vom Innen- auf den nebenstehenden Außenverteidiger war dann das Signal für die Freiburger, ihr aggressives Pressing zu starten. Die offensiven Flügelspieler rückten sofort mit Tempo auf den Ballführenden, der zusätzlich noch seitlich vom ballnahen Stürmer angelaufen wurde. Düsseldorfs Außenverteidiger blieben nur lange Bälle aus der Bedrängnis. Alternativ konnten die Fortuna gelegentlich zum Torwart zurück spielen, der aber durch Freiburgs klare Mannorientierung keine Anspielstationen hatte. Der lange Ball wurde in diesen Fällen einfach nur an den Keeper abgegeben. Düsseldorf spielte gerade einmal 189 erfolgreiche Pässe gespielt – ein Nachweis guter Pressingarbeit der Freiburger.

Offensiv zeigte sich die Mannschaft von Trainer Christian Streich sehr flexibel, waren in ihren Aktionen allerdings nicht immer zielgerichtet genug, klare Torchancen blieben Mangelware. Die Flexibilität im Offensivspiel liegt vor allem an den Rollen der nominellen Spitzen: Jan Rosenthal und Johannes Flum sind keine gelernten Stürmer im klassischen Sinne, sondern zentrale Mittelfeldspieler.

Sie neigen dazu, sich weit ins Mittelfeld fallenzulassen. Die Idee hinter dieser Spielweise ist, dass die gegnerischen Innenverteidiger vor die Entscheidung gestellt werden, ob sie den Ausflügen der schwimmenden Neuneinhalber – so bezeichnet man in Freiburg dieser Tage die Stürmer – folgen sollen. Das Risiko in einer Verfolgung dieser Läufe in tiefere Zonen liegt darin, zu große Lücken in der Abwehrkette zu hinterlassen, in die die Freiburger Flügelspieler gerne einlaufen. Viele Innenverteidiger, so auch aktuell die Düsseldorfer, lassen die spielmachenden Stürmer also lieber frei ins Mittelfeld zurückweichen. Dort stellten Flum und Rosenthal dann gemeinsam mit den Sechsern Schuster und Makiadi ständig Überzahlsituationen her – Freiburg hatte somit immer irgendwo eine einfache Anspielstation, was sich in einer Passgenauigkeit von guten 83% und einem Ballbesitzanteil von 60% niederschlug.

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