Franz Beckenbauer gratuliert Uwe Seeler zum Geburtstag

»Uwe gehört dem Volk«

Sie sind die beiden Säulenheiligen des deutschen Fußballs: Franz Beckenbauer und Uwe Seeler. Anlässlich des 75. Geburtstags von »Uns Uwe« sendet der Kaiser seine Glückwünsche gen Hamburg. Franz Beckenbauer gratuliert Uwe Seeler zum Geburtstag

Warum Uwe bei allen »Uns Uwe« heißt? Weil er für immer einer der besten Fußballer Deutschlands bleiben wird – und weil er einer der populärsten Menschen überhaupt ist. Uwe gehört dem Volk; das hat er sich wahrlich verdient.

Uwe ist der liebenswürdigste und hilfsbereiteste Mensch, den ich kennengelernt habe. Ich kann mich noch erinnern, wie wir uns 1964 zum ersten Mal begegneten. Ich war noch ein junger Bursche, gerade mal 18, als ich zur Nationalmannschaft kam – und er war mein großes Idol, dessen Tore ich im Fernsehen bewundert hatte oder in der Wochenschau im Kino. Plötzlich stand ich vor ihm und wusste gar nicht, was ich sagen sollte, ja, ich war richtig eingeschüchtert. Und was macht Uwe? Er nimmt mich in den Arm, einfach so. So ist er eben. Heute wird Uwe 75 Jahre alt. Und alle erinnern sich noch einmal an die großen Momente seiner Karriere: An sein Debüt als Kapitän der Nationalmannschaft 1961, bei dem er gleich drei Tore schoss. An die erste Saison der Bundesliga 1964, in der er sofort Torschützenkönig wurde. An die WM 1966 mit diesem dramatischen Finale und dem Wembley-Tor. Ich denke auch an seine Verletzungen, Rückschläge und Rücktritte – und daran, dass Uwe immer wieder zurückkehrte. Wir haben zwei Weltmeisterschaften zusammen bestritten: 1966 und 1970. Es klappte toll zwischen uns und natürlich mit Gerd Müller, obwohl viele dachten, das geht nicht gut mit uns dreien. Als Fußballer blieb Uwe immer mein Idol. Seine Willensstärke zeichnete ihn aus, natürlich sein Torinstinkt, aber vor allem sein Charakter. So hilfsbereit er außerhalb des Platzes war, so fair war er auf dem Platz. Er ist einfach ein fabelhafter Mensch.

Welche Seele steckt in Uwe?


Jeder kann erkennen, welche Seele in Uwe steckt – an seiner Treue zum Hamburger SV, für den er immer noch mit jeder Faser lebt. Inter Mailand lockte ihn 1961 mit Millionen, aber er blieb in seiner Heimat und sich selbst treu. Ich erinnere mich noch, wie er sagte: Mehr als ein Steak am Tag kann man nicht essen. Das sagt eigentlich alles über ihn. Später habe ich Uwe überzeugt, Präsident des HSV zu werden. Er war der perfekte Mann, das denke ich heute noch. Niemand verkörpert den Klub so wie er, der sagenhafte 1000 Tore für den HSV geschossen hat. Aber es hat leider nicht funktioniert, und ich denke mal, an ihm kann’s nicht gelegen haben. Noch heute jubelt und leidet er jeden Spieltag mit seinem HSV, er ist ihm lebenslang treu. Uwe ist in meinen Augen eigentlich unsterblich. Aber natürlich wünsche ich ihm weiterhin Gesundheit und ein glückliches Leben. Für mich bleibt er einfach mein Uns Uwe.

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