Frankfurt-Schalke in der Spielanalyse

Schlaffe Zentrale

Mit dem Sieg gegen den FC Schalke macht Eintracht Frankfurt das Rennen um den vierten Platz wieder spannend. Schalke hingegen fehlt es massiv an Kreativität aus dem Zentrum. Die Spielanalyse.

Allzu viel dramatischen Potenzial birgt die Bundesliga vier Spieltage vor Schluss nicht mehr. Die Bayern demütigen jeden Gegner, egal ob ihre erste Elf oder ihre F-Jugend spielt, und auch Dortmund und Leverkusen haben ihren Platz am Champions-League-Geldtopf sicher. Einzig das Rennen um Platz Vier bleibt spannend. Im direkten Duell der Königsklasse-Aspiranten Frankfurt und Schalke setzten die Trainer Armin Veh und Jens Keller jeweils auf eine 4-2-3-1-Formationen.

Der größte Unterschied beider Teams lag aber in der Defensivtaktik: Schalke nutzte bei gegnerischen Ballbesitz ein 4-4-1-1. Zehner Raffael spielte weit hinter der einzigen Spitze Ciprian Marica. Dieser postierte sich zwischen den beiden gegnerischen Innenverteidigern und versuchte zu verhindern, dass diese sich den Ball zupassten. Frankfurt wurde so zum schnellen Spiel auf die Außen gedrängt. Allerdings konnte Schalke mit nur einer Spitze nur wenig Druck im Pressing ausüben.

Schalke auf rechts zu ungenau

Frankfurt wählte einen anderen Ansatz: Sie spielten gegen den Ball in einem 4-4-2. Der Jungspund Marc Stendera, eigentlich als Zehner aufgestellt, wurde zum zweiten Stürmer. Er und Karim Matmour postierten sich relativ zentral. Sie pressten dabei nicht in der ersten Reihe, sondern verschlossen die Passwege nach vorne. So konnte Schalke Sechser Neustädter nicht anspielen und musste stattdessen den Weg über die Außenverteidiger suchen.



Nach einigen Anfangsschwierigkeiten ging diese Strategie der Frankfurter immer besser auf. Vehs Elf stand im Zentrum sehr kompakt und zwang den Schalkern den Spielaufbau über die Außen auf. Die Schalker versuchten immer wieder, über die rechte Seite zu kommen. Hier kippte Marco Höger ständig auf die Rechtsverteidiger-Position ab. Dadurch konnte Atsuto Uchida nach vorne rücken. Er versuchte, mit Michel Bastos und den einrückenden Julian Draxler, sowie Raffael diese Seite zu überladen – meistens jedoch vergebens. Die ansonsten starke rechte Seite der Schalker erwischte einen eher schwachen Tag. Uchida brachte nur 61 Prozent seiner Pässe zum Mann, Höger hatte mit 75 Prozent ebenfalls einen unterdurchschnittlichen Wert.

Schalkes Flügelspiel zündete nur, wenn sie nach Ballgewinnen das Spiel schnell machten. Lediglich zwei- bis dreimal konnten sie Bastos frei auf der rechten Seite schicken. Dieser setzte zum Dribbling an und holte Chancen bzw. Freistöße raus. Fünf der am Ende zehn Schalker Torschüsse feuerte allein der Brasilianer ab. Doch selbst vom Elfmeterpunkt scheiterte er am glänzend aufgelegtem Oka Nikolov (24.). Vorausgegangen war ein Handspiel von Stefan Aigner.


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