Frankfurt-Dortmund in der Spielanalyse

Geheimwaffe: Lochpass

Was ist ein Lochpass? Und warum verlor die Eintracht trotzdem gegen Borussia Dortmund? Die Auflösungen gibt es in der Spielanalyse Frankfurt gegen Dortmund!

Dortmunds vier Offensivkräfte agierten wie gewohnt sehr nah beieinander und mitunter die Positionen. Die enge Spielweise des Quartetts brachte die Außenverteidiger der Borussen ins Spiel: Weil Kuba, Reus, Mkhitaryan und Lewandowski so nah aneinander agierten, musste Frankfurt seinen Defensivblock stark zusammenziehen, um Eins-gegen-Eins-Situationen gegen die starken Individualisten zu vermeiden. Dies öffnete auf den Außenbahnen riesige Räume für die nachrückenden Außenverteidiger. Schmelzer und besonders Großkreutz konnten immer wieder mit Diagonalbällen bedient werden und Tempo aufnehmen. Auf ihre Hereingaben warteten dann immer mindestens vier Spieler – ein weiterer Vorteil der engen Spielweise des Offensivquartetts. Beim 0:1 durch Mkhitaryan zahlte sich die Überladung des Zentrums aus, auch wenn der Löwenanteil des Tors dem unnötigen, weil unbedrängten Frankfurter Ballverlust im Spielaufbau zuzuschreiben ist.

Einladung zu Lochpässen

Was auf beiden Seiten jedoch für die größte Torgefahr sorgte, war die Schwäche beim Stellen von Abseitsfallen. Immer wieder blieb einer der Akteure der Viererkette hinter den herausrückenden Verteidigern zurück und hob das Abseits auf – eine Einladung zu Lochpässen. Nicht überraschend also auch die Entstehung des Frankfurter Ausgleichstreffers durch Kadlec: Hummels verfolgte den in die Tiefe gehenden Tschechen, während der Rest der Viererkette vorschob. Inui spielte daraufhin einen traumhaften Diagonallball auf Aigner, der per Kopf den Pfosten traf – Kadlec verwertete den Rebound zum 1:1.

In der zweiten Hälfte gelang es der Eintracht, den Raum zwischen den Mannschaftsteilen zu verknappen, was die Dortmunder in ihren Kombinationen beschnitt. Insgesamt gingen die Frankfurter nun passiver vor und konzentrierten sich mehr auf das Zustellen von Passwegen als auf die direkte Balleroberung. Doch wie jedes taktische Mittel hatte auch dies einen Nachteil, der prompt ausgenutzt wurde: Mkhitaryan nahm im rechten Halbraum Tempo auf und dribbelte parallel zur Sechzehnerlinie. Ohne, dass Druck auf ihn ausgeübt wurde, konnte er überlegt zum 1:2 einschießen.

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